12.01.11
Posted in Projektmanagement, Allgemein
at 12:11:07
Der Flug war spät, der Tag lang und ich müde. Ich freute mich nur noch auf mein Bett in dem netten Hotel.
“Hallo, ich bin der Guerilla-Projektleiter und ich habe eine Reservierung”
“Echt? Komisch, ich dachte, für heute seien alle Gäste schon angekommen”
“Tja, ich fehlte wohl noch”
“Ich habe leider keine Reservierung von Ihnen im System”
“Waaaas? Es ist 23:50 Uhr. Ich muss um 07:00 Uhr raus. Ich will jetzt mein Bett!!!!!”
“Einen Augenblick”
“Sie haben da wohl einen Fehler gemacht. Nicht schlimm, den können Sie da bestimmt korrigieren”
“Ah, hier habe ich Sie. Sie haben eine Reservierung für das Jahr 2012 gemacht”
“Oh …”
Permalink
11.01.11
Posted in Projektmanagement
at 10:49:37
Das kennt vermutlich jeder Berater, aber so heftig wie heute hatte ich das noch selten.
Man wacht morgens in seinem Hotelzimmer auf und ist komplett orientierungslos. Erst langsam fängt das Gehirn an zu arbeiten. Ok, ich bin nicht in meinem Bett. Aber wo bin ich? Ah, ein Hotelzimmer. Stimmt doch, oder? Gut, ich bin in einem Hotel. Aber in welcher Stadt?
Heute Morgen hatte ich zwar nach einigen Sekunden begriffen, dass ich in einem Hotel war. Aber ich hatte absolut keine Ahnung, wo und - was noch heftiger war - warum!
Also habe ich den Wecker wieder ausgeschaltet und wollte einfach weiterschlafen. Zum Glück fiel mir vor der nächsten Tiefschlafphase ein, dass ich einen Termin habe und so langsam mal aufstehen sollte …
Permalink
30.11.10
Posted in Projektmanagement
at 12:25:46
Heute wird ja mit Spannung der Schlichterspruch von Herrn Geißler zum Thema S21 erwartet. Um 13:00 Uhr wissen wir mehr.
Wie würde ich eigentlich als Projektleiter reagieren, wenn ich ein Projekt bekäme bei dem es darum geht, einen Bahnhof unter die Erde zu bringen.
Ich würde wohl das machen, was ich bei jedem neuen Projekt machen: Ich schaue mich um, ob irgendwo schon ähnliche Dinge gemacht worden sind. Und siehe da, man wird in Berlin fündig.
Nach der Wende hat man dort den Zugverkehr neu geplant. Man ging davon aus, dass die Einwohnerzahl Berlins auf 5 Mio anwachsen würde. Ergebnis der Planung war das “Pilzkonzept”.
Ein Ergebnis dieses Konzeptes ist der Bahnhof ab Potsdamer Platz. Und der hat so sein Probleme. Denn eigentlich sollten dort die Fernzüge auf ihrem Weg aus bzw. in Richtung Süden halten. Dummerweise war der fertige Bahnhof dann für die modernen ICEs zu kurz.
Und da sind wir dann auch schon beim Problem. Projekte plane ich auf zwei Grundlagen:
- Den aktuellen Anforderungen
- Der späteren Erweiterbarkeit
Wenn man aber einen Bahnhof in der Erde verbuddelt, sieht es mit späteren Änderungen reichlich schwierig aus. Und schon dieser eine Grund würde für mich ausreichen, ein solches Projekt nicht annehmen zu wollen.
Mal schauen, was der Herr Geißler vorschlägt.
Permalink
19.08.10
Posted in Projektmanagement
at 09:57:58
Methoden und Vorschläge zum Selbstmanagement gibt es ja wie Sand am Meer. Ein Klassiker ist natürlich GTD
Mittlerweile habe ich einige “Papiermethoden” und Onlinetools ausprobiert. Gerne stolpert man bei solchen Tools in eine dumme Falle: Die Organisation der Aufgaben mit dem Tool nimmt fast mehr Zeit weg, als man spart. Es macht soviel Spaß, alle Aufgaben neu zu sortieren und sich neue Einteilungen auszudenken, dass man kaum noch dazu kommt, die Aufgaben auch zu erledigen …
Was ich dabei für mich gelernt habe:
- Eine ToDo Liste muss einfach sein und darf nicht zu Spielereien verleiten
- Ich muss meine wichtigsten ToDos auf einen Blick sehen können. Wenn es zuviele Kategorien gibt, klappt das bei den wenigsten Onlinetools.
- (Der wichtigste Punkt) Die ToDo Liste muss sich in meinen Arbeitsstil einpassen. Wenn ich mit einem Papierkalender arbeite ist ein Onlinetool Unfug. Bin ich ständig online, brauche ich keine ToDo-Liste auf Papier.
Meine Lösung: Ich arbeite ständig mit Mindmaps. Das Tool meiner Wahl ist dabei MindMeister. Es gibt eine kostenlose Basisversion (Premium kostet um die 40 EUR/Jahr) und Apps für iPhone und iPad. Also habe ich auch eine sehr einfache Mindmap als ToDo Liste.
Es gibt nur folgende Felder: ToDo, ToDo Woche, ToDo Monat, Warten auf, Einkaufszettel, Termine und Unsorted.

Damit komme ich schon seit Monaten perfekt aus.
Links:
http://www.amazon.de/gp/product/3492240607?ie=UTF8&tag=guerillaproje-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3492240607
http://www.mindmeister.com/
http://www.rememberthemilk.com/?hl=de
Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
Das neue 1×1 des Zeitmanagement: Zeit im Griff, Ziele in Balance. Kompaktes Know-how für die Praxis
Permalink
18.08.10
Posted in Projektmanagement
at 09:00:19
Das Desaster bei der Loveparade in Duisburg wird gerade in kleinen Schritten aufgeklärt. Immer mehr Informationen kommen ans Tageslicht und es zeigt sich, dass es sehr viele verschiedene Fehler gab die für sich genommen vielleicht nicht zwingend dramatisch waren, in Summe aber dazu geführt haben, dass 21 Menschen getötet wurden.
Schaut man sich große Unfälle genauer an, so stellt man immer wieder fest, dass es fast niemals eine oder mehrere große Ursache gab. Immer sind es viele Kleinigkeiten.
Beispiel: Three Mile Island
Der Atomreaktor von Thee Mile Island wäre 1979 fast in die Luft geflogen.
Eine der vermuteten Ursachen: Wasser war in ein Luftsystem gelangt. Wie das da hinein gekommen ist? Nun, ein menschlicher Fehler (so wird vermutet). Zuleitung für das Luftsystem und Zuleitung für Wasser hatten die gleichen Anschlüsse und jemand hat die verwechselt. Das muss man sich mal langsam auf der Zunge zergehen lassen. Da wird ein ungemein kompliziertes Gebilde erbaut und ein Grund für eine (fast) Kernschmelze sind zwei gleiche Anschlüsse.
Dies alleine hätte aber noch keine fatalen Auswirkungen gehabt. 2 Tage vorher wurde jedoch ein Test gemacht und nach dem Test hat man vergessen, zwei Sperrventile wieder zu öffnen.
Auch das hätte noch nicht schlimm sein müssen. Dummerweise wurden anschließend einige Anzeigen falsch interpretiert.
usw. usw.
Beispiel 2: Tschernobyl
7 Jahre später waren die Russen an der Reihe. Ein Sicherheitstest ging so gründlich in die Hose, dass anschließend der Reaktorkern offen lag - die Folgen sind bekannt
Auch hier waren es eine vielzahl kleinerer Fehler die dann im Desaster endeten.
Warum ist das so?
Nun, ein Grund nennt sich Komplexität. Der leider viel zu früh verstorbene Wau Holland hat dazu kurz vor seinem Tod ein sehr gutes Video zu aufgenommen:
http://chaosradio.ccc.de/ctv026.html
Für Projektleiter und Manager ergibt sich daraus eine sehr einfache Lehre: Du kannst nicht an alles denken!
Egal, wie gründlich man plant. Egal, was man alles vorausahnt: Es wird immer eine Überraschung kommen.
Ok, heißt das also, man kann sich eigentlich die Vorbereitung schenken. Natürlich nicht. Aber man darf nicht glauben, auf alles vorbereitet zu sein. Mehr noch: weil man keine Katasprophen ausschließen kann, muss man auf diese vorbereitet sein.
Bei Atomreaktoren wird dies z.B. berücksichtigt. Es gibt es die Vorgabe, dass die Betreiber - weil sie es nicht 100% verhindern können - Maßnahmen planen müssen, um dem größten anzunehmenden Unfall bewältigen zu können (und zwar, ohne das ihnen das Kraftwerk um die Ohren fliegt). Auch wenn umgangssprachlich dieser GAU inzwischen eine andere Bedeutung hat, ursprünglich war also ein GAU ein Unfall, der keine schlimmen Folgen hat.
Im Projektmanagement heißt das Zauberwort Risikomanagement. Ich kann nicht alle Probleme verhindern. Aber ich kann mich vorbereiten. Gute Projektleiter planen so, dass sie Risiken vermeiden. Sehr gute Projektleiter liefern noch Ergebnisse, wenn das Risiko eintritt.
Das Buch zum Film:
Bärentango: Mit Risikomanagement Projekte zum Erfolg führen
Permalink
17.08.10
Posted in Projektmanagement
at 08:45:13
Wenn man ein sehr dickes Dokument herumschickt
… und wenn es erst lange keine Reaktion gibt
… und wenn dann als Reaktion aus allen Ecken überschwengliches Lob kommt.
… und wenn die einzigen Anmerkungen sich auf die ersten beiden Kapitel beziehen.
Dann kann man sich sein, niemand hat das Dokument gelesen.
Das geht dann ja so: Person A fragt Person B, wie er das Dokument findet. Person B hat es nicht gelesen und sagt daher (hat ja einen 50/50 Chance) “Ich denke, es ist echt super” (Kritik ist schwierig, was soll man kritisieren wenn man den Inhalt nicht kennt) “Siehst Du das auch so?”. Person A hat es auch nicht gelesen und kann daher nur antworten “Ja, wirklich gut”.
(Natürlich bezieht sich das nur auf Dokumente anderer Personen. Die Sachen die ich schreibe sind selbstverständlich genial und werden völlig zu Recht gelobt
)
Permalink
15.06.10
Posted in Projektmanagement
at 13:09:57
Heidi Kabel ist gestern Nacht in einem Altersheim gestorben.
Ich habe sie mal vor einigen Jahren in irgendeiner Talkshow gesehen. Dort erzählte sie, dass sie unter Migräneanfällen leide. Damit ist sie in guter Gesellschaft. Harald Schmidt und ich haben schließlich das gleiche Problem.
Für sie war das aber kein Grund, eine Vorstellung ausfallen zu lassen. Sie hat dafür gesorgt, dass an beiden Seiten der Bühne Eimer standen. Darin hat sie sich dann zwischendurch übergeben - und weiter ging es.
Wenn das kein Beispiel für Disziplin ist, weiß ich es auch nicht.
Permalink
04.05.10
Posted in Projektmanagement
at 10:37:14
Viele von uns kennen ja diese mal mehr mal weniger guten Teambildungs-Spiele.
Viel Spaß hatten wir mal vor vielen Jahren mit der Aufgabe aus 20 Blatt DIN A4 Papier eine möglichst lange Brücke zu bauen, die ein Ei halten kann. Das habe ich daher in guter Erinnerung, weil wir vorher eine Weinprobleme hatten - dadurch wurde es nicht einfacher. Und, ach ja, mein Team hatte gewonnen.
Hier ist auch eine sehr schöne Aufgabe:
Welches Team baut in 18 Minuten aus 20 Spaghetti und einem Stück Klebeband das höchste freistehende Konstrukt welches ein komplettes Marshmallow trägt.
Details gibt es hier: http://marshmallowchallenge.com
Das werde ich doch mal bei einem Kickoff Meeting ausprobieren.
http://marshmallowchallenge.com/Welcome.html
Permalink
28.04.10
Posted in Projektmanagement
at 09:22:11
Und weiter geht es in unserer kleinen Gründerberatung für Selbständige:
In Zuge meiner Krankengeschichte wurde ich gefragt, wie dass denn eigentlich mit Krankenhaustagegeld aussieht. Meine Meinung: Krankhaustagegeld deckt nur ein sehr kleine Risiken ab, nämlich, dass man längere Zeit im Krankenhaus liegt.
Auf vielen Portalen wird statt dessen gerne ein Krankentagegeld empfohlen. Das soll doch für Selbstständige die richtige Versicherung sein.
Schauen wir uns doch mal die Angebote für ein Krankentagegeld an. Ergebnis: der Monatsbeitrag ist so hoch, wie das gewünschte Tagegeld. Möchte ich also ein Krankentagegeld von 50 EUR / Tag haben, kostet mich das knapp 50 EUR im Monat. Wenn man nun eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat (und die sollte man als Selbstständiger haben), kann man Verträge abschließen, die bereits für eine Berufsunfähigkeit ab 6 Monate zahlen. Also reden wir hier von max 6 Monaten. 180 Tage * 50 EUR / Tag = 9000 EUR.
Es muss nun jeder selber entscheiden, ob er 9000 EUR mit 50 EUR/Monat absichern möchte. Ich habe mich dagegen entscheiden und sehe lieber zu, eben diese 9000 EUR auf meinem Konto zu haben…
Permalink
26.04.10
Posted in Projektmanagement
at 10:43:51
Ich habe in dem Eintrag bzgl. meiner Kniespiegelung ja darauf hingewiesen, dass man als Selbstständiger zusehen sollte, 6-12 Monate ohne Projekt über die Runden zu kommen.
Daraufhin wurde ich gefragt, wie lange es denn überhaupt so dauert, bis man nach Abluss eines Projektes ein neues Projekt gefunden hat. Meine Antwort: Das hängt von der Jahreszeit ab. Klingt seltsam? Ist aber so.
Hier die schockierende Wahrheit die einem ja sonst keiner erzählt: IT-Projekte sind Saisongeschäft.
Bevor ich das näher erkläre, eine erste Einschränkung: Wir reden hier von den lohnenden Projekte bei großen Kunden mit einer Laufzeit von >6 Monaten. Für kleine Projekte gilt das eher weniger.
Bei größeren Projekten gibt es grob 2 Starttermine: März und September. Dafür gibt es einige einfach Gründe. Projektbudgets werden in vielen Firmen am Jahresende für das Folgejahr geplant. Außerdem wollen die Vertriebler im Dezember vielen Abschlüsse machen, um ihre Prämien zu bekommen. Die ganze verkaufte neue Software muss dann natürlich eingeführt werden. Im Januar muss man aber noch die Sachen nachholen, die im Dezember liegen geblieben sind. Also nehmen neue Projekte im Februar erst langsam Fahrt auf. Bis alle Budgets geklärt sind und das Projekt sein Team gefunden hat, ist fast schon Ostern. Dies erklärt den März.
Zwischen Ostern und den Sommerferien wiederum laufen dann die Projekte. Neue Projekte werden jedoch nicht aufgesetzt. Die Zeit ist nämlich sehr unproduktiv und vor allem schlecht für Meetings. In dieser Zeit liegen z.B. viele Feiertage (je nach Bundesland mal mehr, mal weniger). Dann stehen auch schon die Sommerferien vor der Tür. Und in der Ferienzeit ist man ja froh, wenn die bestehenden Aktivitäten reibungslos klappen. Außerdem ist das Wetter ja so gut. In München dauert die Mittagspause dann schon mal 2-3 Stunden…
Daher starten die wenigsten “schönen” Projekte zwischen Ostern und dem Ende der Sommerferien. Dies erklärt den September als zweiten Starttermin.
Wer also im Dezember oder im Mai ohne Projekt ist, sollte einfach 2 Monate Urlaub machen und erst dann auf Projektsuche gehen. Zumindest meine persönliche Statistik der letzten 5 Jahre zeigt, dass 100% meiner Projekt um diese beiden Termine anfingen.
Permalink
24.03.10
Posted in Projektmanagement
at 11:03:00
Erstellen des CR: 30 Minuten
CR mit Dienstleister in Telefonkonferenz besprechen: 15 Minuten
Warten auf Abschätzung: 10 Tage
Antwort des Dienstleisters: Nicht im geforderten Zeitrahmen zu leisten
Diskussion mit Diensteister über die Situation: 30 Minuten
Den CR selber in 20 Zeilen Script umgesetzt: 15 Minuten
Notwendige Menge Talisker um das zu verdauen: unbezahlbar
(Und wer mich jetzt fragt, warum ich das nicht gleich von Anfang an runtergehackt habe, landet auf der Spam-Liste
)
Permalink
01.03.10
Posted in Projektmanagement
at 15:31:49
Schaut man sich den realen Projektalltag an, findet man erstaunlich viele mittelmäßige Projektleiter. Sehr viele Gründe für fehlgeschlagene Projekte wie z.B. “mangelnde Kommunikation” lassen sich direkt auf den Projektleiter zurückführen.
Malcolm Gladwell hat in dem Buch Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht
einen möglichen Grund aufgezeigt.
In einem der ersten Kapitel wird die Theorie aufgestellt, dass man um in einem Bereich wirklich gut zu sein, ca. 10.000 Übungsstunden benötigt. Er führt hierfür einige Beispiele auf. So waren die Beatles zum Start ihrer Karriere keine gute Live-Band. Aber durch die Zeit Hamburg mit Auftritten von 1-10 Stunden, 7 Tage die Wochen wurden sie gut. Anderes Beispiel: Bill Gates hatte bereits sehr früh Zugang zu einem Computer und konnte so, anders als seine Altersgenossen, 10.000 Stunden am Computer ansammeln. Natürlich kann nicht jeder in jedem Bereich wirklich gut werden. Die Behauptung ist aber, dass man auf der anderen Seite ohne diese 10.000 Stunden keine Chance hat.
Folgt man dieser Idee, so ist auch ein Projektleiter nach 10.000 Stunden erst gut. Das sind bei 200 Arbeitstagen pro Jahr rund 6 Jahre - wenn man in einer Web-Agentur arbeitet natürlich nur 4 Jahre wegen der Überstunden.
In vielen Firmen dienen Projekte aber als Sprungbrett zu einer Karriere. Kaum ein IT-Projektleiter arbeitet wirklich 6 Jahre in diesem Job. Man macht einige Jahre Projekte und wird dann befördert - oder sucht sich eine andere Stelle.Außerdem wird man ja nicht zielgerichtet zum Projektleiter aufgebaut. Ich kenne genug Beispiele, wo der aufmüpfigste Softwareentwickler plötzlich Projektleiter wurde - einfach, weil der seine Klappe nicht halten konnte. Das ist sicherlich eine wichtiger Voraussetzung, aber es soll noch mehr geben …
Auch als reiner Berater bleibt man leider oft nicht lange genug dabei, um die 10.000 Stunden voll zu bekommen. Ganz im Gegenteil: Wer nach 10 Jahren “immer noch” Berater ist, hat ja seine Karriere versaut (was natürlich großer Blödsinn ist).
Das ist natürllich eine klasse Werbung, warum man auf uns externe Projektleiter zurückgreifen soll. Die meisten von uns lieben nicht nur ihren Job, sondern haben die 10.000 Stunden locker hinter sich
Permalink
17.02.10
Posted in Projektmanagement
at 14:39:02
Mit Projekten ist das ja wie im richtigen Leben. Wenn es einmal schief läuft, dann so richtig und ist ein Projekt erst einmal auf die schiefe Bahn geraten, taummelt es immer weiter gerade in Richtung Misserfolg.
Manche Projektleiter stehen dann völlig verwirrt vor den Resten ihres Projektes und verstehen gar nicht, was denn da schief gelaufen ist. Die 5 Projekte vorher liefen rund und zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligter - und auf einmal bricht alles zusammen. Gerne gehörter Satz “Dabei habe ich es doch genau so gemacht, wie immer. Wieso hat es denn dies mal nicht geklappt?”.
Einfache Antwort: Genau deshalb. Projekte sind nun mal nicht alle gleich. Wenn es so wäre, würden wir Projektleiter nicht so unanständig viel Geld verdienen - äh, ich wollte schreiben: nicht so viel arbeiten müssen.
Dabei kann interessanterweise Erfolg eine echte Gefahr darstellen. Wenn man nämlich einige Male Projekte mit genau den gleichen Mitteln zum Erfolg geführt hat, verzichtet man im Vorfeld eines neuen Projektes auf die notwendige Sorgfalt. Warum auch, schließlich hat man ja jetzt endlich das perfekte Vorgehen gefunden. Falsch! Falsch! Falsch!
Natürlich ist Erfahrung unschätzbar wichtig. Und selbstverständlich wird man mit steigender Erfahrung ein besserer Projektleiter und erkennt potentielle Fallstricke viel schneller. Trotzdem sollte man die erste Projektregel nie vergessen: Projekte sind Projekte und keine Linienarbeit. Projekte sind einmalig und jedes Projekt ist anders.
Langer Schreibe kurzer Sinn. Egal, wie gut man ist. Egal, wie viele Projekte man schon hinter sich hat. Man darf niemals bequem, müde und faul werden. Jedes neue Projekt ist eine neue Herausforderung auf die man sich immer wieder neu vorbereiten muss. Oder anders ausgedrückt: Nur weil Usain Bolt einmal den 100 Meter Weltrekord geholt hat, wird er jetzt automatisch alle folgenden Rennen gewinnen (na ok, er vielleicht). Er muss sich jedes Mal wieder komplett neu vorbereiten und bekommt keinen Vorsprung, weil er vorher mal gewonnen hatte.
Permalink
11.02.10
Posted in Projektmanagement, Allgemein
at 17:26:47
Wenn ich mich im Büro mit Praktikanten unterhalt merke ich, wie lange mein Studium schon zurück liegt. Die studieren Fächer, von denen habe ich noch nie gehört.
Wenn man wie ich 1989 als Nerd (= Trottel der Mathe&Physik als Leistungskurs hatte) nach einem Studienplatz gesucht hat, gab es eigentlich nur folgende Möglichkeiten:
Elektrotechnik (der Ingenieur als Krone der Menschheit), Maschinenbau, Physik, Mathematik, Statistik oder Informatik.
Wobei Informatik schon irgendwie ein Sonderfall war. Denn die Mathematiker konnten es irgendwie nicht ertragen, dass es plötzlich eine eigene Fachrichtung gab und taten das eher als kurzfristige Mode ab. Warum sollte man denn nicht gleich Mathematik (also die einzige echte Wissenschaft) studieren. Mein Studienführer als dem Jahr 1988 wies darauf hin, dass man als Informatiker sehr wissenschaftlich arbeiten würde und ohne Promotion bräuchte man sich erst gar nicht auf Jobsuche begeben. Wieauchimmer. Alles in allem gab es also weniger als 10 Möglichkeiten, an der Uni seinen Weg zu machen.
Und heute? Heute findet man im Studienverzeichnis 50 Studiengänge in denen das Wort “Medien” vorkommt. Das Studium ist unglaublich spezialisiert.
Ich gebe zu, dass ich das nicht verstehen kann. Wo ist der Sinn einer so frühen Spezialisierung? 80% aller Medienberufe gab es vor 10 Jahren noch nicht. Und welche Berufsbiler es in 5 Jahren geben wird, kann niemand sagen. Vermutlich 40% der Dinge, die ich im Studium gelernt habe, waren am Ende meines Studiums veraltet. Ist das ein Problem gewesen? Natürlich nicht. Denn man lernt im Studium ja nicht nur Inhalte, sondern - viel wichtiger - Methoden und Lernstrategien. Ich kenne die Studiengänge ja nicht im Detail, aber besteht nicht die Gefahr, dass ein Studium je schneller veraltet, je spezieller die Inhalte sind?
Ein zweiter Punkt. Als ich mein Studium gestartet habe, hätte ich mir nicht im Traum vorstellen können, in welche Richtungen es mich mal verschlagen würde. Ich wollte grandiose Software erschaffen. Kundenkontakt? Vorträge? Leitung von Workshops? Große Beratungsprojekte? Personalverantwortung? Ich?!? Nie im Leben! Später stellte sich dann heraus, dass ich zwar kein schlechter Softwareentwickler war, aber bei weitem nicht so brilliant, wie ich es denn gerne gewesen wäre. Statt dessen fing ich an es zu lieben, Teams und Projekt zu führen. Wenn mir das jemand im ersten Semester vorhergesagt hätte? Ich hätte gelacht und weiter getrunken. Wäre also ein Studium für mich gut gewesen, dessen Inhalte extrem stark auf den zukünftigen Job zugeschnitten sind? Hell no!
Egal, ich muss zum Glück heute nicht mehr studieren. Ich beneide die aktuellen Studenten aber auf jeden Fall nicht.
Permalink
04.02.10
Posted in Projektmanagement, Allgemein
at 10:12:25
Auf SpiegelOnline gibt es einen Artikel über die aktuelle Studentengeneration. Eine exemplarische Anna-Lena (grandioser Name) steht für Studenten, die ein Turbo-Studium durchziehen, aber im wirklichen Leben vermutlich in der Fußgängerzone verhungern würden (es sei denn, sie sehen jemanden aus ihrem Netzwerk der ihnen hilft)
An solchen Artikeln merke ich dann, dass mein Studium schon etwas zurück liegt. Wir hatten wohl etwas mehr Zeit. Immer, wenn es darum geht, das Schule und Studium noch kürzer werden sollen, erinner ich mich an einen Leiter eines Kurses im Technischen Zeichnen (bevor es mich zur Informatik verschlagen hat, war ich für 2 Semester in Elektrotechnik eingeschrieben). Als jemand neben mir in der Übung jammerte, er würde ja so auf keinen Fall nach 8 Semestern fertig werden war die Antwort: “Warum wollen Sie so früh fertig werden? Als Ingenieur sollen Sie eine Führungsausfage übernehmen und wenn Sie mit nur 24 Jahren ein Team von gestandenen Technikern führen wollen, lachen die Sie doch nur aus”
Ok, aber scheinbar wollen Personaler heute Stellen mit solche Anna-Lenas besetzen. Warum auch immer. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, hatte ich recht lange eigene Teams geleitet, teilweise mit Personalverantwortung und habe entsprechend viele Leute selber eingestellt. Einer der besten und engagiertesten Softwareentwickler an die ich mich erinnern kann war jemand, der vorher seinen Job als Straßenbauer aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Er hatte definitiv keinen idealen Lebenslauf vorzuweisen, passte aber perfekt in die Position.
Andere Geschichte: Abends sitzt eine Runde hochrangiger Manager eines Weltkonzerns zusammen. Alle sind in ihren jeweiligen Positionen sehr erfolgreich und gut. Nach einigen Gläsern Wein stellt sich heraus, dass niemand am Tisch sein Studium mit einem Abschluss beendet hat. Tja, solche Zeiten sind dann wohl vorbei…
Permalink
22.01.10
Posted in Projektmanagement
at 10:07:00
“Wirklich lieber guerilla PM, ich bin untröstlich. Ich kann voll uns ganz verstehen, dass Sie mit dem Verlauf des Projektes unzufrieden sind. Aber ich kann mir auch gar nicht erklären, wie das alles passieren konnte.”
Na ja, ich hätte da so einige Ideen, warum der Dienstleister das Projekt in den Sand gesetzt hat. Er hat so ziemlich jede goldene Projektregel verletzt:
Sag mir, wie ein Projekt anfängt und ich sage Dir, wie es aufhört
Wenn der Projektstart schon schwierig ist, wird das Projekt scheitern. Das falsche Team, ein schlechtes Briefing, ein schlechtes Grobkonzept - was auch immer. Fehler, die am Anfang gemacht werden, können nicht wieder gut gemacht werden. Leider ist es in der Projektwirklichkeit so, dass viele Projekte erst mal gestartet werden (um “Aktion zu zeigen”). Ein gut vorbereiteter Start ist eher selten.
Das falsche Team zur falschen Zeit bringt Kosten und Verdrießlichkeit
Es geht nicht darum, die besten Köpfe für ein Projekt zu finden. Es geht darum, die richtigen Köpfe zu finden. Wer passt für die Aufgabe? Einfach mal ein Team zu nehmen, weil es in der Vergangenheit bei einer anderen Aufgabe erfolgreich war ist Unfug.
Man tauscht die Pferde nicht auf der Zielgeraden
Kurz vor Ende eines Projekte das halbe Team auszutauchen ist schlecht, sehr schlecht. Eigentlich sollte man das Team gar nicht mehr ändern, auch nicht erweitern (”adding manpower to a late project makes it even more late”).
Arbeite nach einer Methode, egal welche - aber die Methode ist nicht das Projekt
Ok, das klingt jetzt seltsam. Was ich damit meine: Es gibt viele verschiedene Projektmanagement Methoden. Und egal, welche man anwendet. Es ist immer besser irgendeine Methode zu nehmen, als gar keine zu haben. Die Gefahr ist jedoch: Je komplexer eine Methodik wird, desto eher verwechselt man das Projektergebnis mit der Methode. Oder anders ausgedrückt: Nur, weil ich den Projektstatus sauber nach PMI tracke und alle notwendigen Reports und Dokumente sorgfältig ausgefüllt habe, ist das Projekt noch lange nicht erfolgreich. Vielleicht protokolliert man nur das Scheitern - dies aber sehr genau
Definiere eine klare Struktur - vor allem in der Kommunikation
Informationen müssen schnell verteilt werden. Und jeder muss wissen, wer Ansprechpartner für welches Thema ist.
Lügner haben kurze Beine - und erfolglose Projekte
Wenn es Probleme gibt, wenn irgendetwas nicht richtig läuft, gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann hoffen, dass es keiner merkt und das Problem “intern” gelöst wird. Oder, man kommuniziert ehrlich. Die Erfahrung zeigt, dass man lieber gleich mit der Wahrheit raus rücken sollte. Je länger man etwas unter den Teppich zu halten versucht, desto größer werden die Probleme
Permalink
18.01.10
Posted in Projektmanagement
at 14:33:09
Normalerweise sind meine Projekte natürlich immer extrem gut in der Zeit, weit unter dem Budget, das Team ist hochzufrieden und der Auftraggeber wirft Rosenblätter auf meinen Weg. Aber manchmal kommt es auch anders …
Es war Sommer. Ich hatte ein Projekt beendet und die Angebote für neue Projekte waren ein wenig mau. Da bekam ich die Anfrage über einen Vermittler, ob ich nicht bei in arbeiten wolle. Start sei in wenigen Tagen. Die Bezahlung war auch in Ordnung.
Ok, ich hätte ein wenig misstrauischer sein sollen. Der Vermittler hat keinerlei Bewerbungsgespräch mit mir geführt. Auch der potentielle Kunde hat mich vor meinem ersten Arbeitstag nicht gesehen oder gesprochen. Das sind schon schlechte Zeichen.
Der erste Tag. Ich komme in die Firma und lerne meinen Auftraggeber zum ersten Mal kennen. Mein Ansprechpartner leitete eine Abteilung mit >100 Mitarbeitern und war eigentlich sehr nett.
O-Ton der Begrüßung: “Also ich halte ja nichts von Beratern. Aber ich dachte, ich probiere das mal aus”.
(Okaaaay, das geht ja schon mal gut los)
Ich: “Dann liegt es jetzt also am mir, Sie davon zu überzeugen, dass Sie durch Berater wirklich Ihren Erfolg steigern können. Wie kann ich Ihnen denn helfen?”
Auftraggeber: “Wir sind in unserer Branche führend. Also wollen wir auch das beste IT System haben. Sie sollen uns das planen”
Ich: “Was ist denn ihre Definition so eines Systems. Soll es möglichst schnell sein? Sollen die Kunden möglichst zufrieden sein? Was sind Íhre Kriterien?”
Auftraggeber: “Was soll denn diese Frage? Die Kriterien erwarte ich von Ihnen!”
Ich: “Sehr gerne. Was sind die Rahmenbedingungen?”
Auftraggeber: “Äh, was für Bedingungen? Die sollen Sie doch definieren”
Ich: “Ok, geben Sie mir 15 Mio EUR, 30 Entwickler und 12 Monate Zeit. Dann bekommen Sie ihr System”
Auftraggeber: “So ein Blödsinn. So viel Geld gibt es nicht. Und so viel Zeit haben wir nicht”
Ich: “Gut, dann kommen wir doch den Rahmenbedingungen schon näher. Jetzt kümmern wir uns noch um die Zieldefinition”.
So in der Art ging es dann weiter. Es ist nun nicht ungewöhnlich, dass ein Kunde nicht weiß, was er will. Aber in diesem Fall wollte der Kunde auch bei dem Projekt nicht mitziehen. Kein Ansatz fand Zustimmung, keine Projektdefinition wurde angenommen. Eigentlich ein 08/15 Projekt. Ist-Analyse, Zieldefinition, Migrationsstrategie. Aber hier klappte so mal gar nichts.
Nach 2 Wochen habe ich das “Projekt” von mir aus beendet. Die Reaktion des Kunden war, dass er meinte, er macht es dann halt selber und wird mir anschließend das Ergebnis zeigen damit ich endlich verstehe, was er denn überhaupt gewollt hat. Unnötig zu erwähnen, dass ich nie wieder etwas von diesem Kunden gehört habe …
Permalink
14.01.10
Posted in Projektmanagement
at 11:32:54
Wenn es darum geht, Behauptungen zu beweisen, kann man zwischen dem wissenschaftlichen Ansatz und dem esoterischen Ansatz (ich nenne ihn einfach mal so, gemeint sind damit die Argumentationen z.B. von Ufo-Anhängern) unterscheiden.
Der wissenschaftliche Ansatz geht so:
Man macht eine Beobachtung und versucht diese zu erklären. Oder man stellt eine Theorie auf Grund von Annahmen und Berechnungen auf.
Im nächsten Schritt versucht man nun 2 Dinge. Zum einen bemüht man sich, die Behauptung zu widerlegen. Des weiteren macht man auf Grund der Theorie Vorhersagen und prüft, ob diese eintreten.
Beispiel: Ein Apfel fällt nach unten. Dies ist die Beobachtung. Ich stelle nun die Thorie auf, dass dies an etwas liegt welches ich Schwerkraft nenne. Ich mache die Schlussfolgerung, dass alle Gegenstände nach unten fallen. Jetzt behaupte ich, dass auch eine Birne fallen würde. Wenn das auch passiert, habe ich ein Modell gefunden welches funktioniert. Was Esoteriker nun nicht verstehen: Ich habe nicht bewiesen, dass alle Dinge nach unten fallen. Wenn ich 999 Dinge finde, die fallen, kann es sein, dass es trotzdem ein Ding gibt, welches nicht nach unten fällt. Als Experiment Nr. 1000 nehme ich einen Wasserstoffbalon. Und siehe da, das Ding fällt nicht nach unten, es steigt nach oben. War damit mein ursprüngliches Modell falsch? Nein, es war nur unvollständig.
Was machen nun Esoteriker?
Nun, ein Esoteriker macht auch eine Beobachtung. Aus dieser Beobachtung zieht er nun Schlüsse und stellt eine Theorie auf. Soweit unterscheidet er sich also nicht von den Wissenschaftlern. Aber er versucht nun nicht, seine Theorie zu untermauern. Ihm reicht diese eine Beobachtung aus. Andere Informationen werden nicht mehr hinzugezogen (oder irgnoriert). Beispiel: Eine Erkältung dauert immer unterschiedlich lange. Man kann eine Infektion mit keinem Medikament der Welt verkürzen. Nun dauerte eine Erkältung vielleicht in einem Fall 10 Tage. 3 Monate später hat der Esoteriker wieder eine Erkältung und nimmt den Imunbooster WooperDooper. Die Erkältung dauert dieses Mal nur 5 Tage.
Erklärung 1: Es liegt an WooperDooper
Erklärung 2: Die Infektion war diesmal einfach nach 5 Tagen vorbei. Sie wäre auch ohne WooperDooper nach 5 Tagen vorbei gewesen sein.
Der Esoteriker glaubt es liegt an WooperDooper und nimmt ab jetzt bei jeder Erkältung WooperDooper. Wenn die nächste Erkältung wieder 10 Tage dauert? Glück gehabt. Mit WooperDooper hätte es bestimmt 10 Tage gedauert.
Langer Rede kurzer Sinn: Wissenschaftler stellen ihre Theorie / ihr Modell ständig in Frage und passen ihr Modell an die Realität an. Esoteriker glauben an ihr Modell und erklären sich die Realität zur Not zu um, bis ihr Modell passt.
Sind wir Projektmanager nun Wissenschaftler oder Esoteriker?
Tja, machen wir uns nichts vor. Wir sind eher Esoteriker. Wir wollen an eine neue Projektmanagement Methode glauben und sind sicher, dass das Projekt dadurch schneller, erfolgreicher use. ist. Können wir das Beweisen? Nein, dafür müssten wir das exakt gleiche Projekt nochmal mit einer anderen Methode durchführen. Und leider geht das nur im Buch (Der Termin. Ein Roman über Projektmanagement).
Aber haben die ganzen Methoden ihre Wirksamkeit wirklich unter Beweis gestellt? Ich glaube mittlerweile eher: Nein.
Heißt das, wir brauchen keine Methoden mehr? Das würde ich nicht sagen. Aber ich glaube, dass die qualitativen Unterschiede zwischen einzelnen Methoden, das deren Vor- und Nachteile einfach viel zu wenig klar sind.
Permalink
15.12.09
Posted in Projektmanagement
at 10:37:30
Manchmal ist es sehr spannend, mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Empfehlenswert sind z.B. gleichzeitig The Secret, Bleep und Prometheus Rising zu lesen.
Die ersten beiden Bücher sind ziemlich esoterisch und seit erstaunlich langer Zeit weit oben in den Verkaufscharts (vor allem “The Secret”). Es gebt dabei - sehr knapp zusammengefasst - um die Idee, dass all’ unsere Wünsche Wirklichkeit werden können. Wenn ich es schaffe, von einer Sache überzeugt zu sein, wird sie auch eintreten. Das Buch gibt dabei sowohl kleine Beispiele (”ich werde gleich hier vor meiner Haustür auf den leeren Parkplatz fahren”), zeigt aber auch größere Ziele (”ich habe das Modell des Hauses gebaut in dem ich 15 Jahre später wirklich lebe”). Der wichtige Trick dabei sein, nicht negativ zu denken. Man darf sich also nicht sagen “ich werde keine Erkältung bekommen”. Denn das Universum wird nur “Erkältung” hören und - bumms - schon liegt man flach. Statt dessen muss man sich sagen “ich freue mich, dass ich den ganzen Winter über gesund sein werde”.
Langer Rede kurzer Sinn: Sobald ich einen Wunsch äußer, wird das Universum alles tun, um diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.
Das wird dann in späteren Büchern und Filmen irgendwann mal mehr oder minder Quantenphysikalisch “erklärt” und am Ende eines dieser Filme wird eine Menschenkette rund um Jerusalem (? oder einer anderen Stadt) durch die ständige Wiederholung von “I Am That I Am” die Verbrechensrate senken.
Kommen wir nun zum dem zweiten Buch. Auf deutsch heißt es Der neue Prometheus. Es ist leider vergriffen und kostet gebraucht ab 300 EUR (Stand Dezember 2009). Keine Ahnung, warum es so teuer ist. Aber ich könnte wohl meine Urlaubskasse aufbessern - ich habe die Ausgabe nämlich zuhause. Die englische Taschenbuchausgabe ist aber noch erhältlich.
Bei dem Buch von R.A. Wilson geht es (unter anderem und wieder nur sehr knapp wiedergegeben) darum, dass in unserem Gehirn zwei Teile arbeiten, der “Denker” und der “Beweiser”. Die Idee ist nun, dass der “Denker” eine Theorie aufstellt und der “Beweiser” nun alles dafür tut, um diese Theorie auch zu beweisen. Wenn der “Denker” also vermutet, dass er nie einen Parkplatz bekommt, wird der “Beweiser” alle Beweise dafür sammeln. Er wird sich also merken, dass man im letzten Monat 10 mal keinen Parkplatz gefunden hat. Die 30 erfolgreichen Suchen? Nun, die “vergisst” der Beweiser. Ich halte mich für einen Langweiler der keine Freunde findet? Dann wird es auch so sein.
Beide Bücher gehen also von der gleichen Erkenntnis aus: Unsere Wahrnehmung beeinflusst unsere persönliche Realität. Die Esoterikbücher erklären es nun damit, dass eine wie auch immer geartete Macht im Universum dafür verantwortlich ist. Robert Anton Wilson (dessen Bücher man übrigens alle gelesen haben sollte) erklärt es einfach damit, dass unsere Einbildung (der Denker) sowohl unsere Wahrnehmung wie auch unser Verhalten steuern und durch entsprechendes Feedback schließlich die Realität beeinflussen. Ich persönlich würde eher auf Wilson wetten …
Was auch immer die Ursache sein mag (Gehirn oder Universum), die Macht des positiven Denkens ist erstaunlich groß. Und schon sind wir beim Projektgeschäft.
Wie oft kommt es vor, dass wir in unserem Alltag auch nur Beweise für unsere negativen Meinungen suchen. “Der Entwickler XYZ ist eine Niete”, “Das Projekt wird eh’ nix”, “In dieser Umgebung kann ich nicht arbeiten”, “Ich arbeite viel zu viel”
Und so weiter, und so weiter…
Es ist unglaublich schwer, wirklich objektiv zu sein. Dass, was wir für Objektivität halten, ist zu 20% Realität und zu 80% von unserem “Beweiser” in unserem Kopf gesteuert. Das ist bei Konflikten ein Problem. Nicht nur, dass alle Parteien glauben, sie seinen im Recht. Die sind auch noch völlig davon überzeugt, die seien objektiv im Recht.
Was kann man für seinen Alltag daraus ziehen?
1. Spiralen erkennen
Wenn ich unzufrieden bin, wenn ich denke, ich arbeite zu viel. Wird das meine Unzufriedenheit steigern. Es wird sogar meine Arbeitslast steigern. Diese Abwärtsspirale ist schwer zu erkennen
2. Sich seiner Subjektivität bewusst sein
Egal, für wie schlau wir uns halten. Egal, wie objektiv wir scheinen. Wir sind es nicht!
3. Sich selber positiv manipulieren
Ok, das klingt vielleicht seltsam. Aber es ist möglich, seine eigene Grundeinstellung bzgl. einer Aufgabe zu verbessern
4. Seine Umgebung verstehen
Der Gegenüber ist nicht dämlich, verbohrt und unfähig, die Dinge vernünftig zu sehen. Sein “Beweiser” hat ihm nur andere Dinge bewiesen, wie mein “Beweiser”. Er ist von seiner Realität genau so überzeugt, wie ich von meiner Realität. Wer das berücksichtigt, wird in Diskussionen und Verhandlungen seinen Erfolg massiv steigern können.
Permalink
24.11.09
Posted in Projektmanagement
at 12:04:11
So, wie jeder Urlaub, ist auch meine kleiner New-York Reise leider vorbei und ich bin wieder da. Es war nett, aber anstrengend.
Neben den üblichen Touri-Fotos von New York habe ich auch einige “Alltagsfotos” gemacht - vor allem von Inneneinrichtungen. Nicht, weil ich plötzlich Innenarchitekt werden möchte, sondern als Argumentationshilfe für Web-Projekte.
Es ist mir (und vielen anderen wohl auch) schon oft passiert, dass ein Kunde als Vorbild für sein Multimillionen Web-Projekt irgend eine Seite aus den USA hatte und seine Seite musste natürlich genau aussehen. Meine Gegenfrage ist dann meistens, ob es denn bei dem Kunden zuhause auch so aussehe, wie in einem amerikanischen Wohnzimmer. Das verwirrt das ein wenig …
Web-Seiten werden - wir alle Angebote auch - auf eine Zielgrupe hin ausgerichtet. Und auch wenn wir in einer globalisierten Welt leben, die Geschmäcker sind verschieden. Ich kann mich noch gut an das Briefing für eine arabische Geschenkseite erinnern: “Wenn es ihnen unerträglich kitschig vorkommt, dann noch ein wenig mehr und wir finden es gut”. In den USA findet man gerne mal extrem “plüschige” Wohnungen (alleine die Tagesdecke in einem durchschnittlichen USA Hotel kann einen Europäer spontan erblinden lassen) oder - wenn es vornehm sein soll - man glaubt sich im England des 19. Jahrhunderts. Dazu kommt noch, dass in den USA alles ein wenig lauter, heller und schriller ist. In New York war jeder 3. Burger-Laden “the best on earth”, “the best in town” (was ja… aber egal), “the best you’ve ever had” usw. usw. Ein Laden wie “Abercrombie&Fitch” würde bei uns gar nicht möglich sein: eine solche Lautsärtke lassen unsere Arbeitsschutzbestimmungen bestimmt nicht zu.
Entsprechend sind Webseite die sich an eine Zielgruppe in den USA nennen für unsere Augen oft ein wenig überfrachtet. Trotzdem gibt es viele Kunden die nicht verstehen, dass man sein Web-Angebot bitte nicht an irgendwelchen USA-Seiten hin ausrichten sollte, sondern nach dem Kunden den man tatsächlich ansprechen möchte.
Mal schauen, ob die Fotos als Argumentationshilfe taugen…
Was macht man denn aber, wenn man wirklich die ganze Welt als Zielgruppe hat? Hmm, schauen wir mal bei Google und Co. Ergebnis: Minimalismus. Regel: Je internationaler die Zielgruppe, deste weniger regionale Besonderheiten und entsprechend minimale sollte die Seite sein.
Permalink