29.06.07

Mal wieder: Die Welt ist klein

Posted in Allgemein at 07:46:49

Vor vielen, vieeeelen Jahre war ich Student der Ing. Informatik (eigentlich: Angewandte Informatik mit Schwerpunkt Ing.-Wissenschaften - irgendwie so) an der Uni-Dortmund, einer Mischung aus Informatik, E-Technik und BWL.

Irgendwann gelang es mir, eine Stelle als HiWi in der Bereichbibliothek zu bekommen. Das habe ich ein Jahr durchgehalten. Meine Fresse, das war vielleicht ein langweiliger Job. Danach wurde es aber besser und ich bekam eine HiWi Stelle im “Softwaretechnologielabor” (STL) am Lehrstuhl für Software-Technologie. Wir waren 2 HiWis, Phillip und ich.

Und eben diesen Phillip habe ich gerade im Netz gefunden. Ich bin ja seit einiger Zeit ein großer Fan von Ruby On Rails. Auf der Suche nach Infos zu dem Thema finde ich einen Blog mit dem Titel “Phillip’s Blog”.

Und siehe da, es ist tatsächlich ein Blog meines ehem. HiWi Kollegen. Und sein Thema (u.a.): Ruby On Rails. Witzig.

Wahrscheinlich wurden wir damals im STL so beeinflusst, dass wir beide an diesem Thema hängen geblieben sind…

27.06.07

IPhone Review

Posted in Multimedia at 11:52:43

Sehr lustiges Review der NYTimes:

25.06.07

Kaufbefehl: Bubba Ho-Tap

Posted in Multimedia, Allgemein at 19:13:29

Bruce Campell (B-Movie Horrorfilm Ikone) spielt Elvis der in einem Altersheim Ärger mit einer Mumie hat - so, oder so ähnlich. Was kann man mehr wollen?

Kaufen!

24.06.07

Ich mache mich mitschuldig

Posted in Politik at 11:34:35

Wer sich gerade jetzt vor dem Hintergrund der erhöhten
Terrorgefahr (… Überwachungsmaßnahmen, Onlinedurchdurchungen etc. [Anmerkung SR] ) verweigert, macht sich im Falle eines Anschlages
mitschuldig.

(CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl)

Wenn es denn so ist: Ja, ich mache mich dann wohl mitschuldig. Und ich mache es sogar gerne.

Ich mache mich mitschuldig
Denn ich kann und will nicht einsehen, dass wir wirklich gegenüber den Terrorristen kapitulieren. Dieser Staat hat sich eine Gesellschaftsform gegeben welche auf eine möglichst hohe individuelle Freiheit aufbaut. Freiheit bedeutet auch Risiko. Aber das Risiko waren die Bewohner dieses Staates lange bereit zu tragen. Wenn wir diese Freiheit nun einer trügerischen Sicherheit opfern, hätten wir besser gleich der DDR und nicht die DDR der BRD beitreten können.

Ich mache mich mitschuldig
Denn ich kann nicht nachvollziehen, welchen Zweck eine ungebremste Datensammlung der Sicherheit dienen soll. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass sämtliche Daten nur der Terrorabwehr dienen. Das ist wie beim Mautsystem. Das werden die Forderungen ja auch immer lauter, es zur Verbrechendbekämpfung einzusetzen (was allerdings technisch glücklicherweise nicht so einfach geht).

Ich mache mit mitschuldig
Denn ich bin der festen Überzeugung, dass Druck nur weiteren Druck erzeugt. Ich bin der Überzeugung, dass man den Terror viel besser bekämpfen könnte, wenn man die Probleme der “Quellenländer” aktiv angeht.
In Afghanistan herrscht seit über 150 Jahren Krieg. Zuerst waren es die Briten (60 Jahre Herrschaft), dann die Russen (80′er) , dann aus Pakistan die Taliban (ab 1995) und jetzt die USA. Dieses Land kennt nur Gewalt. Was, wenn nicht Gewalt, soll dort denn entwachsen?!?
Ein Beispiel aus einer ganz anderen Ecke:
Als in den 80′ern die Gewaltätigkeit bei den Fans des BVBs extrem stark war, wurden sehr schlaue Entscheidungen getroffen. Man hat nicht nur den Druck erhöht, man hat die Kommunikation gesucht. Es wurden Fanbeauftragte eingesetzt und die Borussenfront erfolgreich unschädlich gemacht.

Ich mache mit mitschuldig

23.06.07

1 Terabyte

Posted in Multimedia at 16:04:55

Heute (Wenn DPD denn liefert) bekommt mein MacMini MediaCenter eine neue externe Festplatte. Da der Mac mittlerweile als Videorekorder funktioniert, waren die bisherigen 300MB leider irgendwann erschöpft.

Das Ding hat unglaubliche 1TB (Terabyte) Speicherkapazität. Wie immer denke ich, dass ich das nie ausnutzen werde. Und wie immer wird es schneller passieren als mir lieb ist.

1 Terabyte.
Wenn man überlegt, was Tom Greiner (Grainer?) früher für Programme auf dem VC-20 in 8KB untergebracht hat. Mein erstes Diskettenlaufwerk (VC1540) konnte 166KB speichern. Viele Jahre später hatte meine erste Festplatte unglaubliche 10MB. Und als ich dann ein 1GB Laufwerk hatte dachte ich, mehr braucht kein Mensch. 1TB ist echt viel.

Bevor Word Dateien erstaunlich aufgebläht hat, galt als Faustformel, dass ein KB (=1024 Zeichen) ungefähr einer Schreibmaschinenseite entspricht. Ein Megabyte (=1000 kB) entsprechend also 1000 Seiten, ungefähr ein Aktenordner voll (doppelseitig). Ein Gb sind also 1000 Aktenordner. Ein Terabyte entsprechend 1000*1000 = 1 Million Aktenordner.

In 5 Jahren werde ich vermutlich einen 1TB USB-Stick in der Tasche haben und über diesen Eintrag lächeln …

22.06.07

Brief von der IHK

Posted in Allgemein at 14:12:48

Als selbstständiger Berater brauche ich die IHK so dringend wie ein 3. Ohr.

Wenn Post der IHK kommt, werde ich nervös. Wenn dann auch noch ein Mahnung drin ist, werde ich richtig nervös. Wenn ich die dazugehörige Rechnung nicht finden kann, verwirrt mich das noch mehr.

Also flug mal anrufen und nachfragen:
“Äh, also sie hätten eigentlich gar keinen Bescheid bekommen sollen”
Prima, habe ich auch gar nicht, ich habe sofort die Mahnung bekommen
“Ne ne, er Bescheid ist schon an sie gegangen”
Vielleicht, aber nicht bei mir angekommen
“Ja, ja. Also Sie hätten den Grundbetrag zahlen müssen”
Ah ja, wo steht das denn?
“Ja, dass finden sie (In den AGBs welche im Keller des Wasserwerkwerkes hinter der Tür “Vorsicht Tiger” hängen”
Ok, wie auch immer. ich bekomme jetzt eine neue Rechnung?
“Ja, ich mache eine Mahnsperre”

Ich bin gespannt…

Schöner Zufall

Posted in Projektmanagement at 09:38:16

Ich sitze vor meinem Kaffee und grübel über eine Präsentation nach mit der wir bei unserem Kunden einige aus unserer Sicht bislang nicht ideal gelösten Probleme ansprechen wollen.

Da ich zwar ständig neue Ideen, aber leider auch ein extrem schlechtes Erinnerungsvermögen habe, liegen in der ganzen Wohnung Notizblöcke herum.

Also greife ich zum nächstliegenden Block. Was steht drauf: “Ärger im im Projekt?”. Es ist ein Block, den mit Martina Diehl von der Krötenwanderung mal geschickt hatte.

Sehr passend.

20.06.07

Ich trottel

Posted in Projektmanagement at 17:26:36

Man man man. Was erzähl’ ich den Leuten denn immer wieder? Was ist für einen guten Berater wichtig, wenn er ein neues Projekt hat? Richtig: Lerne deine Umgebung kennen. Wo sind die Kneipen, wo findet sich Fast-Food, wo ist die Reinigung. Danach kann man sich um den Kunden kümmern

Und was mache ich? Seit fast einem halben Jahr bin ich bei meinem aktuellen Kunden. Seit 3 Monaten habe ich eine neue Projektwohnung. Wochenlang ärger ich mich über die schlechte Lebensmittelversorgung. Es gibt entweder den wirklich miesen Discounter oder den teuren und weit entfernten Bioladen.

Tja, und da laufe ich in der Mittagspause ein wenig durch die Gegend. Und was muss ich da sehen: Ein Supermarkt. Ein echter, großer, schöner Supermarkt. Keine 5 Minuten von meiner Projektwohung entfernt.

Und das 3 Wochen vor Projektende. Grummel…

19.06.07

Ich war das nich’

Posted in Projektmanagement at 11:10:13

Abteilungen großer Firmen sind wie streitende Grundschulkinder auf dem Schulhof. “Aber der da hat angefangen”. “Aber ich bin nicht Schuld”. Sinnvolle Reaktion der Pausenaufsicht in so einem Fall: “Mir ist egal, wir angefangen hat. Aber ich beende es jetzt”.

Bei Abteilungen erlebt man des öfteren die Situation, dass die entsprechenden Teamleiter/Abteilungsleiter alles erdenkliche versuchen, um ihre Abteilung “sauber” zu halten. Dann bekommt man Statements in der Art “Die IT setzt genau das um, was sie an Anforderungen bekommt. Es ist nicht unser Problem, wenn die Anforderungen offensichtlich Unsinn sind”. Oder auch: “Ich konnte nichts machen, da ich auf Herrn X gewartet habe der mir Informationen schuldete”. In meiner Zeit bei Pixelpark sehr beliebt war es, seine eigene Kostenstelle “sauber” zu halten und alle Aufwände auf fremde Kostenstellen zu buchen. Gut für die einzelnen Abteilungen - brachte der Firma aber immer noch kein Gewinn. Kurzum: Es wird peinlichst genau darauf geachtet, die eigene Abteilung möglichst gut zu präsentieren - sprich, “der andere hat aber angefangen”.

Diese Grabenkämpfe zwischen einzelnen Abteilungen wird man natürlich nie vollständig beenden können. Da ich mich u.a. auf die Vermittlung zwischen Fach- und IT-Abteilung spezialisiert habe, finde ist das ja auch gar nicht sooo schlimm …

Allerdings bringt man durch solch ein Verhalten die Firma in Gefahr. Jeder Teamleiter, jeder Abteilungsleiter hat zwei Fragen die er sich ständig stellen muss:
1. Was sind die besten Entscheidungen für mein Team
2. Was sind die besten Entscheidungen für die Firma

Hier gibt es Widersprüche und hier muss man Entscheidungen treffen. Wer aber ständig nur bemüht ist, seine Abteilung im möglichst gutem Licht darstehen zu lassen kann sich sicher sein, dass er eine Sache vergisst: unternehmerisches Denken!

Keiner IT Abteilung der Welt ist es verboten, mitzudenken und von sich aus auf Probleme hinzuweisen. Die mögliche Wahrheit: Das Projekt war von allen Seiten schlecht geplant und die Fachabteilung ist nur der Sündenbock.

Man konnte nichts machen, da man auf Informationen wartet? Die Person ansprechen! Oder Eskalation betreiben! In Wirklichkeit war man doch gar froh, keine Information bekommen zu haben da die Arbeitslast in der eigenen Abteilung so hoch war, dass man damit eh’ nix hätte anfangen können. Die Verzögerung war klar, die Schuld wurde nur abgewälzt.

Man igelt sich gerne in seinem Team/seiner Abteilung ein. Das ist auch prinzipiell wichtig und gut. Aber das sollte einen nicht davon abhalten, über den Tellerrand hinauszublicken und sich weiterreichende Gedanken zu machen

Oder wie ein ehem. Kollege immer so schön sagte: Mitdenken heißt miterleben

14.06.07

Notizzettel

Posted in Projektmanagement at 11:28:20

Was ist eines der wichtigsten Werkzeuge, wenn man an seinem Motorrad schraubt?

Nein, es ist nicht der 350,-EUR teure Proxxon Steckschlüsselsatz den wir uns so dringlich zu Weihnachten wünschen.

Es sind (Fanfare): Papier und Bleistift!

Häh?!?

Tja, das ist so: Wenn man seine Maschine auseinander nimmt, sollte man sie auch später wieder zusammenbauen können. Vor allem Das macht man sinnigerweise genau in der umgekehrten Reihenfolge wie beim auseinandernehmen. Es mag sicher Leute geben, die sich genau merken, in welcher Reihenfolge sie die 80 Schrauben und Anbauteile entfernt haben - ich kann es nicht. Also behelfe ich mir, in dem ich die Teile in einer logischen Reihenfolge in der Garage verteile (und später gerne mal irgendwo drüberstolper …) und mir zusätzlich Notizen mache. Ergebnis: Ich behalte durch dieses System immer den Überblick.

Genau so mache ich es, wenn ich an irgendwelchen Dingen an meinem Computer herumspiele. Wenn man z.B. ein neues Betriebssystem installiert oder eine Software konfiguriert, gibt es viele Stellschrauben und Dinge, die man ausprobieren muss. Irgendwann hat man das Problem gelöst und vergisst den Lösungsweg wieder.

3 Monate später hat der Büronachbar ein ähnliches Problem. Ergebnis: “Ja, ich kenne das… ähhh…. ich hatte das auch .. ich habe dann das irgendwie gelöst … so genau kann ich mich aber nicht mehr daran erinnern”.

Klar, es gibt Leute, die haben ein super Erinnerungsvermögen und können sämtliche Datails sofort abrufen - ich gehöre aber nicht dazu.

Lösung: Wenn ich an Problemen arbeite (Software weigert sich, installiert zu werden usw.) nutze ich parallel eine Textdatei in der ich die Schritte eintrage.

Ergebnis 1: Man arbeitet automatisch sauberer, da man erst denkt und dann handelt
Ergebnis 2: Erfolge sind reproduzierbar

Kleines Tool, große Hilfe.

IT Witz

Posted in Projektmanagement at 08:36:44

Kannte ich noch nicht:

Ein Softwareingenieur, ein Hardwareingenieur und ein Manager sind auf dem Weg zu einem Treffen in der Schweiz.
Sie fahren eine steile Bergstraße hinab, als plötzlich die Bremsen versagen. Der Wagen gerät beinahe außer Kontrolle, rast in wilden Schlangenlinien die Straße herunter, knallt gegen die Leitplanken, bis er - wie durch ein Wunder - schließlich auf halber Höhe an der Wand zum Stehen kommt. Die Insassen sind unverletzt, haben aber ein Problem: Sie stecken auf der steilen Straße auf halbem Wege fest, und das in einem Auto ohne Bremsen. Was sollen sie tun?

“Ich weiß, was wir machen.” sagt der Manager. “Laßt uns ein Meeting abhalten, eine Vision formulieren, ein Pflichtenheft erstellen, einige Ziele definieren, und durch einen Prozess kontinuierlicher Verbesserungen eine Lösung des kritischen Problems finden, und schon sind wir wieder unterwegs.”

“Nein, nein”, sagt der Hardwareingenieur, “das dauert viel zu lange und hat noch nie funktioniert. Ich habe mein Schweizer Taschenmesser dabei, und in Nullkommanix kann ich damit das Bremssystem des Wagens reparieren, und schon sind wir wieder unterwegs.”

Da meldet sich der Softwareingenieur: “Bevor wir irgendetwas ausprobieren, sollten wir den Wagen auf die Bergspitze zurückschieben, einsteigen, und schauen, ob das Problem nochmal auftritt.”

13.06.07

Sie kommen alle wieder

Posted in Multimedia at 10:46:12

Eines der ersten deutschen E-Commerce Angebote war My-world von Karstadt. Meinen persönlichen Geschmack traf die Seite damals nicht wirklich. Irgendwall ging die Geschichte dann in Karstadt.de auf.

Jetzt hat KarstadtQuelle ein neues Baby am Start. Und weil der alte Name so schön war - und auch im Web langsam Nostalgie Einzug hält - nennt sich dieser Auftritt: Myby :-)

Noch gibt es dort nur eine Vorschaltseite. Mal schauen, wann es wirklich los geht.

12.06.07

10 von 10 Punkten

Posted in Projektmanagement at 16:28:17

Einige Fragen sind gar nicht so einfach:

der DOS Wissenstest auf Stern.de

Hach, das waren noch Zeiten …

11.06.07

Trouble-Shooting

Posted in Projektmanagement at 09:28:35

Auf RTL läuft eine Serie mit einem “Schuldnerberater” der Woche für Woche versucht, Menschen in finanziellen Notlagen zu beraten. Was lernen wir daraus?

1. Ich schaue zuviel Fernsehen.

2. Die dort angewendete Methode beinhaltet einige Werkzeuge, die auch in der Projektleitung angewendet werden.

Als externer IT-Berater wird man von Zeit zu Zeit in Projekte geholt, die eigentlich schon fast gescheitert sind. Der externe Berater wird in solchen Fällen oft nicht geholt, um wirklich zu helfen. Statt dessen ermöglicht es, der Geschäftsführung zu sagen, man habe doch alle getan - sogar externe Hilfe geholt.

Was macht nun der Schuldnerberater? Zuerst mal wird die aktuelle Situation aufgenommen. Den Leuten ist die Situation über den Kopf gewachsen. Irgendwann will man “das Elend” gar nicht mehr sehen und öffnet seine Kontoauszüge schon gar nicht mehr (das übrigens kenne ich persönlich aus meiner Studentenzeit …). Das ganze Leben kreist aber trotzdem nur noch um die finanziellen Probleme. Mit jeder Post kommen neue Rechnungen, neue Mahnungen - neue Probleme.

Der Schuldnerberater macht also nun eine komplette Analyse. Was kommt rein? Was geht raus? Welche Schulden sind da? Am Schluss steht er dann in jeder Folge vor einem Whiteboard und rechnet den Leuten vor, dass sie z.B. jeden Monat 300 EUR mehr ausgeben, als sie ausgeben. Wenn die Wahrheit auf dem Tisch ist, wird dann nach einer Lösung gesucht.

Tja, das kennen wir doch auch aus Projekten, oder? Die IT Abteilung ist verzweifelt. Die Anwender wollen ständig Änderungen haben, die Projekte werden nicht fertig und die Anwender fangen an zu nerven (”Mahnungen zu schreiben”). Ich größeren Firmen fängt es damit an, dass Änderungen im Betrieb (in der Linie) - meistens durch Change Requests (CR) beantragt - nicht mehr zeitig fertig werden. In einem meiner Projekte hat sich die IT Abteilung irgendwann sogar geweigert, bei neuen CRs überhaupt eine Aufwandsabschätzung zu machen. Dafür sei einfach keine Zeit mehr da. Das ist also quasi der Status, in dem die Mahnungen nicht mehr geöffnet werden.

Ab diesem Moment brechen alle Dämme: Die normalen Prozesse, also Projekte und CRs, bringen keine zufriedenstellende Ergebnisse. Also gehen die Anwender (bei entsprechenden Kontakten) direkt auf einzelne Entwickler zu um “mal eben” ein paar Änderungen zu bekommen. Haben sie diese Kontakte nicht, gehen sie über die Geschäftsführung. Die GF wiederum hat das Problem, dass sie von der IT Abteilung keine Informationen hat (dafür ist ja keine Zeit) und deren “rumgejammer” nicht einordnen kann. Also macht die GF das, was sie immer macht wenn sie nicht genug Informationen besitzt: Sie macht der IT Abteilung Druck. Das wiederum macht die Situation nur noch schlimmer.

So geht es natürlich nicht weiter. Also:

Schritt 1: Gnadenlos Bilanz ziehen!
Wo stehen wir? Was ist zu tun? Welche Probleme existieren noch? Was ist noch offen. Diese Analyse sollten historisch unbelastet vorgenommen werden. Es ist völlig egal, warum etwas so ist, wie es ist. Vielleicht ist das Projekt schlecht, weil die Entwickler schlecht waren, vielleicht lag es an der mangelden QS, vielleicht auch an den schlechten Anforderungen. Egal! In dieser 1. Phase ist es absolut verboten, Ursachenforschung zu betreiben. Fakten, Fakten, Fakten!

Schritt 2: Ergebnis offen kommunizieren!
Davor haben viele IT Leiter Angst. Sie glauben, sie können sofort ihren Schreibtisch räumen, wenn sie mit der Wahrheit an die Geschäftsführung gehen. Sie vergessen allerdings, dass sie auch ihren Schreibtisch räumen, wenn sie ihre IT Abteilung nicht in den Griff bekommen. Außerdem kann man manche Probleme nur in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen lösen. Die It Abteilung schafft 3 CRs proWoche. Es kommen aber jede Woche 10. Das kann man nur lösen, in dem alle zusammenarbeiten. Noch wichtiger: Die anstehenden Änderungen brauchen das Mandat der Geschäftsleitung. Daher muss die Geschäftsleitung frühzeitig eingebunden werden. Und Chefs brauchen Informationen.

Schritt 3: Quick Wins!
Die Leute sind frustriert. Frustrierte Mitarbeiter sind selten gute Mitarbeiter. Es muss also ein Zeichen gesetzt werden. Kurzfristige Erfolge können helfen. Es kann sein, dass hierfür unpopuläre Maßnahmen notwendig sind. Vielleicht arbeitet die IT Abteilung ein Wochenende durch um die CRs abzuarbeiten. Es geht aber darum, spürbare Erfolge zu bekommen. Es geht darum, ein wenig Ruhe in die Sache zu bringen.
(Beim Schuldnerberater bedeutet dies übrigens meistens, dass er mit der Bank eine Stundung der Raten vereinbart o.ä.)

Schritt 4: langfristige Maßnahmen
Parallel zu den kurzfristigen Maßnahmen werden Änderungen eingeführt, um in Zukunft nicht mehr in diese Probleme zu kommen. Dies ist eine sehr, sehr schwierige Aufgabe, da sie parallel zum laufenden Betrieb statt findet. Beim RTL Schuldnerberater ist es etwas einfacher. Er achtet z.B. darauf, dass die zukünftigen Ausgaben nicht die Einnahmen überschreiten. Für IT Abteilungen ist es etwas schwieriger und würde diese Liste sprengen.

Schritt 5: Maßnahmen sichern und überprüfen
Eine Firma, eine Abteilung muss sich ständig ändern. Nur weil es gestern richtig war, muss es heute nicht automatisch auch funktionieren. Stillstand hat die Abteilung in die Krise geführt. Und Stillstand nach ersten Maßnahmen wird sie wieder hineinführen. Daher ist es extrem wichtig, die Maßnahmen ständig zu prüfen und ggf. anzupassen.

08.06.07

Projektleiter Blog

Posted in Projektmanagement at 21:23:28

Moin,

wer sich darüber ärgert, dass meine Einträge gerade in letzter Zeit ein wenig seltener geworden sind (sorry, aber ich habe momentan keine Muße, wird aber wieder kommen), mag seine Mittagspause vielleicht auch mal hiermit verbringen:
http://deadlineblog.blogspot.com/

06.06.07

Regeln für Site Relaunch

Posted in Projektmanagement at 09:45:50

Von Zeit zu Zeit sollten große Firmen ihren Web-Auftritt überarbeiten. Klar, der Geschmack ändert sich, die Technik ändert sich usw.

Beim Tagesspiegel war es nun auch so weit. Ergebnis: Die Seite ist nicht erreichbar (Timeout). Mit etwas Glück werden zumindest einige Elemente der Seite angezeigt.

Das führt uns automatisch zu folgender Regel: Der Relaunch einer großen Seite bringt es mit sich, dass darüber berichtet wird. Das wiederum erhöht automatisch den Traffic. Und zwar nicht wenig. Sicherheitshalber sollte man so mit dem Faktor 2-10 rechnen. Wenn man dies nicht berücksichtigt, schießt man sich munter ins Knie:

Die Seite ist nicht (oder nur schlecht) erreichbar. Andere Seiten berichten über die Probleme. Ergebnis: Noch mehr Leute rufen die Seite auf. Ergo: Die Seite ist erst recht nicht erreichbar.

Dazu kommt noch, dass neue Auftritte noch Fehler haben können welche u.U. die Performance treffen.

Daher:
1. Nie, nie, nie Lasttests vergessen. Das ist teuer (weil man die IT Infrastuktur doppelt) und das dauert. Aber der Imageverlust bei Nichterreichbarkeit der Seite ist viel höher.
2. Kurzfristig (die 1. 1-2 Wochen) die Kapazität erhöhen. In Zeiten von schlauen Lastverteilern und gut ausgestatteten Mietservern ist es problemlos möglich, Spitzen abzufangen. Auch das kosten Geld und erfordert gute Planung.

Aber ein Relaunch ist nun mal mehr, als “nur” neues Design.

Nachtrag:
Die Seite vom Tagesspiegel scheint sich langsam wieder einzukriegen. Zumindest ein paar Seiten konnte ich
erreichen. Mein erster Eindruck: Die Idee ist witzig. Es gibt keine grafischen Elemente. Trennlinien werden z.B. durch “=======” gezeichnet. Die komplette Seite sieht aber für meine Augen sehr unruhig aus. Dazu kommt mein Lieblingsfeind: Zuviele Navigationsebenen.

04.06.07

Da bin ich wieder

Posted in Projektmanagement at 14:13:10

Hallihallo, und schon bin ich wieder zurück.

Meine Woche startet mit einem lustigen Luxusproblem bei meinem aktuellen Kunden. Abteilung 1 geht das Budget für mich aus. Aber dafür habe ich eine Anfrage aus Abteilung 2 bekommen. Wenn die jetzt noch Budget hätten, wären alle glücklich und zufrieden…