Wir schreiben Anfang der 90′er. Ich wohne in der Dortmunder Innenstadt in einer netten WG und fahre einen Mercedes, 123′er Baureihe - das beste Auto, welche in jemals fahren durfte. Ok, sehen wir mal von den 12l Super auf 100Km ab.
Meine neue Mitbewohnerin möchte sich das Auto ausleihen um zu einer Freundin zu fahren. Ich bin nett und gebe ihr den Schlüssel. 20 Minuten später klingelt das Telefon (Handy gab es da ja noch nicht für uns):
Sie: “Hi, sag mal. Ich habe eine kurze Frage zu Deinem Auto”
Ich: “Was hast Du gemacht und was wird es mich kosten?”
Sie: “Alles in Ordnung. Aber wie entrigelt man die Handbremse?”
(Anmerkung: Es gibt keinen Handbremshebel)
Ich: “Ah ja, hatte ich vergessen Dir zu sagen. Du musst links im Fußraum…
… moooment … Wieso rufst Du denn an und kommst nicht einfach hoch?”
Sie: “Ich bin schon bei der Freundin”
Ich: “Du bist 15 Minuten mit angezogener Handbremse gefahren?!?”
Sie: “Äh, ja”
Ich: “Und Du hast nichts gemerkt???”
Sie: “Doch, aber ich habe mich nicht getraut zu fragen”
In Projekten erlebt man oft ähnliche Dinge. Wer Hilfe benötigt hat Angst, danach zu fragen. Es könnte ja ein schlechtes Licht auf die Person werfen. Unwissenheit ist Schwäche. Statt dessen wird fast verzweifelt versucht, die Lücken zu verbergen. Dieses Verhalten richtet anschließend immer mehr Schaden an.
Klar, es gibt auch den anderen Fall. Die Leute, die bei jeder Kleinigkeit ankommen an statt sich erst einmal selber an der Lösung zu versuchen. Auch das kann einen in den Wahnsinn treiben. Erste Ziel sollte für jeden sein, selber die Lösung zu finden. Es sei denn, es kostet zu viel Zeit. Dafür hat man ja schießlich Experten.
Gegenseite(!) Hilfe ist - vor allem in Projektsituationen - aber kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Merkmal eines funktionierenden Teams. Und jetzt kommt der Projektleiter ins Spiel. Er sollte seinem Team klar machen, dass es absolut nichts bringt, endlos selber an einem Problem herumzubasteln. Jeder hat auf einem Gebiet seine Stärken und auf einem anderen Gebiet Schwächen. Dies kann fatal sein, wenn jeder seine Schwächen verstecken will und diese dadurch das Projekt gefärden oder ein Erfog. Nämlich dann, wenn sich Stärken sinnvoll ergänzen.
Eine entsprechende Kultur der gegenseitigen Hilfe zu etablieren ist jedoch eine echte Herausforderung. Gerade wenn die Firmen größer werden wird es immer schwerer. Aber es lohnt sich.
An manchen Tagen kommt man sich als Projektleiter ja auch vor, wie in einem Monty Python Sketch…
John Cleese wird 70 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!
Er selber hat via Twitter überlegt, ob er sich an seinem Geburtstag nicht einfach umbringen sollte (Link) - wird es aber wohl eher nicht machen - vermutlich aus reiner Faulheit.
Ich habe es getan. Ja, es ist Quatsch. Denn in 6 Monaten wird Apple sein Tablet-Computer vorstellen (gehen wir mal von aus). Die Gerüchteküche sagt, dass Amazon bereits an einer Kindle-Applikation für OS x arbeitet (für das IPhone gibt es das ja bereits). Langer Rede kurzer Sinn: es war unvernünftig, sich jetzt noch ein Kindle zu bestellen. Aber hey, ich esse auch Marzipankartoffel obwohl das unvernünftig ist …
Das Gerät
Heute reicht es ja nicht mehr aus, dass Hardware funktioniert, sie muss auch noch gut aussehen. In diesem Punkt hat der Kindle seinen Job gut erledigt. Das Ding sieht gut aus, liegt gut in der Hand und ist mit knapp 300g schön leicht. Es hat in etwa die Grundfläche eines Taschenbuches.
Display
Wenn man noch nie ein Display mit elektronischer Tinte gesehen hat, ist es echt verblüffend. Es kommt richtigem Papier schon ziemlich nahe und ist absolut nicht zu vergleichen mit einem klassischen Display.
Benutzung
Machen wir es kurz: Zwischen auspacken und erstem Buchkauf lagen keine 5 Minuten. Die Ehre des ersten Kaufes bekam First Among Sequels von Jasper FForde. Also: Es funktioniert.
(Die nächsten “Bücher” waren übrigens der aktuelle Perry Rhodan Zykus. Den habe ich als PDF gekauft und umgewandelt)
Negativ 1
Es gibt zwei Wege, Inhalte die nicht im Kindle-eigenen Format vorliegen umzuwandeln.
Weg 1: Man schickt eine Mail an eine Adresse, die Datei wird umgewandelt und automatisch per UTMS an das Kindle geschickt. Dieser Weg kostet für die internationale Version 1,99 $/MB (sic!) Das ist natürlich absoluter Dreck.
Es bleibt aber Weg 2: Mail an eine andere Adresse und man kann sich anschließend die Datei selber herunterladen.
Negativ 2
Bei normal gekauften Dateien scheint es ja diese “Strafgebühr” von 1,99$ nicht zu geben. Dies ist aber nicht ganz richtig. Sie wird nämlich anscheinend auf den Buchpreis aufgeschlagen. So kosten Bücher, die im US Kindle-Store kostenlos erhältlich sind, für Kunden aus Deutschland plötzlich 2,30$. Das ist ziemlicher Mist!
Negativ 3
Die Buchindustrie könnte ja eigentlich von Film- und Musikindustrie lernen. Nämlich, dass Rechtemanagement ganz großer Unfug ist. Aber nein, sie machen genau den gleichen Blödsinn. Ergebnis: Wenn ich mir bei einem anderen Anbieter als Amazon ein Buch kaufe, muss ich es erst “entsperren” um es auf dem Kindle anzeigen zu können. Zur Sicherheit: Es geht mir nicht darum, Raubkopien zu bekommen. Ich will einfach nur ein legal gekauftes E-Book lesen können. Und um das machen zu können, muss ich es erst cracken.
Wenn jetzt auch noch MOBI und EPUB Format gegeneinander stehen, wird es komplett chaotisch.
Fazit
Ich habe mein Kindle erst ein paar Tage, mag es aber schon jetzt. Für jemanden wie mich, der ständig unterwegs ist, einfach perfekt. Wenn jetzt noch die Geschichte mit dem Rechtemanagement und den Kosten sich in die richtige Richtung entwickeln würde, wäre ich natürlich noch zufriedener.
Monatelang habe ich den Akkupack für mein iPhone gesucht. So toll es ja auch ist, aber die Batterieleistung reicht einfach nicht für längere Reisen.
Ich habe überall gesucht und war schon ein wenig sauer, dass mein neues, tolles Ablagesystem (mit sehr vielen tollen Kartons von Ikea) nicht funktioniert.
Also habe ich mir ein neues Akkupack gekauft.
Tja, und heute ziehe ich zum ersten Mal meinen Wintermantel an. Raten wir doch alle mal, was ich in der Innentasche gefunden habe …
Wer viel mit Webseiten arbeitet kennt das Problem, Screen-Shots von “langen” Web-Seiten zu erstellen. Es gibt dafür einige Tools, aber natürlich hat man es dann nie auf dem Rechner. Solang die Seite nur über eine Bildschirmseite geht, ist es ja kein Problem. Aber für den Fall, dass die Seite scrollt, benötigt man halt etwas mehr, also nur ein Bildschirmfoto.
Yep ist eigentlich eine (Mac) Software, mit der man pdf Dateien verwalten kann (quasi ein iTunes für pdf). Seit dem ich das nutze, habe ich so ziemlich alle meine Unterlagen digitalisiert. Neue Briefe und Anleitungen scanne ich ein und weg damit in den Papierkorb.
Jetzt aber zum Thema. Es gibt ein Browser-Plugin, mit dem man aus einer Web-Seite ein pdf generieren kann. Das ist dafür gedacht, dass man Web-Seiten mit Yep dokumentiert/archiviert.
Dieses Plugin funktioniert natürlich auch hervorragend ohne Yep.
Update:
Ich ziehe den Tipp wieedr zurück. Das Tool ruft den Druck auf. Wenn also eine print.css existiert, ist das Ergebnis anders, als man es erwartet.
Update 2:
Wer mit dem Firefox unterwegs ist, nimmt einfach “Fire-Shot” - Es gibt immer ein AddOn
Ok, Preisfrage. Wer waren Mike Levey und John Parkin?
Hey! Nicht bei Google suchen!
Levey und Parkin waren natürlich unser aller Late-Night TV-Helden der frühen 90′er. Wir waren Studenten. Und wenn wir spät Abends von unseren Lerngruppen (und gaaanz ganz selten mal aus einer Kneipe) nach Hause kamen, lief relativ wenig im Fernsehen. Es gab zwar keinen Sendeschluss mehr (ja liebe Kinder, so schlecht ging es uns früher - wir hatten nicht einmal 24h Fernsehen), es gab aber leider auch nicht genug Inhalte für 24h Fernsehen.
Ok, auf der anderen Seite hat RTL damals das Kunststück fertig gebracht, die Erstausstrahlung von Married with Children auf 0:30 Uhr zu legen (erst 0:00 Uhr, aber dann kam das Nachtjournal und es wurde 0:30. Danach lief dann noch “Dienst in Vietnam” - vor 01:00 Uhr kam man also nicht ins Bett).
Wie auch immer. Zu der Zeit liefen Nachts die ersten “Infomercials” im Fernsehen. Also meistens 30 Minuten lange Werbesendungen für irgendein Produkt welches man eigentlich nie gebraucht hat oder für einen Reiniger, der alle Reiniger in den Schatten stellt.
Und sie waren schlecht. Sie waren so wunderbar schlecht. Aus Geldmangel wurden sie nicht synchronisiert sondern nur mit Untertiteln versehen. Also konnte man den wunderbaren Originalton genießen.
Mike Levey und John Parkin waren nun unsere absoluten Lieblinge. Levey präsentierte “Amazing Discoveries”. Er gab den etwas begriffsstutzigen Normalverbraucher (meist im geilen 80′er Jahre Pullover). Parkin wiederum war der Experte für das jeweilige Produkt (”wir haben ihn heute extra für sie aus England einfliegen lassen”), wirbelte wie unter Koks&Speed (und ich vermute mal, manchmal nicht nur “wie”) durch das Studio und führte dem dann völlig erstaunten Levey die Produkte vor “Hier Mike, ist das nicht erstaunlich. Ich wische mit dem Tuch über die Fläche und das Fett landet wie durch Magie in dem Tuch - John, das ist ja absolut unglaublich. Wie machst Du das nur? Könnte ich das auch? - Aber natürlich, Mike. Das kann jeder! Und du brauchst nur dieses Tuch für 99,99$”
Immer wieder gerne gesehen waren die Werbesendungen für den Reiniger “Astonish”. Natürlich angekündigt mit den Worten “Today we’ve got something very special for you that will astonish you!”.
Warum diese Sendungen so wunderbar waren? Nun, man merkte, dass die Jungs dort selber den Quatsch nicht sonderlich ernst nahmen. Putzmittel im Fernsehen anzupreisen ist nicht unbedingt ein Traumjob. Aber die Jungs hatten echt Spaß. Und solange die Sendungen diese grandiose “Radio aus der Dachkammer” Stimmung hatten, haben wie sie geliebt.
Irggendwann waren sie dann leider zu erfolgreich, nahmen sich selber zu ernst und die Sendungen wurden doof. Außerdem wurden sie auch noch übersetzt.
Heute sind Shoppingsender so lustig wie Zwieback. Mike Levey ist 2003 im Alter von 55 Jahren gestorben. John Parkin ist dick geworden und präsentiert manchmal immer noch Produkte - aber es nicht nicht mehr wie früher …
Wenn möglich, nehme ich mir ja eine möblierte Wohnung am Einsatzort. Ab 100 Hotelübernachtungen pro Jahr verliert so ein Hotel irgendwie seinen Reiz.
Bei der Hotelsuche verlasse ich mich meistens auf Empfehlungen oder nehme eine Kette. Hotellketten sind wie Burger-Ketten: Man kennt das Zimmer schon lange vorm Eintreten. Definierte Qualität, keine hohe Qualität, aber man weiß, was man bekommt. Aber manchmal muss man halt auch mal in ein völlig unbekanntes Hotel.
Das Hotel befand sich mitten in der Innenstadt. Das war auch schon der einzige positive Aspekt. Wobei, nein: Auch der Name klang ganz gut. Man lernt ja über die Jahre, Hotels mit Tiernamen zu meiden (”Hotel zum röhrenden Hirschen”). Aber bei einem Königshof, und bei dem (hohen) Preis, hey, da kann doch nichts schief gehen.
Es kann. Das Zimmer selber war in dunklem, in sehr dunklem Holz gehalten. Das Bett war ein Einzelbett. Das ist schon mal doof. In 90% alle Fälle bekommt man ja bei Buchung eines Einzelzimmers zumindest ein 1.40m Bett. Dieses Bett war nicht nur erstaunlich schmal. Es stand auch noch längs an der Wand. Das hasse ich ja schon mal. Du drehst dich um und brichst Dir sofort an der Wand das Handgelenk. Und zu allem Überfluss hatte es auch noch ein “Fußteil”. Also würde ich die ganze Nacht nicht nur gegen die Wand donnern, ich würde mir auch ständig die Zehen anschlagen.
Das Nichtraucherzimmer roch nach kaltem Rauch. Dies wurde auch durch die Tatsache, dass das Zimmer vermutlich die letzten 3 Monate nicht gelüftet wurde kaum besser. Ich schnappe mir die Fernbedienung und natürlich sind die Batterien leer. Pay-TV gibt es nicht, aber wer will das schon.
Ich öffne die erste Kleiderschranktür und finde einen Stabel Porno-Hefte. Hmm, ist das vielleicht ein Ausgleich für den fehlenden Pay-TV Kanal? Wo bin ich hier gelandet? Zahle ich hier nach Tagen, oder nach Stunden?
Hinter der nächsten Schranktür finden sich alte Socken.
Das ist der Moment, in dem ich dann doch mal zur Rezeption gehe und ein neues Zimmer verlange…
Vor einiger Zeit hatte ich hier Websequencediagramms.com vorgestellt. Damit kann man einfach und schnell UML Sequenzdiagramme zeichnen.
Es gibt eine ähnliche Webseite auch für Klassendiagramme, Aktivitätsdiagramme und Use-Cases: Yuml
Damit kann man alle wichtigen UML Diagramme “mal eben” online erstellen. Sehr praktisch für kleine, schnelle Dokumentationen
Hier nochmal die Links:
http://www.guerilla-projektmanagement.de/index.php/archives/2009/06/24/tipp-httpwwwwebsequencediagramscom/
http://www.websequencediagrams.com/
http://yuml.me/
Gestern habe ich ja einen Vergleich zwischen Ameisen und Projektarbeit gemacht. In diesem Zusammenhang gibt es bei IT Projekten einen Punkt, der in letzter Zeit in vielen Teams die ich gesehen habe wenig berücksichtigt wurde.
Zwischen Ameisen und Softwareentwicklern gibt es nämlich einen wichtigen Unterschied. Na ok, es gibt vermutlich viele Unterschiede zwischen Menschen und Ameisen. Aber ich will nur auf einen Punkt hinaus.
In Köln gibt es einen riesigen Outdoor laden. Auch wenn einige Punkte gegen den Laden sprechen (oft zu teuer, erinnert mich an meine Ex-Freundin, viele Verkäufer haben keine Ahnung) bin ich dort ganz gerne. Auf der 2. Etage gibt es eine Ameisenkolonie hinter Glas. Ich muss zugeben, ich könnte mir das immer stundenlang anschauen. Dabei bin zumindest ich nicht in der Lage, einzelne Ameisen voneinander zu unterscheiden. Aus meiner Sicht scheinen alle Ameisen ihren Job ähnlich produktiv zu machen. Und da sind wir dann auch schon beim Unterschied:
Ameisen arbeitet ähnlich. Die Produktivität von Softwareentwicklern unterscheidet sich enorm.
Damit ist nicht nur die Qualität des Ergebnisses gemeint. Manche Entwickler sind bei gleicher Qualität einfach 10 Mal schneller als ihre Kollegen. Das spricht weder für diesen Entwickler, noch gegen seine Kollegen. Aber der Unterschied ist extrem. Ich denke, es gibt wenig Branchen, bei denen sich die Produktivität einzelner Teammitglieder so extrem unterscheidet. Oder ist es z.B. normal, dass ein Maurer 10 Steine setzt in der Zeit in der sein Kollege einen Stein schafft?
Andere Entwickler sind Spezialisten wenn es darum geht, Fehler zu finden. Als ich selber noch viel Software entwickelt habe, konnte ich ziemlich intuitiv die Ursache für einen Bug finden (was vermutlich daran liegt, dass ich selber so extrem viele Fehler in meinen eigenen Code eingebaut habe, dass ich geübt war…).
Langer Rede kurzer Sinn: Die Schwerpunkte und Spezialfähigkeiten unter IT-Menschen unterscheiden sich sehr stark, stärker als in vielen anderen Branchen.
Und was passiert? Der langsamere Entwickler bekommt den Ärger dafür, dass er nicht so gut ist, wie der Überflieger - was den Überfliegen als guten Teamplayer dazu bringt, einfach langsamer zu arbeiten. Teams und Teammitglieder werden nach Anforderung und nicht nach Fähigkeit quer durch die Projekte rangiert. Nicht der Spezialist ist gefragt, sondern der Generalist der problemlos jede bel. Rolle je nach Anforderung einnehmen kann.
Allgemein tut man sich ja in vielen großen Firmen mit der Förderung von Fachkarrieren schwer. Eine Führungslaufbahn wird gefördert und hat ein gutes Ansehen. Aber wenn jemand lieber eine Fachlaufbahn durchschreiten möchten, hat dies weniger Ansehen - wenn so etwas überhaupt in der Firma existiert. Die Qualität eines Mitarbeiters bemisst sich dann nicht nach seinen Ergebnissen, sondern nach der Anzahl der ihm unterstellten Mitarbeiter.
Ist das sinnvoll? Nein, absolut nicht. Im Sport kommt ja auch niemand auf die Idee, einen Hammerwerfen für den 400 Meter Lauf anzumelden. Und was passiert, wenn Michael Schuhmacher auf ein Motorrad steigt, haben wir ja gesehen… Aber im Projektgeschäft wollen wir scheinbar alle Mitarbeiter zu 10-Kämpfern ausbilden.
Ergebnis: Sie können vieles gut, aber nichts hervorragend.
Spezialisten zu fördern ist für jeden Teamleiter eine Herausforderung. Aber wer ein Team haben möchte, welches Berge versetzen kann, sollte sich dieser Herausforderung stelllen.
Im Laufe meiner Projektlaufbahn habe ich mich schon mit verschiedenen Methoden “herumschlagen” dürfen. Zum Glück sind ja die schlimmsten Auswüche mittlerweile wieder aus der Mode. Aber auch unter den “agilen Methoden” gibt es noch genügend Auswahl. Nur, ist das eigentlich überhaupt der richtige Weg?
Wir sind alle so völlig davon überzeugt, dass Projekte nach bestimmen Methoden und Verfahren abzuwickeln sind. Ein Projekt ohne entsprechende Methode ist (sobald es eine gewissen Größe überschritten hat) zum scheitern verurteilt. Anders geht es nicht. Geht es nicht?
Fragen wir doch mal die Ameise hinten im Garten, die gerade mit ihren Kollegen an dem Ameisenhausen arbeitet. “Hallo Ameise. Nach welcher Managementmethode arbeitet ihr hier denn so”. Antwort der Ameise “Häh?”. Die Ameisen haben eine (einigermaßen) klare Rollenverteilung, eine entsprechende Struktur. Aber sie kommen sicherlich ohne PMBOK oder V-Modell aus.
Das Zauberwort heißt: Struktur & wenige Regeln. Durch eine klare Struktur verringert sich der Zahl der Regeln. Klassisches Projektmanagement arbeitet oft mit vielen Regeln und ein wenig Struktur - also genau umgekehrt.
Ein anderes Beispiel. In Mumbai (vormals Bombay) existiert ein Transportsystem bei dem täglich rund 200.000 Essen von 5000 Personen transportiert werden. Inder legen viel Wert auf ihr Essen und lassen sich daher das Essen ihrer Frau / Mutter an den Arbeitsplatz bringen. Dieses Transportsystem ist erstaunlich gut. Nur eines von 16 Mio. Essen kommt nicht an (zum Vergleich: die Fehlerquote für fehlgeleitetes Gepäck am Flughafen Frankfurt liegt bei 1:1000). Die Zusteller, die Dabbawalas sind dabei genossenschaftlich organisiert. Details zu dem System findet man z.B. in einer Reportage des ZDF: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/796628?inPopup=true
Dabbawalas und Ameise haben etwas gemeinsam. Durch eine sehr schlaue Struktur verringert sich die Anzahl der notwendigen Regeln.
Warum sind Strukturen bessern als Regeln? Ganz einfach. Regeln muss man lernen. Regeln schränken ein. Regeln sind oftmals zu starr aber es ist für einzelne Personen schwierig zu erkennen, wann man eine Regel besser nicht befolgt.
Strukturen sind dagegen besser. Oder, um jetzt mal die Brücke zum Projektmanagement zu schlagen, nennen wir es nicht Strukturen, nennen wir es Rollen. Ich definiere für ein Projekt Rollen, einfache Kommunikation und einfache Regeln. Dies kann aus meiner Sicht in vielen Fällen erfolgreicher sein, als jede noch so agile Projektmanagementmethode.
Ab dem 19.10. wird Amazon den E-Book Reader Kindle auch nach Deutschland verkaufen. Leider nur den Kindle 2 und nicht die neue Kindle DX Version, aber wir wollen ja nicht undankbar sein. Ich habe natürlich sofort eine Bestellung aufgegeben. Mal schauen, wann ich wirklich einen bekomme.
Es gibt jedoch auch einige dunkle Seiten.
Buchbestand
Klar, aktuell sind 99% der Bücher und Zeitungen englischsprachig. Es gibt Ausnahmen wie die FAZ. Aber das wird sich vermutlich bald ändern. Und natürlich gibt es Ärger mit dem Lizenzrecht.
So kann man das neue Buch von Dan Brown, The Lost Symbol, nicht kaufen, wenn man in Europa wohnt. Ich fliege bald für ein paar Tage in die USA. Jetzt stellt sich mir ja folgende Frage: In den USA könnte ich das Buch einfach in papierform kaufen und dann damit nach Deutschland fliegen. Kann ich jetzt auch in den USA das Buch für mein Kindle kaufen und dann damit fliegen? Vermutlich werde ich das nicht kaufen können.
Digitales Rechtemanagement in einer globalisierten Welt ist Dreck!
Kosten
Wenn ich über Amazon ein E-Book kaufe, wird mir das per UMTS (sic!) auf mein Kindle geladen. Hierzu hat das Kindle eine SIM Karte von AT&T (nochmal sic!) drin. Amazon hat sich nicht mit einem deutschen Mobilfunkanbieter über die Kosten einigen können und hat nun eine Lösung mit AT&T gefunden.
Eine zweite Möglichkeit sein Kindle über die Luft zu befüllen besteht darin, ihm eine E-Mail mit der Daten zu schicken. Das kostet dann jedoch extra Gebühren. In den USA sind dies 15cent/MB.
In Deutschland ist es ein klein wenig teurer: $0.99 / MB. WTF?!? Damit werden wohl die teuren Roaming Gebühren für AT&T finanziert. Eigentlich dachte ich, ich könnte mir täglich die PDF Version der TAZ auf mein Kindle schicken lassen. Das digitale Abo kostet 10 EUR. Aber eine Ausgabe hat rund 18MB. Also müsste ich rund 12 EUR pro Ausgabe für die Übertragung bezahlen. Das ist natürlich Mist. Doppelte Käufe?
Ich habe mir einige LPs später nochmal aus CD gekauft. Das fand ich zwar doof, hatte aber zumindest einen Vorteil: Die Audio-Qualität war besser (und bevor jetzt HiFi Freaks argumentieren: Ich hatte eine Schneider Team 24 Anlage - da war die CD ein riesiger Fortschritt…). Bücher sind Bücher sind Bücher.
Trotzdem müsste ich jetzt Bücher die ich schon habe nochmal kaufen, um sie auch auf dem Kindle zu haben. Gut, das einige Fachverlage Buchkäufern die Möglichkeit geben, ein Buch auch als PDF herunterzuladen. Und ganz ehrlich. Ich hätte kein schlechtes Gewissen, mir ein schon gekauftes Buch als pdf aus dem Internet zu laden.
BTW: Bislang habe ich übrigens die aktuellen Perry Rhodan Folgen auf meinem iPhone gelesen (ER 1,59 pro Folge). Dankenswerterweise kann man auch ein PDF-Abo abschließen ca. 1,30 pro Folge). Ich meine, wenn das kein Argument für ein Kindle ist …
Das sind die Tage, an denen mir mein Beruf wieder wie eine Berufung vorkommt und Soaß macht. Das Projekt ist endlich online.
Es hab viel Arbeit. Es gibt vermutlich die ein oder andere Person, die mich nicht mehr ganz so lieb hat. Es gibt Leute, mit denen die Zusammenarbeit sehr nett war.
Es gab die üblichen, endlosen inhaltlichen Diskussionen und es gab massives Time-Boxing, um der Termin zu halten.
Jetzt ist die schönste Zeit im Projekt. Alle sind zufrieden mit dem Ergebnis und bis die ersten massiven Probleme auftauchen wird es noch ein paar Tage dauern.
Alle Beteiligten sind sicherlich stolz auf “ihr Baby” und sehr gespannt, wie es weiter gehen wird.
Also der ideale Zeitpunkt, sich zurückzulehnen und sich die nächsten Tage nur dem Vergleich von Milford und Talisker hinzugeben