01.03.10
Posted in Projektmanagement
at 15:31:49
Schaut man sich den realen Projektalltag an, findet man erstaunlich viele mittelmäßige Projektleiter. Sehr viele Gründe für fehlgeschlagene Projekte wie z.B. “mangelnde Kommunikation” lassen sich direkt auf den Projektleiter zurückführen.
Malcolm Gladwell hat in dem Buch Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht
einen möglichen Grund aufgezeigt.
In einem der ersten Kapitel wird die Theorie aufgestellt, dass man um in einem Bereich wirklich gut zu sein, ca. 10.000 Übungsstunden benötigt. Er führt hierfür einige Beispiele auf. So waren die Beatles zum Start ihrer Karriere keine gute Live-Band. Aber durch die Zeit Hamburg mit Auftritten von 1-10 Stunden, 7 Tage die Wochen wurden sie gut. Anderes Beispiel: Bill Gates hatte bereits sehr früh Zugang zu einem Computer und konnte so, anders als seine Altersgenossen, 10.000 Stunden am Computer ansammeln. Natürlich kann nicht jeder in jedem Bereich wirklich gut werden. Die Behauptung ist aber, dass man auf der anderen Seite ohne diese 10.000 Stunden keine Chance hat.
Folgt man dieser Idee, so ist auch ein Projektleiter nach 10.000 Stunden erst gut. Das sind bei 200 Arbeitstagen pro Jahr rund 6 Jahre - wenn man in einer Web-Agentur arbeitet natürlich nur 4 Jahre wegen der Überstunden.
In vielen Firmen dienen Projekte aber als Sprungbrett zu einer Karriere. Kaum ein IT-Projektleiter arbeitet wirklich 6 Jahre in diesem Job. Man macht einige Jahre Projekte und wird dann befördert - oder sucht sich eine andere Stelle.Außerdem wird man ja nicht zielgerichtet zum Projektleiter aufgebaut. Ich kenne genug Beispiele, wo der aufmüpfigste Softwareentwickler plötzlich Projektleiter wurde - einfach, weil der seine Klappe nicht halten konnte. Das ist sicherlich eine wichtiger Voraussetzung, aber es soll noch mehr geben …
Auch als reiner Berater bleibt man leider oft nicht lange genug dabei, um die 10.000 Stunden voll zu bekommen. Ganz im Gegenteil: Wer nach 10 Jahren “immer noch” Berater ist, hat ja seine Karriere versaut (was natürlich großer Blödsinn ist).
Das ist natürllich eine klasse Werbung, warum man auf uns externe Projektleiter zurückgreifen soll. Die meisten von uns lieben nicht nur ihren Job, sondern haben die 10.000 Stunden locker hinter sich
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17.02.10
Posted in Projektmanagement
at 14:39:02
Mit Projekten ist das ja wie im richtigen Leben. Wenn es einmal schief läuft, dann so richtig und ist ein Projekt erst einmal auf die schiefe Bahn geraten, taummelt es immer weiter gerade in Richtung Misserfolg.
Manche Projektleiter stehen dann völlig verwirrt vor den Resten ihres Projektes und verstehen gar nicht, was denn da schief gelaufen ist. Die 5 Projekte vorher liefen rund und zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligter - und auf einmal bricht alles zusammen. Gerne gehörter Satz “Dabei habe ich es doch genau so gemacht, wie immer. Wieso hat es denn dies mal nicht geklappt?”.
Einfache Antwort: Genau deshalb. Projekte sind nun mal nicht alle gleich. Wenn es so wäre, würden wir Projektleiter nicht so unanständig viel Geld verdienen - äh, ich wollte schreiben: nicht so viel arbeiten müssen.
Dabei kann interessanterweise Erfolg eine echte Gefahr darstellen. Wenn man nämlich einige Male Projekte mit genau den gleichen Mitteln zum Erfolg geführt hat, verzichtet man im Vorfeld eines neuen Projektes auf die notwendige Sorgfalt. Warum auch, schließlich hat man ja jetzt endlich das perfekte Vorgehen gefunden. Falsch! Falsch! Falsch!
Natürlich ist Erfahrung unschätzbar wichtig. Und selbstverständlich wird man mit steigender Erfahrung ein besserer Projektleiter und erkennt potentielle Fallstricke viel schneller. Trotzdem sollte man die erste Projektregel nie vergessen: Projekte sind Projekte und keine Linienarbeit. Projekte sind einmalig und jedes Projekt ist anders.
Langer Schreibe kurzer Sinn. Egal, wie gut man ist. Egal, wie viele Projekte man schon hinter sich hat. Man darf niemals bequem, müde und faul werden. Jedes neue Projekt ist eine neue Herausforderung auf die man sich immer wieder neu vorbereiten muss. Oder anders ausgedrückt: Nur weil Usain Bolt einmal den 100 Meter Weltrekord geholt hat, wird er jetzt automatisch alle folgenden Rennen gewinnen (na ok, er vielleicht). Er muss sich jedes Mal wieder komplett neu vorbereiten und bekommt keinen Vorsprung, weil er vorher mal gewonnen hatte.
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11.02.10
Posted in Projektmanagement, Allgemein
at 17:26:47
Wenn ich mich im Büro mit Praktikanten unterhalt merke ich, wie lange mein Studium schon zurück liegt. Die studieren Fächer, von denen habe ich noch nie gehört.
Wenn man wie ich 1989 als Nerd (= Trottel der Mathe&Physik als Leistungskurs hatte) nach einem Studienplatz gesucht hat, gab es eigentlich nur folgende Möglichkeiten:
Elektrotechnik (der Ingenieur als Krone der Menschheit), Maschinenbau, Physik, Mathematik, Statistik oder Informatik.
Wobei Informatik schon irgendwie ein Sonderfall war. Denn die Mathematiker konnten es irgendwie nicht ertragen, dass es plötzlich eine eigene Fachrichtung gab und taten das eher als kurzfristige Mode ab. Warum sollte man denn nicht gleich Mathematik (also die einzige echte Wissenschaft) studieren. Mein Studienführer als dem Jahr 1988 wies darauf hin, dass man als Informatiker sehr wissenschaftlich arbeiten würde und ohne Promotion bräuchte man sich erst gar nicht auf Jobsuche begeben. Wieauchimmer. Alles in allem gab es also weniger als 10 Möglichkeiten, an der Uni seinen Weg zu machen.
Und heute? Heute findet man im Studienverzeichnis 50 Studiengänge in denen das Wort “Medien” vorkommt. Das Studium ist unglaublich spezialisiert.
Ich gebe zu, dass ich das nicht verstehen kann. Wo ist der Sinn einer so frühen Spezialisierung? 80% aller Medienberufe gab es vor 10 Jahren noch nicht. Und welche Berufsbiler es in 5 Jahren geben wird, kann niemand sagen. Vermutlich 40% der Dinge, die ich im Studium gelernt habe, waren am Ende meines Studiums veraltet. Ist das ein Problem gewesen? Natürlich nicht. Denn man lernt im Studium ja nicht nur Inhalte, sondern - viel wichtiger - Methoden und Lernstrategien. Ich kenne die Studiengänge ja nicht im Detail, aber besteht nicht die Gefahr, dass ein Studium je schneller veraltet, je spezieller die Inhalte sind?
Ein zweiter Punkt. Als ich mein Studium gestartet habe, hätte ich mir nicht im Traum vorstellen können, in welche Richtungen es mich mal verschlagen würde. Ich wollte grandiose Software erschaffen. Kundenkontakt? Vorträge? Leitung von Workshops? Große Beratungsprojekte? Personalverantwortung? Ich?!? Nie im Leben! Später stellte sich dann heraus, dass ich zwar kein schlechter Softwareentwickler war, aber bei weitem nicht so brilliant, wie ich es denn gerne gewesen wäre. Statt dessen fing ich an es zu lieben, Teams und Projekt zu führen. Wenn mir das jemand im ersten Semester vorhergesagt hätte? Ich hätte gelacht und weiter getrunken. Wäre also ein Studium für mich gut gewesen, dessen Inhalte extrem stark auf den zukünftigen Job zugeschnitten sind? Hell no!
Egal, ich muss zum Glück heute nicht mehr studieren. Ich beneide die aktuellen Studenten aber auf jeden Fall nicht.
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04.02.10
Posted in Projektmanagement, Allgemein
at 10:12:25
Auf SpiegelOnline gibt es einen Artikel über die aktuelle Studentengeneration. Eine exemplarische Anna-Lena (grandioser Name) steht für Studenten, die ein Turbo-Studium durchziehen, aber im wirklichen Leben vermutlich in der Fußgängerzone verhungern würden (es sei denn, sie sehen jemanden aus ihrem Netzwerk der ihnen hilft)
An solchen Artikeln merke ich dann, dass mein Studium schon etwas zurück liegt. Wir hatten wohl etwas mehr Zeit. Immer, wenn es darum geht, das Schule und Studium noch kürzer werden sollen, erinner ich mich an einen Leiter eines Kurses im Technischen Zeichnen (bevor es mich zur Informatik verschlagen hat, war ich für 2 Semester in Elektrotechnik eingeschrieben). Als jemand neben mir in der Übung jammerte, er würde ja so auf keinen Fall nach 8 Semestern fertig werden war die Antwort: “Warum wollen Sie so früh fertig werden? Als Ingenieur sollen Sie eine Führungsausfage übernehmen und wenn Sie mit nur 24 ein Team von gestandenen Technikern führen wollen, lachen die Sie doch nur aus”
Ok, aber scheinbar wollen Personaler heute Stelllen mit solche Anna-Lenas besetzen. Warum auch immer. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, hatte ich recht lange eigene Teams, teilweise mit Personalverantwortung und habe entsprechend viele Leute selber eingestellt. Einer der besten und engagiertesten Softwareentwickler an die ich mich erinnern kann war jemand, der vorher seinen Job als Straßenbauer aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Er hatte definitiv keinen idealen Lebenslauf vorzuweisen, passte aber perfekt in die Position.
Andere Geschichte: Abends sitzt eine Runde hochrangiger Manager eines Weltkonzerns zusammen. Alle sind in ihren jeweiligen Positionen sehr erfolgreich und gut. Nach einigen Gläsern Wein stellt sich heraus, dass niemand am Tisch sein Studium mit einem Abschluss beendet hat. Tja, solche Zeiten sind dann wohl vorbei…
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22.01.10
Posted in Projektmanagement
at 10:07:00
“Wirklich lieber guerilla PM, ich bin untröstlich. Ich kann voll uns ganz verstehen, dass Sie mit dem Verlauf des Projektes unzufrieden sind. Aber ich kann mir auch gar nicht erklären, wie das alles passieren konnte.”
Na ja, ich hätte da so einige Ideen, warum der Dienstleister das Projekt in den Sand gesetzt hat. Er hat so ziemlich jede goldene Projektregel verletzt:
Sag mir, wie ein Projekt anfängt und ich sage Dir, wie es aufhört
Wenn der Projektstart schon schwierig ist, wird das Projekt scheitern. Das falsche Team, ein schlechtes Briefing, ein schlechtes Grobkonzept - was auch immer. Fehler, die am Anfang gemacht werden, können nicht wieder gut gemacht werden. Leider ist es in der Projektwirklichkeit so, dass viele Projekte erst mal gestartet werden (um “Aktion zu zeigen”). Ein gut vorbereiteter Start ist eher selten.
Das falsche Team zur falschen Zeit bringt Kosten und Verdrießlichkeit
Es geht nicht darum, die besten Köpfe für ein Projekt zu finden. Es geht darum, die richtigen Köpfe zu finden. Wer passt für die Aufgabe? Einfach mal ein Team zu nehmen, weil es in der Vergangenheit bei einer anderen Aufgabe erfolgreich war ist Unfug.
Man tauscht die Pferde nicht auf der Zielgeraden
Kurz vor Ende eines Projekte das halbe Team auszutauchen ist schlecht, sehr schlecht. Eigentlich sollte man das Team gar nicht mehr ändern, auch nicht erweitern (”adding manpower to a late project makes it even more late”).
Arbeite nach einer Methode, egal welche - aber die Methode ist nicht das Projekt
Ok, das klingt jetzt seltsam. Was ich damit meine: Es gibt viele verschiedene Projektmanagement Methoden. Und egal, welche man anwendet. Es ist immer besser irgendeine Methode zu nehmen, als gar keine zu haben. Die Gefahr ist jedoch: Je komplexer eine Methodik wird, desto eher verwechselt man das Projektergebnis mit der Methode. Oder anders ausgedrückt: Nur, weil ich den Projektstatus sauber nach PMI tracke und alle notwendigen Reports und Dokumente sorgfältig ausgefüllt habe, ist das Projekt noch lange nicht erfolgreich. Vielleicht protokolliert man nur das Scheitern - dies aber sehr genau
Definiere eine klare Struktur - vor allem in der Kommunikation
Informationen müssen schnell verteilt werden. Und jeder muss wissen, wer Ansprechpartner für welches Thema ist.
Lügner haben kurze Beine - und erfolglose Projekte
Wenn es Probleme gibt, wenn irgendetwas nicht richtig läuft, gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann hoffen, dass es keiner merkt und das Problem “intern” gelöst wird. Oder, man kommuniziert ehrlich. Die Erfahrung zeigt, dass man lieber gleich mit der Wahrheit raus rücken sollte. Je länger man etwas unter den Teppich zu halten versucht, desto größer werden die Probleme
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18.01.10
Posted in Projektmanagement
at 14:33:09
Normalerweise sind meine Projekte natürlich immer extrem gut in der Zeit, weit unter dem Budget, das Team ist hochzufrieden und der Auftraggeber wirft Rosenblätter auf meinen Weg. Aber manchmal kommt es auch anders …
Es war Sommer. Ich hatte ein Projekt beendet und die Angebote für neue Projekte waren ein wenig mau. Da bekam ich die Anfrage über einen Vermittler, ob ich nicht bei in arbeiten wolle. Start sei in wenigen Tagen. Die Bezahlung war auch in Ordnung.
Ok, ich hätte ein wenig misstrauischer sein sollen. Der Vermittler hat keinerlei Bewerbungsgespräch mit mir geführt. Auch der potentielle Kunde hat mich vor meinem ersten Arbeitstag nicht gesehen oder gesprochen. Das sind schon schlechte Zeichen.
Der erste Tag. Ich komme in die Firma und lerne meinen Auftraggeber zum ersten Mal kennen. Mein Ansprechpartner leitete eine Abteilung mit >100 Mitarbeitern und war eigentlich sehr nett.
O-Ton der Begrüßung: “Also ich halte ja nichts von Beratern. Aber ich dachte, ich probiere das mal aus”.
(Okaaaay, das geht ja schon mal gut los)
Ich: “Dann liegt es jetzt also am mir, Sie davon zu überzeugen, dass Sie durch Berater wirklich Ihren Erfolg steigern können. Wie kann ich Ihnen denn helfen?”
Auftraggeber: “Wir sind in unserer Branche führend. Also wollen wir auch das beste IT System haben. Sie sollen uns das planen”
Ich: “Was ist denn ihre Definition so eines Systems. Soll es möglichst schnell sein? Sollen die Kunden möglichst zufrieden sein? Was sind Íhre Kriterien?”
Auftraggeber: “Was soll denn diese Frage? Die Kriterien erwarte ich von Ihnen!”
Ich: “Sehr gerne. Was sind die Rahmenbedingungen?”
Auftraggeber: “Äh, was für Bedingungen? Die sollen Sie doch definieren”
Ich: “Ok, geben Sie mir 15 Mio EUR, 30 Entwickler und 12 Monate Zeit. Dann bekommen Sie ihr System”
Auftraggeber: “So ein Blödsinn. So viel Geld gibt es nicht. Und so viel Zeit haben wir nicht”
Ich: “Gut, dann kommen wir doch den Rahmenbedingungen schon näher. Jetzt kümmern wir uns noch um die Zieldefinition”.
So in der Art ging es dann weiter. Es ist nun nicht ungewöhnlich, dass ein Kunde nicht weiß, was er will. Aber in diesem Fall wollte der Kunde auch bei dem Projekt nicht mitziehen. Kein Ansatz fand Zustimmung, keine Projektdefinition wurde angenommen. Eigentlich ein 08/15 Projekt. Ist-Analyse, Zieldefinition, Migrationsstrategie. Aber hier klappte so mal gar nichts.
Nach 2 Wochen habe ich das “Projekt” von mir aus beendet. Die Reaktion des Kunden war, dass er meinte, er macht es dann halt selber und wird mir anschließend das Ergebnis zeigen damit ich endlich verstehe, was er denn überhaupt gewollt hat. Unnötig zu erwähnen, dass ich nie wieder etwas von diesem Kunden gehört habe …
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14.01.10
Posted in Projektmanagement
at 11:32:54
Wenn es darum geht, Behauptungen zu beweisen, kann man zwischen dem wissenschaftlichen Ansatz und dem esoterischen Ansatz (ich nenne ihn einfach mal so, gemeint sind damit die Argumentationen z.B. von Ufo-Anhängern) unterscheiden.
Der wissenschaftliche Ansatz geht so:
Man macht eine Beobachtung und versucht diese zu erklären. Oder man stellt eine Theorie auf Grund von Annahmen und Berechnungen auf.
Im nächsten Schritt versucht man nun 2 Dinge. Zum einen bemüht man sich, die Behauptung zu widerlegen. Des weiteren macht man auf Grund der Theorie Vorhersagen und prüft, ob diese eintreten.
Beispiel: Ein Apfel fällt nach unten. Dies ist die Beobachtung. Ich stelle nun die Thorie auf, dass dies an etwas liegt welches ich Schwerkraft nenne. Ich mache die Schlussfolgerung, dass alle Gegenstände nach unten fallen. Jetzt behaupte ich, dass auch eine Birne fallen würde. Wenn das auch passiert, habe ich ein Modell gefunden welches funktioniert. Was Esoteriker nun nicht verstehen: Ich habe nicht bewiesen, dass alle Dinge nach unten fallen. Wenn ich 999 Dinge finde, die fallen, kann es sein, dass es trotzdem ein Ding gibt, welches nicht nach unten fällt. Als Experiment Nr. 1000 nehme ich einen Wasserstoffbalon. Und siehe da, das Ding fällt nicht nach unten, es steigt nach oben. War damit mein ursprüngliches Modell falsch? Nein, es war nur unvollständig.
Was machen nun Esoteriker?
Nun, ein Esoteriker macht auch eine Beobachtung. Aus dieser Beobachtung zieht er nun Schlüsse und stellt eine Theorie auf. Soweit unterscheidet er sich also nicht von den Wissenschaftlern. Aber er versucht nun nicht, seine Theorie zu untermauern. Ihm reicht diese eine Beobachtung aus. Andere Informationen werden nicht mehr hinzugezogen (oder irgnoriert). Beispiel: Eine Erkältung dauert immer unterschiedlich lange. Man kann eine Infektion mit keinem Medikament der Welt verkürzen. Nun dauerte eine Erkältung vielleicht in einem Fall 10 Tage. 3 Monate später hat der Esoteriker wieder eine Erkältung und nimmt den Imunbooster WooperDooper. Die Erkältung dauert dieses Mal nur 5 Tage.
Erklärung 1: Es liegt an WooperDooper
Erklärung 2: Die Infektion war diesmal einfach nach 5 Tagen vorbei. Sie wäre auch ohne WooperDooper nach 5 Tagen vorbei gewesen sein.
Der Esoteriker glaubt es liegt an WooperDooper und nimmt ab jetzt bei jeder Erkältung WooperDooper. Wenn die nächste Erkältung wieder 10 Tage dauert? Glück gehabt. Mit WooperDooper hätte es bestimmt 10 Tage gedauert.
Langer Rede kurzer Sinn: Wissenschaftler stellen ihre Theorie / ihr Modell ständig in Frage und passen ihr Modell an die Realität an. Esoteriker glauben an ihr Modell und erklären sich die Realität zur Not zu um, bis ihr Modell passt.
Sind wir Projektmanager nun Wissenschaftler oder Esoteriker?
Tja, machen wir uns nichts vor. Wir sind eher Esoteriker. Wir wollen an eine neue Projektmanagement Methode glauben und sind sicher, dass das Projekt dadurch schneller, erfolgreicher use. ist. Können wir das Beweisen? Nein, dafür müssten wir das exakt gleiche Projekt nochmal mit einer anderen Methode durchführen. Und leider geht das nur im Buch (Der Termin. Ein Roman über Projektmanagement).
Aber haben die ganzen Methoden ihre Wirksamkeit wirklich unter Beweis gestellt? Ich glaube mittlerweile eher: Nein.
Heißt das, wir brauchen keine Methoden mehr? Das würde ich nicht sagen. Aber ich glaube, dass die qualitativen Unterschiede zwischen einzelnen Methoden, das deren Vor- und Nachteile einfach viel zu wenig klar sind.
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15.12.09
Posted in Projektmanagement
at 10:37:30
Manchmal ist es sehr spannend, mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Empfehlenswert sind z.B. gleichzeitig The Secret, Bleep und Prometheus Rising zu lesen.
Die ersten beiden Bücher sind ziemlich esoterisch und seit erstaunlich langer Zeit weit oben in den Verkaufscharts (vor allem “The Secret”). Es gebt dabei - sehr knapp zusammengefasst - um die Idee, dass all’ unsere Wünsche Wirklichkeit werden können. Wenn ich es schaffe, von einer Sache überzeugt zu sein, wird sie auch eintreten. Das Buch gibt dabei sowohl kleine Beispiele (”ich werde gleich hier vor meiner Haustür auf den leeren Parkplatz fahren”), zeigt aber auch größere Ziele (”ich habe das Modell des Hauses gebaut in dem ich 15 Jahre später wirklich lebe”). Der wichtige Trick dabei sein, nicht negativ zu denken. Man darf sich also nicht sagen “ich werde keine Erkältung bekommen”. Denn das Universum wird nur “Erkältung” hören und - bumms - schon liegt man flach. Statt dessen muss man sich sagen “ich freue mich, dass ich den ganzen Winter über gesund sein werde”.
Langer Rede kurzer Sinn: Sobald ich einen Wunsch äußer, wird das Universum alles tun, um diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.
Das wird dann in späteren Büchern und Filmen irgendwann mal mehr oder minder Quantenphysikalisch “erklärt” und am Ende eines dieser Filme wird eine Menschenkette rund um Jerusalem (? oder einer anderen Stadt) durch die ständige Wiederholung von “I Am That I Am” die Verbrechensrate senken.
Kommen wir nun zum dem zweiten Buch. Auf deutsch heißt es Der neue Prometheus. Es ist leider vergriffen und kostet gebraucht ab 300 EUR (Stand Dezember 2009). Keine Ahnung, warum es so teuer ist. Aber ich könnte wohl meine Urlaubskasse aufbessern - ich habe die Ausgabe nämlich zuhause. Die englische Taschenbuchausgabe ist aber noch erhältlich.
Bei dem Buch von R.A. Wilson geht es (unter anderem und wieder nur sehr knapp wiedergegeben) darum, dass in unserem Gehirn zwei Teile arbeiten, der “Denker” und der “Beweiser”. Die Idee ist nun, dass der “Denker” eine Theorie aufstellt und der “Beweiser” nun alles dafür tut, um diese Theorie auch zu beweisen. Wenn der “Denker” also vermutet, dass er nie einen Parkplatz bekommt, wird der “Beweiser” alle Beweise dafür sammeln. Er wird sich also merken, dass man im letzten Monat 10 mal keinen Parkplatz gefunden hat. Die 30 erfolgreichen Suchen? Nun, die “vergisst” der Beweiser. Ich halte mich für einen Langweiler der keine Freunde findet? Dann wird es auch so sein.
Beide Bücher gehen also von der gleichen Erkenntnis aus: Unsere Wahrnehmung beeinflusst unsere persönliche Realität. Die Esoterikbücher erklären es nun damit, dass eine wie auch immer geartete Macht im Universum dafür verantwortlich ist. Robert Anton Wilson (dessen Bücher man übrigens alle gelesen haben sollte) erklärt es einfach damit, dass unsere Einbildung (der Denker) sowohl unsere Wahrnehmung wie auch unser Verhalten steuern und durch entsprechendes Feedback schließlich die Realität beeinflussen. Ich persönlich würde eher auf Wilson wetten …
Was auch immer die Ursache sein mag (Gehirn oder Universum), die Macht des positiven Denkens ist erstaunlich groß. Und schon sind wir beim Projektgeschäft.
Wie oft kommt es vor, dass wir in unserem Alltag auch nur Beweise für unsere negativen Meinungen suchen. “Der Entwickler XYZ ist eine Niete”, “Das Projekt wird eh’ nix”, “In dieser Umgebung kann ich nicht arbeiten”, “Ich arbeite viel zu viel”
Und so weiter, und so weiter…
Es ist unglaublich schwer, wirklich objektiv zu sein. Dass, was wir für Objektivität halten, ist zu 20% Realität und zu 80% von unserem “Beweiser” in unserem Kopf gesteuert. Das ist bei Konflikten ein Problem. Nicht nur, dass alle Parteien glauben, sie seinen im Recht. Die sind auch noch völlig davon überzeugt, die seien objektiv im Recht.
Was kann man für seinen Alltag daraus ziehen?
1. Spiralen erkennen
Wenn ich unzufrieden bin, wenn ich denke, ich arbeite zu viel. Wird das meine Unzufriedenheit steigern. Es wird sogar meine Arbeitslast steigern. Diese Abwärtsspirale ist schwer zu erkennen
2. Sich seiner Subjektivität bewusst sein
Egal, für wie schlau wir uns halten. Egal, wie objektiv wir scheinen. Wir sind es nicht!
3. Sich selber positiv manipulieren
Ok, das klingt vielleicht seltsam. Aber es ist möglich, seine eigene Grundeinstellung bzgl. einer Aufgabe zu verbessern
4. Seine Umgebung verstehen
Der Gegenüber ist nicht dämlich, verbohrt und unfähig, die Dinge vernünftig zu sehen. Sein “Beweiser” hat ihm nur andere Dinge bewiesen, wie mein “Beweiser”. Er ist von seiner Realität genau so überzeugt, wie ich von meiner Realität. Wer das berücksichtigt, wird in Diskussionen und Verhandlungen seinen Erfolg massiv steigern können.
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24.11.09
Posted in Projektmanagement
at 12:04:11
So, wie jeder Urlaub, ist auch meine kleiner New-York Reise leider vorbei und ich bin wieder da. Es war nett, aber anstrengend.
Neben den üblichen Touri-Fotos von New York habe ich auch einige “Alltagsfotos” gemacht - vor allem von Inneneinrichtungen. Nicht, weil ich plötzlich Innenarchitekt werden möchte, sondern als Argumentationshilfe für Web-Projekte.
Es ist mir (und vielen anderen wohl auch) schon oft passiert, dass ein Kunde als Vorbild für sein Multimillionen Web-Projekt irgend eine Seite aus den USA hatte und seine Seite musste natürlich genau aussehen. Meine Gegenfrage ist dann meistens, ob es denn bei dem Kunden zuhause auch so aussehe, wie in einem amerikanischen Wohnzimmer. Das verwirrt das ein wenig …
Web-Seiten werden - wir alle Angebote auch - auf eine Zielgrupe hin ausgerichtet. Und auch wenn wir in einer globalisierten Welt leben, die Geschmäcker sind verschieden. Ich kann mich noch gut an das Briefing für eine arabische Geschenkseite erinnern: “Wenn es ihnen unerträglich kitschig vorkommt, dann noch ein wenig mehr und wir finden es gut”. In den USA findet man gerne mal extrem “plüschige” Wohnungen (alleine die Tagesdecke in einem durchschnittlichen USA Hotel kann einen Europäer spontan erblinden lassen) oder - wenn es vornehm sein soll - man glaubt sich im England des 19. Jahrhunderts. Dazu kommt noch, dass in den USA alles ein wenig lauter, heller und schriller ist. In New York war jeder 3. Burger-Laden “the best on earth”, “the best in town” (was ja… aber egal), “the best you’ve ever had” usw. usw. Ein Laden wie “Abercrombie&Fitch” würde bei uns gar nicht möglich sein: eine solche Lautsärtke lassen unsere Arbeitsschutzbestimmungen bestimmt nicht zu.
Entsprechend sind Webseite die sich an eine Zielgruppe in den USA nennen für unsere Augen oft ein wenig überfrachtet. Trotzdem gibt es viele Kunden die nicht verstehen, dass man sein Web-Angebot bitte nicht an irgendwelchen USA-Seiten hin ausrichten sollte, sondern nach dem Kunden den man tatsächlich ansprechen möchte.
Mal schauen, ob die Fotos als Argumentationshilfe taugen…
Was macht man denn aber, wenn man wirklich die ganze Welt als Zielgruppe hat? Hmm, schauen wir mal bei Google und Co. Ergebnis: Minimalismus. Regel: Je internationaler die Zielgruppe, deste weniger regionale Besonderheiten und entsprechend minimale sollte die Seite sein.
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29.10.09
Posted in Projektmanagement
at 10:35:18
Wir schreiben Anfang der 90′er. Ich wohne in der Dortmunder Innenstadt in einer netten WG und fahre einen Mercedes, 123′er Baureihe - das beste Auto, welche in jemals fahren durfte. Ok, sehen wir mal von den 12l Super auf 100Km ab.
Meine neue Mitbewohnerin möchte sich das Auto ausleihen um zu einer Freundin zu fahren. Ich bin nett und gebe ihr den Schlüssel. 20 Minuten später klingelt das Telefon (Handy gab es da ja noch nicht für uns):
Sie: “Hi, sag mal. Ich habe eine kurze Frage zu Deinem Auto”
Ich: “Was hast Du gemacht und was wird es mich kosten?”
Sie: “Alles in Ordnung. Aber wie entrigelt man die Handbremse?”
(Anmerkung: Es gibt keinen Handbremshebel)
Ich: “Ah ja, hatte ich vergessen Dir zu sagen. Du musst links im Fußraum…
… moooment … Wieso rufst Du denn an und kommst nicht einfach hoch?”
Sie: “Ich bin schon bei der Freundin”
Ich: “Du bist 15 Minuten mit angezogener Handbremse gefahren?!?”
Sie: “Äh, ja”
Ich: “Und Du hast nichts gemerkt???”
Sie: “Doch, aber ich habe mich nicht getraut zu fragen”
In Projekten erlebt man oft ähnliche Dinge. Wer Hilfe benötigt hat Angst, danach zu fragen. Es könnte ja ein schlechtes Licht auf die Person werfen. Unwissenheit ist Schwäche. Statt dessen wird fast verzweifelt versucht, die Lücken zu verbergen. Dieses Verhalten richtet anschließend immer mehr Schaden an.
Klar, es gibt auch den anderen Fall. Die Leute, die bei jeder Kleinigkeit ankommen an statt sich erst einmal selber an der Lösung zu versuchen. Auch das kann einen in den Wahnsinn treiben. Erste Ziel sollte für jeden sein, selber die Lösung zu finden. Es sei denn, es kostet zu viel Zeit. Dafür hat man ja schießlich Experten.
Gegenseite(!) Hilfe ist - vor allem in Projektsituationen - aber kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Merkmal eines funktionierenden Teams. Und jetzt kommt der Projektleiter ins Spiel. Er sollte seinem Team klar machen, dass es absolut nichts bringt, endlos selber an einem Problem herumzubasteln. Jeder hat auf einem Gebiet seine Stärken und auf einem anderen Gebiet Schwächen. Dies kann fatal sein, wenn jeder seine Schwächen verstecken will und diese dadurch das Projekt gefärden oder ein Erfog. Nämlich dann, wenn sich Stärken sinnvoll ergänzen.
Eine entsprechende Kultur der gegenseitigen Hilfe zu etablieren ist jedoch eine echte Herausforderung. Gerade wenn die Firmen größer werden wird es immer schwerer. Aber es lohnt sich.
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20.10.09
Posted in Projektmanagement, Multimedia
at 11:02:30
Wer viel mit Webseiten arbeitet kennt das Problem, Screen-Shots von “langen” Web-Seiten zu erstellen. Es gibt dafür einige Tools, aber natürlich hat man es dann nie auf dem Rechner. Solang die Seite nur über eine Bildschirmseite geht, ist es ja kein Problem. Aber für den Fall, dass die Seite scrollt, benötigt man halt etwas mehr, also nur ein Bildschirmfoto.
Yep ist eigentlich eine (Mac) Software, mit der man pdf Dateien verwalten kann (quasi ein iTunes für pdf). Seit dem ich das nutze, habe ich so ziemlich alle meine Unterlagen digitalisiert. Neue Briefe und Anleitungen scanne ich ein und weg damit in den Papierkorb.
Jetzt aber zum Thema. Es gibt ein Browser-Plugin, mit dem man aus einer Web-Seite ein pdf generieren kann. Das ist dafür gedacht, dass man Web-Seiten mit Yep dokumentiert/archiviert.
Dieses Plugin funktioniert natürlich auch hervorragend ohne Yep.
Und hier der Link:
http://www.yepthat.com/installBookmarklet.html
Update:
Ich ziehe den Tipp wieedr zurück. Das Tool ruft den Druck auf. Wenn also eine print.css existiert, ist das Ergebnis anders, als man es erwartet.
Update 2:
Wer mit dem Firefox unterwegs ist, nimmt einfach “Fire-Shot” - Es gibt immer ein AddOn
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14.10.09
Posted in Projektmanagement, Allgemein
at 10:13:52
Wenn möglich, nehme ich mir ja eine möblierte Wohnung am Einsatzort. Ab 100 Hotelübernachtungen pro Jahr verliert so ein Hotel irgendwie seinen Reiz.
Bei der Hotelsuche verlasse ich mich meistens auf Empfehlungen oder nehme eine Kette. Hotellketten sind wie Burger-Ketten: Man kennt das Zimmer schon lange vorm Eintreten. Definierte Qualität, keine hohe Qualität, aber man weiß, was man bekommt. Aber manchmal muss man halt auch mal in ein völlig unbekanntes Hotel.
Das Hotel befand sich mitten in der Innenstadt. Das war auch schon der einzige positive Aspekt. Wobei, nein: Auch der Name klang ganz gut. Man lernt ja über die Jahre, Hotels mit Tiernamen zu meiden (”Hotel zum röhrenden Hirschen”). Aber bei einem Königshof, und bei dem (hohen) Preis, hey, da kann doch nichts schief gehen.
Es kann. Das Zimmer selber war in dunklem, in sehr dunklem Holz gehalten. Das Bett war ein Einzelbett. Das ist schon mal doof. In 90% alle Fälle bekommt man ja bei Buchung eines Einzelzimmers zumindest ein 1.40m Bett. Dieses Bett war nicht nur erstaunlich schmal. Es stand auch noch längs an der Wand. Das hasse ich ja schon mal. Du drehst dich um und brichst Dir sofort an der Wand das Handgelenk. Und zu allem Überfluss hatte es auch noch ein “Fußteil”. Also würde ich die ganze Nacht nicht nur gegen die Wand donnern, ich würde mir auch ständig die Zehen anschlagen.
Das Nichtraucherzimmer roch nach kaltem Rauch. Dies wurde auch durch die Tatsache, dass das Zimmer vermutlich die letzten 3 Monate nicht gelüftet wurde kaum besser. Ich schnappe mir die Fernbedienung und natürlich sind die Batterien leer. Pay-TV gibt es nicht, aber wer will das schon.
Ich öffne die erste Kleiderschranktür und finde einen Stabel Porno-Hefte. Hmm, ist das vielleicht ein Ausgleich für den fehlenden Pay-TV Kanal? Wo bin ich hier gelandet? Zahle ich hier nach Tagen, oder nach Stunden?
Hinter der nächsten Schranktür finden sich alte Socken.
Das ist der Moment, in dem ich dann doch mal zur Rezeption gehe und ein neues Zimmer verlange…
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Posted in Projektmanagement
at 09:19:55
Vor einiger Zeit hatte ich hier Websequencediagramms.com vorgestellt. Damit kann man einfach und schnell UML Sequenzdiagramme zeichnen.
Es gibt eine ähnliche Webseite auch für Klassendiagramme, Aktivitätsdiagramme und Use-Cases: Yuml
Damit kann man alle wichtigen UML Diagramme “mal eben” online erstellen. Sehr praktisch für kleine, schnelle Dokumentationen
Hier nochmal die Links:
http://www.guerilla-projektmanagement.de/index.php/archives/2009/06/24/tipp-httpwwwwebsequencediagramscom/
http://www.websequencediagrams.com/
http://yuml.me/
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13.10.09
Posted in Projektmanagement
at 09:41:57
Gestern habe ich ja einen Vergleich zwischen Ameisen und Projektarbeit gemacht. In diesem Zusammenhang gibt es bei IT Projekten einen Punkt, der in letzter Zeit in vielen Teams die ich gesehen habe wenig berücksichtigt wurde.
Zwischen Ameisen und Softwareentwicklern gibt es nämlich einen wichtigen Unterschied. Na ok, es gibt vermutlich viele Unterschiede zwischen Menschen und Ameisen. Aber ich will nur auf einen Punkt hinaus.
In Köln gibt es einen riesigen Outdoor laden. Auch wenn einige Punkte gegen den Laden sprechen (oft zu teuer, erinnert mich an meine Ex-Freundin, viele Verkäufer haben keine Ahnung) bin ich dort ganz gerne. Auf der 2. Etage gibt es eine Ameisenkolonie hinter Glas. Ich muss zugeben, ich könnte mir das immer stundenlang anschauen. Dabei bin zumindest ich nicht in der Lage, einzelne Ameisen voneinander zu unterscheiden. Aus meiner Sicht scheinen alle Ameisen ihren Job ähnlich produktiv zu machen. Und da sind wir dann auch schon beim Unterschied:
Ameisen arbeitet ähnlich. Die Produktivität von Softwareentwicklern unterscheidet sich enorm.
Damit ist nicht nur die Qualität des Ergebnisses gemeint. Manche Entwickler sind bei gleicher Qualität einfach 10 Mal schneller als ihre Kollegen. Das spricht weder für diesen Entwickler, noch gegen seine Kollegen. Aber der Unterschied ist extrem. Ich denke, es gibt wenig Branchen, bei denen sich die Produktivität einzelner Teammitglieder so extrem unterscheidet. Oder ist es z.B. normal, dass ein Maurer 10 Steine setzt in der Zeit in der sein Kollege einen Stein schafft?
Andere Entwickler sind Spezialisten wenn es darum geht, Fehler zu finden. Als ich selber noch viel Software entwickelt habe, konnte ich ziemlich intuitiv die Ursache für einen Bug finden (was vermutlich daran liegt, dass ich selber so extrem viele Fehler in meinen eigenen Code eingebaut habe, dass ich geübt war…).
Langer Rede kurzer Sinn: Die Schwerpunkte und Spezialfähigkeiten unter IT-Menschen unterscheiden sich sehr stark, stärker als in vielen anderen Branchen.
Und was passiert? Der langsamere Entwickler bekommt den Ärger dafür, dass er nicht so gut ist, wie der Überflieger - was den Überfliegen als guten Teamplayer dazu bringt, einfach langsamer zu arbeiten. Teams und Teammitglieder werden nach Anforderung und nicht nach Fähigkeit quer durch die Projekte rangiert. Nicht der Spezialist ist gefragt, sondern der Generalist der problemlos jede bel. Rolle je nach Anforderung einnehmen kann.
Allgemein tut man sich ja in vielen großen Firmen mit der Förderung von Fachkarrieren schwer. Eine Führungslaufbahn wird gefördert und hat ein gutes Ansehen. Aber wenn jemand lieber eine Fachlaufbahn durchschreiten möchten, hat dies weniger Ansehen - wenn so etwas überhaupt in der Firma existiert. Die Qualität eines Mitarbeiters bemisst sich dann nicht nach seinen Ergebnissen, sondern nach der Anzahl der ihm unterstellten Mitarbeiter.
Ist das sinnvoll? Nein, absolut nicht. Im Sport kommt ja auch niemand auf die Idee, einen Hammerwerfen für den 400 Meter Lauf anzumelden. Und was passiert, wenn Michael Schuhmacher auf ein Motorrad steigt, haben wir ja gesehen… Aber im Projektgeschäft wollen wir scheinbar alle Mitarbeiter zu 10-Kämpfern ausbilden.
Ergebnis: Sie können vieles gut, aber nichts hervorragend.
Spezialisten zu fördern ist für jeden Teamleiter eine Herausforderung. Aber wer ein Team haben möchte, welches Berge versetzen kann, sollte sich dieser Herausforderung stelllen.
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12.10.09
Posted in Projektmanagement
at 17:46:38
Im Laufe meiner Projektlaufbahn habe ich mich schon mit verschiedenen Methoden “herumschlagen” dürfen. Zum Glück sind ja die schlimmsten Auswüche mittlerweile wieder aus der Mode. Aber auch unter den “agilen Methoden” gibt es noch genügend Auswahl. Nur, ist das eigentlich überhaupt der richtige Weg?
Wir sind alle so völlig davon überzeugt, dass Projekte nach bestimmen Methoden und Verfahren abzuwickeln sind. Ein Projekt ohne entsprechende Methode ist (sobald es eine gewissen Größe überschritten hat) zum scheitern verurteilt. Anders geht es nicht. Geht es nicht?
Fragen wir doch mal die Ameise hinten im Garten, die gerade mit ihren Kollegen an dem Ameisenhausen arbeitet. “Hallo Ameise. Nach welcher Managementmethode arbeitet ihr hier denn so”. Antwort der Ameise “Häh?”. Die Ameisen haben eine (einigermaßen) klare Rollenverteilung, eine entsprechende Struktur. Aber sie kommen sicherlich ohne PMBOK oder V-Modell aus.
Das Zauberwort heißt: Struktur & wenige Regeln. Durch eine klare Struktur verringert sich der Zahl der Regeln. Klassisches Projektmanagement arbeitet oft mit vielen Regeln und ein wenig Struktur - also genau umgekehrt.
Ein anderes Beispiel. In Mumbai (vormals Bombay) existiert ein Transportsystem bei dem täglich rund 200.000 Essen von 5000 Personen transportiert werden. Inder legen viel Wert auf ihr Essen und lassen sich daher das Essen ihrer Frau / Mutter an den Arbeitsplatz bringen. Dieses Transportsystem ist erstaunlich gut. Nur eines von 16 Mio. Essen kommt nicht an (zum Vergleich: die Fehlerquote für fehlgeleitetes Gepäck am Flughafen Frankfurt liegt bei 1:1000). Die Zusteller, die Dabbawalas sind dabei genossenschaftlich organisiert. Details zu dem System findet man z.B. in einer Reportage des ZDF:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/796628?inPopup=true
Dabbawalas und Ameise haben etwas gemeinsam. Durch eine sehr schlaue Struktur verringert sich die Anzahl der notwendigen Regeln.
Warum sind Strukturen bessern als Regeln? Ganz einfach. Regeln muss man lernen. Regeln schränken ein. Regeln sind oftmals zu starr aber es ist für einzelne Personen schwierig zu erkennen, wann man eine Regel besser nicht befolgt.
Strukturen sind dagegen besser. Oder, um jetzt mal die Brücke zum Projektmanagement zu schlagen, nennen wir es nicht Strukturen, nennen wir es Rollen. Ich definiere für ein Projekt Rollen, einfache Kommunikation und einfache Regeln. Dies kann aus meiner Sicht in vielen Fällen erfolgreicher sein, als jede noch so agile Projektmanagementmethode.
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08.10.09
Posted in Projektmanagement
at 12:34:39
Das sind die Tage, an denen mir mein Beruf wieder wie eine Berufung vorkommt und Soaß macht. Das Projekt ist endlich online.
Es hab viel Arbeit. Es gibt vermutlich die ein oder andere Person, die mich nicht mehr ganz so lieb hat. Es gibt Leute, mit denen die Zusammenarbeit sehr nett war.
Es gab die üblichen, endlosen inhaltlichen Diskussionen und es gab massives Time-Boxing, um der Termin zu halten.
Jetzt ist die schönste Zeit im Projekt. Alle sind zufrieden mit dem Ergebnis und bis die ersten massiven Probleme auftauchen wird es noch ein paar Tage dauern.
Alle Beteiligten sind sicherlich stolz auf “ihr Baby” und sehr gespannt, wie es weiter gehen wird.
Also der ideale Zeitpunkt, sich zurückzulehnen und sich die nächsten Tage nur dem Vergleich von Milford und Talisker hinzugeben
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20.08.09
Posted in Projektmanagement
at 09:20:00
So, lieber Leser. Sie sind Auftraggeber und wollen wissen, ob das Projektmanagement des Auftragnehmers etwas taugt? Sie fragen natürlich nach Prince2, PMBOK oder was auch immmer. Aber es geht - zumindest im laufenden Projekt - viel einfacher.
Hier aber nun die absolute, fehlerfreie Möglichkeit in einem laufenden Projekt zu erkennen, ob die Projektleitung etwas taugt. Es ist (Trommelwirbel):
Achten Sie darauf, ob der Projektleiter den Projektplan im Projekt anpasst. Falls nein, ist er unfähig.
Klingt komisch, ist es aber nicht. Denn:
Kein Projekt der Welt wird ab einer bestimmten Größe 100% nach Plan laufen (es sei denn, man ist so wahnsinning unglaublich gut wie ich…). Wenn dem so wäre, bräuchte man keine Projektleiter. Man muss ständig auf Veränderungen reagieren und neu planen.
Dem gute Projektleiter ist das klar und er hat keine Probleme damit. Er kommuniziert offen und ehrlich und kann Verschiebungen im Projektplan - egal ob sie nun Zeit oder Inhalt betreffen - fundiert begründen.
Der schlechte Projektleiter wird bis 2 Stunden vor Projektende behaupten, dass alles im Plan sei. Anschließend bricht dann das Chaos aus.
Ich glaube, mit diesem Kriterium kann man 90% der schlechten Projektleiter erkennen.
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18.08.09
Posted in Projektmanagement
at 13:32:42
Ich habe 8 Jahre (also mein komplettes Studentenleben) in 3 verschiedenen Wohngemeinschaften verbracht. Was nebenbei bemerkt zeigt, dass man auch gut zurecht kommen kann, wenn man sein Studium nicht in 8 Semestern abschließt - aber das ist ein anderes Thema.
In vielen WGs gibt es das gleiche Phänomen: Jeder ist der Meinung, nur er würde sich einzig und alleine um den Haushalt kümmern. Der Rest der WG lässt die Wohnung im Chaos versinken. Irgendwann sind alle sauer und niemand mehr macht was. Wenn dann langsam 50 Silberfische auf einen Bewohner kommen, passiert mit viel Glück etwas.
Woran das liegt? Relativ einfach: Unterschiedliche Prioritäten (ok, und vielleicht auch noch unterschiedliche Schmutz-Akzeptanz-Level). Wenn ich die Küche sauber mache, achte ich vielleicht darauf, dass der Herd super schön sauber ist. Mein Mitbewohner kommt 10 Minuten später in die Küche, sieht, dass der Kühlschrank eher dreckig ist, wird total sauer und übersieht den wunderbaren Kühlschrank.
Der Gag dabei ist: Eigentlich ergänzt sich das ja super. Ich konzentriere mich auf den Herd, mein Mitbewohner auf den Kühlschrank und die komplette Küche glänzt.
(So lieber Leser. Du fragst Du sicher, wie ich jetzt den Schwenk auf Projektmanagement hinbekommen will. Na, so:)
Bei Großprojekten kann man manchmal ähnliche Dinge erleben. Es gibt mehrere Teilprojektleiter mit unterschiedlichen “Prioritäten”. Ein Projektleiter hält Anforderungsmanagement für extrem wichtig, der andere findet, dass es doch total egal ist, was in der Entwicklungsphase passiert, hauptsache die Testphase ist perfekt. Das Ergebnis ist dann wie bei der WG: beide Projektleiter halten den jeweile Anderen für einen Vollhorst, weil der keine Ahnung von Projektmanagement hat.
Es gibt dabei unerschöpfliche Möglichkeiten, Streit zu suchen. Pragmatiker vs. Visionär, Controler & Macher usw. usw.
Auch hier hilft es, zum Projektstart (!) einfach mal abzugleichen, wer denn welche Stärken und Schwächen hat. Warum sollten Teilprojektleiter denn zwingend aneinander vorbei arbeiten. Man kann sich schließlich auch ergänzen.
Das klappt leider nicht von alleine. Solche Prozesse können nur durch die Gesamtprojektleitung angestoßen werden. Auc hier gilt: Der Fisch… ähm.. das Projekt stinkt vom Kopf…
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31.07.09
Posted in Projektmanagement
at 12:15:15
Mein Kunde sorgt sich um seine Mitarbeiter. Zur Vorsorge gegen die “Neue Influenza” (Schweinegrippe) stehen an den Eingängen Desinfektionsautomaten für die Hände.
Ich fand das super, habe aber - wie ich beschämt zugeben muss - meistens vergessen, sie zu benutzen.
Tja, zur Strafe habe ich jetzt eine Magen-Darm Grippe…
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27.07.09
Posted in Projektmanagement
at 10:55:19
Ich höre mir gerade Gesprächsmitschnitte aus Telkos an um die Protokolle zu schreiben.
Es ist ja immer wieder spannend, sich selber sprechen zu hören. Aus dem gut vorbereiteten Gesprächsmoderator wird plötzlich ein vor sich hin stotternder Volldepp.
Kann man nur empfehlen, ist ein wirklich gutes Training …
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