Diese gar liebliche Liedsammlung bestehend aus dem letzten Studio-Album und Live-Mittschnitten ist genau die richtige Hintergrundmusik für eine kleine Rundfahrt im Auto bei Sonnenschein.
Ich sitze mit dem wichtigen Berater zusammen und spreche mit ihm über die aktuelle Testsituation. Gerne erkläre ich ihm (zum 5. Mal) meine (ach so ungewöhnliche) Einteilung in Fehlerklassen.
Klasse 1: Verhindert den Betrieb und ist abnahmerelevant
Klasse 2: Verhindert nicht den Betrieb (behindert ihn aber merklich), ist abnahmerelevant
Klasse 3: kleine, nicht abnahmerelevante Fehler welche im Rahmen der Gewährleistung behoben werden können.
Er: Und Sie sind der Meinung, man können noch nicht starten?
Ich: Das hat wenig mit meiner persönlichen Meinung zu tun, wir haben leider Fehler der Klasse 1 gefunden
Er: Bei wie vielen Fehlern der Klasse 1 wollen Sie denn starten?
Ich: Na, bei 0. Das ist ja der Sinn dieser Einteilung. Fehler der Klasse 1 bedeuten, dass das System nicht läuft oder an sehr wichtigen Stellen falsche Ergebnisse liefert.
Er: Aber es gibt doch bestimmt Fehler, die aus Klasse 1 in Klasse 2 übergehen könnten
Ich: In unserem Fall leider nicht. Wir haben schon sehr “großzügig” bewertet
Er: Ok, aber wenn wir einfach die Kritierien ändern. Wie viele Fehler der Klasse 1 würden Sie denn erlauben?
Ich: Äh, 0?
Er: Aber es würde doch auch bestimmt mit 10 Fehlern gehen, oder?
Ich: Nein. Die Fehler müssen einfach vom Dienstleister behoben werden. Ich denke aber, dass wir hier von einer Verzögerung von 3-4 Wochen sprechen die wir verkraften können.
Er: Gut, sagen wir 5
Ich: Nein. Wir könnten vielleicht einige Teile in Betrieb nehmen, mehr leider nicht
Er: So geht das nicht. Ich werde mich bei Ihrem Vorgesetzten über Sie beschweren. Die Geschäftsleitung erwartet einen Start für diesen Monat und das werden wir auch bekommen. Wir lassen das nicht an Ihrer mangelnden Kooperationsbereitschaft scheitern.
… das anschließende Chaos, was der Launch bewirkt hat musste ich dann zum Glück nicht mehr miterleben…
Es ist warm. Es ist unglaublich warm da draußen. Wärmer war es nur den ganzen Tag in dem Meetingraum. Die Klimaanlage wollte irgendwie nicht so, wie wir wollten.
Egal. Das Meeting war gut und ich willnur noch zurück in meine Projektwohnung. Vielleicht noch ein wenig laufen und dann ab unter die Dusche.
… Tja… leider hat der Hausmeister gerade heute die noch fehlende Duschkabine installiert. Vor der Tür ein dicker Zettel: “Dusche heute nicht benutzen”
Update 13:07 Uhr:
Aktuell sieht man auf dem Server ein “under construction” Hinweis - wird vermutlich das Backup eingespielt.
Was ich nicht verstehe: Den Namen des Hackers findet man sonst nicht im Netz. Und der Typ hat die Seite mit Word geschrieben - Pseudo-Hacker
Irgendwelche Schlauberger haben die Seite der Kinderhilfe gehackt. Zuerst fand ich das lustig, ich befürchte jedoch, es ist ein Schuss in den Ofen.
Zur Einordnung: Die Kinderhilfe sammelt gerade Unterschriften pro Internetsperre. Sie tut das dabei vor Fußballspielen. Man setzt seine Unterschrift unter den Satz “Ja, ich stimme für das Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet ab”. Das ist selbstverständlich populistischer Unfug. Kinderpornographie ist schließlich auch jetzt schon im Internet verboten.
Wie auch immer. Ist es schlau, den Web-Auftritt der Kinderhilfe zu manipulieren? Nein! Absolut nein!
Die Diskussion um das KP-Gesetz ist Zeugnis eines interessanten Wandels. Netzbewohner werden erstgenommen. Wenn Spreeblick einen Brief von Frau von der Leyen bekommt, ist dies sehr bemerkenswert. Es zeigt, dass Spreeblick ein akzeptierter “Gegner” in diesem Streit ist. Es zeigt, dass politische Meinungsbildung im Internet auf dem richtigen Weg ist. Es zeigt, dass sich viel mehr Menschen an Politik und Demokratie beteiligen wollen, als es uns Medien und Politiker immer erzählen. Und machen wir uns nichts vor. Die meisten Politiker haben nichts gegen die viel beschworene “Politikverdrossenheit” - ermöglichst diese ihnen schließlich, in Ruhe zu arbeiten …
Daher finde ich die Manipulation der Seite dumm. Sie wird dazu instrumentalisiert werden, die Netzbewohner in die Kiste der “Chaotischen Spinner” zu stecken. Das Internet hat die Chance, als Instrument der politischen Meinungsbildung ernst genommen zu werden. Blogger haben die Chance, als Instant-Journalisten ernst genommen zu werden. Durch solche Hacks bietet man aber unnötig Angriffsfläche.
Aufgrund der jüngsten betrügerische Aktivitäten auf einige PayPal online
konten wir starten eine neue Security-System zu machen
PayPal-Online-Konten mehr sicher und sicher. Bevor wir können
aktivieren wir werden prüfen alle PayPal-Online-Konten, um zu bestätigen,
die Authentizität des Inhabers.
(…)
Bestätigen Sie Ihre Konto-Status wenden Sie sich bitte Anmeldung
Ich habe das natürlich sofort gemacht, sicher ist sicher
in einem Fernsehinterview (http://www.youtube.com/watch?v=IR9CBl1KN8c&feature=player_embedded) sagen Sie zur Petition gegen das KP-Gesetz:
“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”
Ich versuche es Ihnen mal zu erklären. Die Unterzeichner dert Petition sträuben sich nicht gegen Sperrung kinderpornographischer Inhalte. Ganz im Gegenteil. Ich vermute mal, 99,99% der Unterzeichner würden es sehr begrüßen, wenn entsprechende Inhalte aus dem Netz verschwänden.
Das Gesetz wird hierbei nur leider nicht helfen. Durch das Gesetz müssten Provider mit sehr viel Geld und Aufwand einen Schutz bauen, den jeder Depp in 30 Sekunden umgehen kann. Kein Pädophiler wird sich dadurch aufhalten lassen.
Jetzt wird gesagt, “Ja. aber wir verhindern damit, dass man Zufällig auf solche Seiten kommt”. Ok. Das mag stimmen. Aber das soll bringen? Pädophile ist laut Medizinern weder therapierbar, noch wird jemand “spontan” pädophil, weil er zufällig auf solche Seiten kommt - er wird mit Sicherheit eher schockiert sein.
Ihre Kollegin, Frau Von Der Leyen, hat (laut dpa) auch sehr interessant auf die Petition reagiert:
Von der Leyen ließ dies dennoch unbeeindruckt. „Eine zivilisierte Gesellschaft, einschließlich der Internetgemeinschaft, die Kinderpornografie ernsthaft ächtet, darf auch im Internet nicht tolerieren, dass jeder diese Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert anklicken kann“, teilte das Ministerium mit. „Das Leid der Opfer ist real, nicht virtuell. Jeder Klick und jeder Download verlängert die Schändung der hilflosen Kinder“.
Ähm, ja, absolut richtig. Man sollte gegen Herstellung, Verbreitung und Vertrieb solcher Inhalte mit aller Macht vorgehen. Aber das hat das mit dem Gesetzt zu tun? Richtig: Nichts.
Ich muss zugeben, ich bin enttäuscht. Offenbar reichen 55.000 Stimmen nicht aus. Vielleicht braucht es 500.000 Stimmen, bis sich etwas tut.
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860
Nachtrag: Noch ein Zitat
Wiefelspütz sagte dem “Kölner Stadt-Anzeiger”, das Gesetzgebungsverfahren werde durch die Petition “nicht beeinträchtigt”. Zwar sei es “das gute Recht” eines jeden, Petitionen einzureichen. Die Maßsstäbe der Internet-Gemeinde seien aber “teilweise undifferenziert”.
(Quelle)
(Wifelspütz: Dieter Wfelspütz, SPD)
Das klingt für mich so, als habe eine Petition so ungefähr den Status wie früher die Schülervertretung als ich zur Schule ging. Dort konnte man auch ein wenig Demokratie spielen ohne irgendwelche echten Ergebnisse - und die Schulpolitik wurde fleißig woanders gemacht.
Ich fasse das alles nochmal mal zusammen. Da wird ein Gesetz gemacht, welches
- nach Meinung der meisten Experten nichts bringt
- von Opferverbänden und -Verträtern abgelehnt wird weil es ihnen nicht hilft
- von sehr vielen Leuten abgelehnt wird
… und die von uns gewählen Politiker haben nichts besseres zu tun, als die Unterzeichner der Petition zu beschimpfen?!?
- Der Vertrag ist unterschrieben
- Der erste Termin steht
- Die Projektwohnung ist gesichert
Was fehlt? Richtig! Das aller-aller-wichtigste Ding: Die Kaffeemaschine für die Projektwohnung.
Ich bin vor einiger Zeit von der Senseo auf eine Pad-Maschine von Petra umgestiegen (also, so heißt die Firma). Da werde ich wohl noch eine zweite Maschine erstehen. Ohne Kaffee stehe ich nicht auf …
O2 hat ab heute neue Tarife aufgelegt die sehr interessant sind:
- keine Grundgebühr
- keine Mindestvertragslaufzeit
- Telefonate & SMS werden auf maximal 60 EUR gedeckelt.
Bis 60 EUR wird “normal” abgerechnet, die Rechnung übersteigt aber nie 60 EUR.
Dumm nur, dass ich vor 6 Monaten meinen GenionXL Tarif (Flatrate zu allen Netzen) für viel
mehr Geld - ohne SMS - verlängert habe. Laut Hotline kann ich nicht in den neuen Tarif wechseln.
Ich würde durch Wechsel zwar meine Genion Festnetznummer verlieren, aber das ließe sich ja verschmerzen.
Ok, das ist ja nichts neues. Neukunden haben es immer besser als Bestandskunden. Aber ärgerlich ist das schon…
Update 6.5.:
32.000 - fehlen nur noch 18.000.
Ich glaube, die 50.000 sind nur noch nicht voll, weil der Server so lahm ist. Also: Nicht aufgeben, registrieren und abstimmen.
Update 2
Laut http://twitter.com/mitzeichner unterzeichnen ziemlich konstant 10 Personen pro Minute. Das legt die
Vermutung nahe, dass der Server einfach nicht mehr kann
Anosnsten würde ich eine Schwankung erwarten (Mittagspause, Feierabend etc.)
Ich habe ein neues Projekt in einer Stadt in der ich vor 3 Jahren schon mal war. Damals hatte ich eine schöne Wohnung über eine Marklerin bekommen. Da ich mit ihrem Job sehr zufrieden war, habe ich sie nochmal angerufen.
Ich: “Hallo, ich suche eine möblierte Wohnung inkl. Reinigungs&Wäscheservice. Sie hatten mir vor 3 Jahren schon mal etwas vermittelt …”
Sie: “Ja, das war in der XYZ-Straße, richtig?”
Wow.
Ok, vermutlich hat sie mich mit Hilfe meiner Telefonnummer in ihrem Computer gefunden und dort meine Kundendaten gehabt. Aber, nicht schlecht. War für die Dame auch erfolgreich, ich habe ihr eine Wohnung quasi blind zugesagt.
Technisch ist sowas für keine Firma mehr ein Problem. Leider tun sich ja gerade große Firmen damit sehr schwer. Wie oft muss man bei der Hotline ständig sein Problem neu erklären, weil der Call-Center Mitarbeiter beim letzten Telefonat keine Zeit hatte, eine ausführliche Gesprächsnotiz abzuspeichern.
Für kleine Firmen bietet sowas natürlich eine riesen Chance. Entsprechende Systeme - die per Rufnummernerkennung gleich den entsprechenden Datensatz auf den Bildschirm zaubern - sind mittlerweile für kleines Geld zu bekommmen.
Auch wir selbstständigen Einzelkämpfer können mit kleinem Einsatz großer Wirkung erziehlen. Jeder gute Vertriebler kennt das: Notiere dir möglichst viele persönliche Informationen über deine (potentiellen) Kunden. Man stelle sich vor, der Projektvermittler ruft nach einem Jahr an und man ist in der Lage das Gespräch z.B. mit “Hallo, was macht denn ihr Heuschnupfen. Sie klingen viel besser, als im letzten Jahr” zu beginnen. Schon hat man gewonnen. Hmm, ok, Gespräche über Krankheiten sollte man netürlich eher meiden. Aber es gibt ja genug andere Möglichkeiten …
Es müssen 50.000 Unterschriften zusammen kommen. Das sollte doch drin sein, oder?
Nachtrag:
Die Site ist ziemlich langsam - was ein gutes Zeichen ist. 10% der benötigten Stimmen sind schon fast zusammen. Und das, wo die Petition erst rund 5 Stunden im Netz ist.
Lustig. Mein neues Projekt liegt in einer Stadt, in der ich vor einigen Jahren schon mal längere Zeit war.
Viele Dinge hatte ich vergessen, manche haben sich verändert, aber ein gewisser Wiedererkennungswert ist schon da. Es ist ein seltsames Gefühl in einer Stadt zu sein, in der man sich nur fast auskennt …
Wer auch findet, dass Dortmund nicht unbedingt als Hochburg der Rechten gelten soll, ist herzlich eingeladen, sich anzuschließen. Ich stelle mir das ja so vor. Jeder Leser motiviert 5 seiner Freunde und Bekannten, die bringen wieder 5 Leute mit - und schon haben wir 5000 Leute zusammen.
Normalerweise empfehle ich ja eher Management-Bücher (siehe rechte Spalte). Aber dieses Buch macht mal eine Ausnahme.
Ich gebe zu, dass ich Christoph Schlingensiefs Arbeiten eigentlich nicht sonderlich viel abgewinnen kann. Ich habe immer das Gefühl, er ist irgendwann mal in eine “Schublade” gerutscht und versucht nun, der Erwartungshaltung zu entsprechen. Ohne Zweifel ist er aber ein extrem netter, intelligenter und eloquenter Mensch. Ich habe ihn 1992 mal in Dortmund im Kino “Camera” erlebt, als er seinen Film “Terror 2000″ vorgestellt hat.
Christoph Schlingensief ist 2008 an Lungenkrebs erkrankt. Ihm wurde ein Lungenflügen entfernt. Im Dezember 2008 wurden auch im verbleibenden Lugenflügen Metastasen entdeckt.
Während seiner Erkrankung hat er Monologe aufgenommen (sein Tagebuch) und diese nun in Buchform veröffentlicht. Als ich davon hörte dachte ich, er wolle, wie damals Andy Kaufman), seinen Tod in die Inszenierung seiner Arbeiten mit aufnehmen. Aber das stimmt zum Glück nicht. Christoph Schlingensief hat sich zum Ziel gesetzt, noch mindestens 35 Mal Weihnachten zu feiern.
Herausgekommen ist ein wirklich wunderbares Buch über ein ganz und gar nicht wunderbares Thema:
Man sollte es nicht in der Bahn lesen, es sei denn, mal heult gerne öffentlich…
Ich komme gerade aus der Dortmunder Innenstadt. Eigentlich wollte ich nur gemütlich über das Weinfest schlendern und ein wenig essen. Der Ostenhellweg (ab Höhe Alex) war abgesperrt und voller Polizeifahrzeuge. Erst dachte ich, dass sei deren Sammelplatz.
Was passiert ist:
Rund 300 Neonazis haben sich vor dem Dortmunder Hauptbahnhof getroffen und wollten angeblich nach Siegen zu einer Veranstaltung fahren. Statt dessen sind sie in die Stadt gestürmt und haben die Kundgebung angegriffen. Aktuell hat die Polizei rund 200 Nazis eingekesselt, die werden nun abtransportiert.
Die Polizei konnte den Überfall laut einiger Aussage nicht verhindern, da nicht genug Personal vor Ort war. Klar, im letzten Jahr gab es hier in DO auch schon eine Neonazi-Veranstaltung. Die Faschos sind hier eh’ recht aktiv. Vor diesem Hintergrund ist es für mich absolut unerständlich, dass hier keine größeren Vorkehrungen betrofen wurden.
Ich bin geschockt. Dortmund hatte schon im 3. Reich eine unrühmliche Rolle. So wurden im April (knapp 3 Wochen vor der Kapitulation der Wehrmacht) noch 300 Menschen im Rombergpark ermordet. Mir ist ja auch irgendwie nicht klar, wie es in einer Stadt in der jeder 2. Nachname auf -ky endet (wg. polnischer Vorfahren) Rassismus geben kann.
Dieser Überfall in dieser Größenordnung ist schon sehr außergewöhnlich und beängstigend. So langsam sollten man den Faschos klar machen, dass ihnen die Straße nicht gehört.
Anfang der 90′er hatten wir Lichterketten gegen Rechts. Dezember 1992 kamen >8000 Leute in Düsseldorf zur Lichterkette.
Bei “Arsch huh, Zäng ussenander” kamen 100.000 auf den Chlodwigplatz.
Vielleicht würe heute ein guter Tag für eine Lichterkette in Dortmund