Es gibt viel Licht und Schatten. Aber fangen wir vorne an. Da in meiner Wohnung DVB-T nicht zu empfangen ist, habe ich nach einem Tuner für den analogen Kabelanschluss gesucht. Entschieden habe ich mich dann für Elgato: EyeTV Hybrid . Achtung: Je nach Versender kostet das Teil zwischen 120 und 150 EUR! Die Karte unterstützt DVB-t und Kabel-analog - schien mir sinnvoll.
Dazu bekommt man EyeTV2 (eine wirklich gute Software) sowie ein Jahresabo von www.tvtv.de.
Die Installation war - wie für Apple typisch - einfach. Die Software ist extrem einfach zu bedienen und exportiert auf Wunsch die Filme gleich zu AppleTV oder ipod. Ich nehme wir jetzt also ab jetzt für die wöchentlichen Bahnfahrten eine Woche Simpsons mit.
Die Bildqualität ist ebenfalls super.
Aber: Der Ton ist Mono! Das ist mir ehrlich gesagt absolut schleierhaft. Warum in der Welt verkauft man 2007 TV-Tuner die (über Kabel) keinen Stereoton unterstützen?!? Bei DVB-T klapt Stereo, aber das kann ich leider nicht hier empfangen.
Um ehrlich zu sein, wir IT-Projektleiter machen ja gar keine wirklich großen Projekte. Der Flug zum Mond, der Bau der ersten Atombombe, der Flug zum Mars, das waren echte Großprojekte.
Trotzdem sind auch unsere Projekt oftmals größer als einem lieb ist. Man steht vor einem einem riesigen Berg ist eingeschüchtert.
Michael Ende (*) hat in seinem Buch Momo “Beppo Straßenkehrer” den Tipp für Großprojekte geben lassen:
“Siehst du, Momo es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.”
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: “Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.”
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
“Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.”
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
“Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.”
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
“Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.”
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
“Das ist wichtig.”
Ich habe gestern ein ernstes Wort mit meinem inneren Schweinehund gehabt.
Wenn er mich weiter so nervt, mich jeden Tag mit Ausreden füttern, dann darf er nicht mit zum Ruhrmarathon.
Soll er doch sehen wo erbleibt. Dann fahre ich halt alleine und mein innerer Schweinehund kann sich den Lauf am Fernsehen anschauen. Ha!
Es hilft ja nix. Bei einer Marathonvorbereitung ist es wie bei Projekten: Was man vorher versäumt hat, kann man später kaum aufholen. Die Zeit am Anfang ist genauso verloren wie am Ende - nur da tut sie mehr weh.
Projektvorbereitung und Marathonvorbereitung hat noch eine Gemeinsamkeit: Ich kann bei einer guten Vorbereitung sehr genau sagen, wo ich landen werde. Wenn ich auf 3:30 h trainiere, kann ich keine 2:30 laufen. Vielleicht werden es 03:15, vielleicht 03:50, aber in dem Rahmen bleibt es. Wer nicht vorhersagen kann, wie seine Zielzeit aussehen wird, sollte nicht an den Start gehen. Wer zum Projektstart keine Abschätzung abgeben kann, sollte das Projekt nicht starten.
Ich hatte gerade einen sehr netten und informativen Anruf von Xing.
Meine Gesprächspartnerin sagte mir, sie habe meine Mails und Blogeinträge gelesen und die 1. Antwort des Supports sei ohne Frage Quatsch gewesen. Auch die 2. Antwort hätte wohl besser ausfallen können.
Tatsächlich habe es kurzfristig einen Bug gegeben schon etwas länger behoben sei (vor meiner Mail) - die Details hat sie mir auch erläutert, auf die gehe ich aber hier nicht ein. Dummerweise hat dies dazu geführt, dass die Suchmaschinen bei einigen Profilen zu viele Daten aufgenommen haben. Man habe die Suchmaschinenbetreiber schon aufgefordert, den Index zu erneuern, dies sei aber nicht schnell genug geschehen.
Man hat diese Information nicht sofort nach außen gegeben, um niemanden zu animieren. Das man auf meine Anfrage so schlecht reagiert habe, sei für Xing ärgerlich und sicherlich nicht so geplant gewesen.
Ich habe mir die Sache nochmal selber angeschaut und kann es nachvollziehen. Der Bug wurde offenbar relativ schnell behoben und hat nur einige Profile betroffen. Schlimmer wäre es gewesen, wenn man plötzlich alle Profile mit nicht freigegebenen Daten bei Xing gefunden hätte.
Jetzt kann man natürlich lange und intensiv darüber streiten, wann man Sicherheitslücken wie in welcher Form veröffentlicht. Bei diesem Bug hätte ich vermutlich auch darauf gehofft, dass es niemand merkt …
Die Art, wie Xing damit jetzt umgegangen ist, finde ich auf jeden Fall gut.
Wie ich gestern schrieb, fand ich bei Google Adressdaten, welche bei Xing eigentlich gesondert freigegeben werden müssen.
Das ganze wurde nun von einem anderen Blogger verifiziert. Arne vom Netzwerkblog ist aufgefallen, dass man bei einer Suche mach Straße und Xing viele Adressen findet, die eigentlich nicht freigeben sein sollten.
Ich habe Xing nochmal eine Mail geschrieben und gefragt, ob man seine User nicht informieren sollte - sofern es wirklich ein Problem ist. Ist kann es irgendwie noch nicht ganz verstehen.
Hmm, ok. Ich nehme die Überschrift gleich wieder zurück. Eigentlich kann Powerpoint nichts dafür. Die Applikation ist an sich ja ganz nett. Die Auswirkungen die PowerPoint gebracht hat, die sind jedoch eine echte Pest.
Vor einigen Tagen hatte ich ein lustiges Erlebnis. Ich traf mich mit einer Person welche für mein aktuelles Projekt als Unterstützung in Frage kam. Ziel dieses Termins war es, sich einfach mal kennen zu lernen. Ich konnte meinen Gesprächspartner nur mit Mühe davon abhalten, mir einen Firmenvorstellung per PowerPoint zu geben. Wozu? Wir saßen uns schließlich gegenüber.
Was mir noch alles nicht gefällt:
1. Vor lauter Folien verlernen die Vortragenden den Aufbau einer Rede
Bei Präsentationen verlassen sich mittlerweile sehr viele Leute auf nette, bunte Folien. Das ist Unsinn. Die Folien dienen zur Unterstützung. Aber einen guten Vortrag müsste man sowohl mit als auch ohne Folien halten können.
Die grundlegenden Regeln zum Aufbau eines Vortrages scheinen immer mehr Leute einfach nicht mehr zu kennen. Vortrag in 3 Stufen, These-Antithese-Synthese (Eselsbrücke: “Manche Leute sagen, es gibt Gespenster. Manche Leute sagen, es gibt keine Gespenster. Ich aber sage, Hui-Buh ist ein Gespenst”), eine Rede über 5 Stufen, usw. usw. Das scheint bei vielen Leuten vergessen zu sein. Ohne diese Struktur sind aber die meisten Vorträge Mist.
2. Verkäufer verkaufen Gefühle, keine Produkte - die Informationsfalle
Es gehört zum Erfolgsrezept eines guten Vertrieblers, dass er seinem Kunden nicht ein Produkt anpreist, sondern das gute Gefühl, welches der Kunden haben wird.
Viele PowerPoint Folien sind maßlos überfrachtet mit Informationen. Es gibt super Grafiken, Tabellen, Balkendiagramme etc. pp.
Die Informationen auf diesen Folien sind Basis einer Entscheidung, aber die Entscheider wollen das Ergebnis und die Empfehlung, nicht alle Information. Auf Nachfrage kann man das gerne “aus dem Hut” holen. Aber bitte nicht als Einstieg in einen Vortrag. Es sei denn, man möchte die Zuhörer einschläfern.
3. Folien ersetzen nicht das Redekonzept.
Auf einer Folie befinden sich verdichtete oder unterstützende Informationen. Viele Vortragende verwechseln das aber mit dem Redekonzept. Beispiel: Ich möchte meinen Kunden klar machen, dass Usebility im E-Commerce extrem wichtig ist. Was würden viele Leute auf einer entsprechenden Folie schreiben? Vermutlich etwas wie “70% aller Bestellungen werden beim auschecken des Warenkorbes abgebrochen.” Berührt das die Leute? Eher weniger. Vielleicht würde man ja eher sowas sagen wie “Letzte Woche hat meine Mutter versucht bei XY-Shop etwas zu bestellen. Wir alle arbeiten täglich mit Computern und Web-Formularen, da vergisst man ja echt, wie schwierig das sein kann. (…) Aber genau solche Leute sind die Zielgruppe ihres Shops. Es geht also darum, einen Bestellprozess zu programmieren, der so einfach ist wie ein Anruf beim TV-Shoppingsender”. Ganz egal, wie man die Botschaft rüberbringen will. Die simple Aussage “70% aller Bestellungen werden abgebrochen” ist langweilig. Die Aussage “Dein Shop könnte dreimal so viel Umsatz machen” ist schon besser …
4. Durch PowerPoint vergisst man den Phasenwechsel
Jeder Trainer, jeder Lehrer achtet bei seiner Planung darauf: Alle 15-20 Minuten muss ein Wechsel statt finden. Länger kann kaum jemand aufmerksam bei einer Sache bleiben. Nach 20 Minuten Vortrag kommen 15 Minuten Fragerunde. Nach einer Gruppenarbeit kommt die Diskussion. Ohne Phasenwechsel schlafen die Leute ein. Mit PowerPoint-Folien gibt es keinen Phasenwechsel. Kein Wunder, dass die Leute einschlafen.
5. PowerPoint tötet Kreativität
Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Information zu übermitteln. Es gibt umzählige Möglichkeiten, Menschen zu überzeugen. Ein Folien-Vortrag ist eine von vielen Möglichkeiten. Aber leider macht sich ja kaum jemand darüber Gedanken, wie man es anders machen kann.
6. PowerPoint Vorträge werden nicht geübt
80% der Zeit wird damit verbracht, bunte Folien zu malen. Aber gute Vorträge müssen geprobt werden. Hand aufs Herz: Wir alle machen das sehr, sehr selten. Sehr gute Firmen machen Generalproben bei wichtigen Kundenterminen. Aber die meisten Präsentatoren halten ihren Vortrag genau einmal: Wenn es wichtig ist.
So, das reicht erstmal. Ich muss jetzt noch ein paar Folien malen…
Ich bin ein wenig verwirrt. Ich habe meine Adresse bei Google eingegeben. Ergebnis: Unter den Suchergebnissen fand sich auch dieser Eintrag:
Huch! Die Adresse ist doch nur für registrierte Nutzer und auch dann nur nach Freigabe sichtbar. Wieso taucht die bei Google auf? Für mich persönlich nicht so tragisch. Meine Büroadresse findet man problemlos auf meiner Web-Seite. Aber trotzdem.
Also habe ich vor einiger Zeit Xing/OpenBC informiert und gefragt, ob es hier evtl. ein Problem geben könnte. Die Antwort:
vielen Dank für Ihre Mail. Waren Sie eingeloggt auf XING als Sie die Suche in
Google durchgeführt und den Link angeklickt haben? In diesem Fall werden Sie
driekt auf XING verlinkt, da der Browser sieht, dass Sie eingeloggt sind.
Bitte versuchen Sie es noch mal im ausgeloggten Zustand. Wir können Ihnen
versichern, dass keine Kontaktdaten die mit einem Schloss versehen sind,
ersichtlich für Suchmaschinen oder ähnliches sind.
Die Antwort war schon mal quatsch. Es ging ja um ein Ergebnis aus dem Google Cache, das hat nix damit zu tun, ob man eingeloggt ist, oder nicht. Ich habe daraufhin Xing einen Screenshot geschickt (scheinbar haben sie nicht auf den Link gedrückt den ich denen geschickt habe).
Antwort 2:
vielen Dank für Ihre Geduld. Wir haben uns des Sachverhaltes angenommen und
ihn behoben.
Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.
Ist das wirklich so?
Natürlich findet man den Eintrag immer noch bei Google. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn Xing sich bemüht hätte, dieses Ergebnis aus dem Cache zu löschen.
Was hat Xing eigentlich gemacht? Gab es einen Fehler? Habe ich tatsächlich einen Fehler gefunden? Hat dieser Fehler nur bei mir zugeschlagen, oder finden sich noch mehr Adressen bei Xing? War es ein Bedienungsfehler durch mich?
Wenn es ein echtes - vielleicht auch nur kurzfristiges - Problem von Xing ist: Sollte man die User nicht darüber informieren? Ich hoffe nicht, dass hier ein Problem unter den Tisch geschoben wurde, das wäre schade.
Ich bin verunsichert. Die Sache hat für mich einen unschönen Nachgeschmack. Ich bekomme das Gefühl, dass Xing Datenschutz nicht so wichtig nimmt, wie ich es mir vorstelle.
… ist selten wirklich gut (Bela B. mit Lee Hazlewood - haben beide auf ihren letzten CDs veröffentlicht, wobei es vermutlich bei Lee Hazlewood die letzte Platte seines Lebens ist).
Mein erstes Lied heute: “Alles ist im Arsch” von Jan Delay.
Ein super Lied, wenn man gerade den aktuellen Projektstatus aufschreibt …
Wir sprechen ja ständig von Projekten, Unternehmungen Vorhaben usw. Da stellen wir uns doch mal ganz dumm und fragen: Watt is’ eigentlich ein Projekt?
Ähm, tja .. also … Nach DIN ist ein Projekt
“ein Vorhaben, bei dem innerhalb einer definierten Zeitspanne ein definiertes Ziel erreicht werden soll, und das sich dadurch auszeichnet, dass es im Wesentlichen ein einmaliges Vorhaben ist.”
Tja, wenn ich also mit meinen Kumpels in die Kneipe gehe um mich zu betrinken, ist das ein Projekt? Wir haben ein definiertes Ziel, eine definierte Zeitspanne und dieser Kneipenbesuch ist auch einmalig.
Wenn ich aber jede Woche zum Stammtisch gehe, ist das immer noch ein Projekt?
Und was unterscheidet ein Projekt eigentlich von einer Unternehmung?
“Als Unternehmen oder Unternehmung wird allgemein ein von Personen durchzuführendes Vorhaben bezeichnet.”
Ok, das ist einfach. Ein Projekt hat ein klares Ende und klarer definierte Ziele.
Wenn ich eine Verabredung habe (Kino mit anschließendem Abendessen), ist das denn ein Projekt?
Ok, jetzt mal ernsthafter. Das Problem ist, dass viele Dinge die keine Projekte sind als Projekt bezeichnet werden und andere Dinge die besser Projekte sein sollten in der Linie hängen.
Regel 1: Ein Projekt benötigt einen klaren Projektauftrag. Es muss vorher - zumindest bis zu einer gewissen Detailtiefe - klar sein, welches Ergebnis erreicht werden soll. Man kennt das aus vielen gescheiterten Projekten: “Da wusste doch niemand, was wir eigentlich machen sollten”. Darüberhinaus müssen Projektziele spezifisch sein. Das Ziel “Wir wollen den Umsatz um 20% steigern” ist zwar ein Ziel, aber weniger ein Projektauftrag. Aus dieser Vorgabe kann man natürlich Projekte ableiten. Und schließlich müssen die Projektziele messbar sein. Ich muss - wie auch immer - am Ende des Projektes sagen können, ob das Ziel erreicht wurde oder nicht.
2. Regel: Ein Projekt besitzt einen definierten Anfang und eine Vorlaufphase vor diesem Projekt. “Mach mal XYZ, wir fangen gestern damit an” - das ist kein Projekt.
3. Regel: Ein Projekt hat ein Ende. Klingt banal, wird aber oft übersehen. Ich hatte mal einen “Projektauftrag” bekommen der da lautete “Wir wollen die beste E-Business Landschaft Europas haben”. Dies war aus zwei Gründen so in der Form kein Projekt. Es war erstmal ein Ziel und kein Projektauftrag mit messbarem Ergebnis. Darüber hinaus muss man an so einem Ziel ständig arbeiten. Man kann zwar für den Moment ganz vorne stehen, aber die Entwicklungen in der IT überholen einen schneller als man glaubt.
Ok, können wir jetzt zwischen Projekt- und Linienarbeit unterscheiden? Kann ich jetzt die Einladung zum Abendessen als Projekt bezeichnen oder nicht? Leider nein. Die Grauzone ist immer noch vorhanden und nicht wegdefinierbar. Wichtig ist einfach folgendes: Wenn ein Projekt gestartet wird sollte die erste Frage lautet: Ist das überhaupt ein Projekt?. Sind die Aufgaben projektgemäß? Gibt es vielleicht bessere Möglichkeiten zur Lösung der Aufgabe, als eine Projektstruktur? Ich behaupte, man kann 20% aller Projekte schon zum Start streichen - weil sie schlicht und einfach keine Projekte sind.
Unter Checkliste.de findet nicht nur Checklisten, sondern eine ganze Reihe an Informationen auf verschiedensten Bereichen. Einige Bereiche sind auch für die tägliche Projektarbeit nützlich (Tagungsplanung, Meetingplanung usw). Einfach mal ‘reinschauen.
“Tut mir leid, Guerilla-Projektleiter, ich kann dir nicht sagen, wann deine Anforderungen umgesetzt werden. Es gibt bei der Softwareentwicklung einfach zuviel unabsehbare Dinge”. Unfug, Unfug, Unfug!
Klar, wenn man sich nicht mit Risikomanagement beschäftigt, wird man später böse überrascht. Es ist aber eine schlechte Ausrede, sich mit solchen Überraschungen herauszureden - denn damit kommen andere Leute super zurecht.
Das Zauberwort nennt sich “Wahrscheinlichkeiten”.
Beispiel 1: Ein Vertriebler macht seine Umsatzplanung. Er hat die Projekte 1-10 für 1 Mio. EUR und Projekt 11 für 10 Mio. EUR welche noch nicht abgeschlossen sind. Projekt 1 hat eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 50%, Projekt 2-10 haben 10% und Projekt 11 hat 25%. Er rechnet: 1*0,5+9*0,1+10*0,25 = 0,5+0,9+4 = 5,4.
Ergebnis: Er plant einen Umsatz von 5,4 Mio EUR.
Beispiel 2: Poker ist ein Glücksspiel (um auf die Überschrift zu kommen). Trotzdem gibt es Profis, welche damit sehr viel Geld verdienen. Viele Profis sind Mathematiker oder Schachgroßmeister. Warum? Poker ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Wenn man sich daran hält, gibt es zwar keine Garantie das nächste Spiel zu gewinnen, aber auf lange Sicht gewinnt man. Wie geht das?
Angenommen, man hat ein Blatt auf der Hand hat welches eine Siegeswahrscheinlichkeit von 10% hat. im Pott liegen 120 Chips und man muss 10 Chips einsetzen um weiterspielen zu können. Ergebnis: Man setzt die 10 Chips, da man ja in einem von 10 Spielen (bzw. eher in 100 von 1000 Spielen - siehe Gesetz der großen Zahlen) gewinnen würde. Dies wird oft missverstanden. Wenn 10Mal Rot kommt, ist die Wahrscheinlichkeit für Schwarz immer noch 50%, auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass 11Mal Rot hintereinander kommt. Aber “On the long run, there is no luck”.
So, was hat das nun mit Projektmanagement zu tun? Sehr viel!
Auch bei Projekten gibt es Risiken mit denen ich Leben muss. Ein Entwickler wird krank, ein anderer Entwickler schreibt oft schlechten Code, Anforderungen sind schlecht formuliert usw. usw. Aus der Erfahrung der Vergangenheit kann ich aber z.B. sehen, dass dieser Entwickler pro Jahr 10 Tage krank ist. Also kenne ich die Wahrscheinlichkeit, dass er auch diesmal krank wird. Oder globaler: Wenn ein Team bei 80% seiner Abschätzungen um 20% der Zeit daneben lag, ist das eine Information welche ich nutzen kann, um die nächste Abschätzung dieses Teams bewerten zu können und einen entsprechenden Buffer einzuplanen.
Wenn ich also in einem Projekt jede meiner geplanten Funktionen nicht nur mit einer Aufwandsabschätzung, sondern auch mit einer Risikoabschätzung versehe, kann ich daraus wunderbar einen Projektplan erstellen, der sehr viel genauer wird.
Wie man unschwer erkennen kann, fehlt der Eintrag “Noch 6 Wochen”. Ich hatte also eine Woche Laufpause.
Am 1.4. habe ich die Saison mit dem Berlin-Halbmarathon gestartet (Laufbericht folgt noch). Ich habe mein Ziel zwar nicht erreicht, aber immerhin meine aktuelle Bestzeit um 3 Minuten unterboten - was nichts daran ändert, dass ich immer noch eine lahme Ente bin …
Danach gab es kleine Komplikationen. Es fing harmlos mit dem jährlichen Fußpilz an. Dummerweise reagierte mein Fuß auf die Salbe allergisch und blähte sich auf das doppelte seiner normalen Größe auf. Laufen fiel da ein paar Tage aus…
Heute war dafür ein lustiger Tag. Ich wollte eigentlich nur eine schnelle Runde laufen (hey, Dr. House kommt heute). Nach einer Runde dachte ich mir, warum laufe ich nicht einfach noch eine schnelle Runde. Und nach dieser Runde sagte ich mir, Hey, Forrest, warum läufst du nicht einfach weiter den Rhein entlang bis zu dem Park. Ok, danach bin ich aber nicht mehr quer durch den Kontinent gelaufen …
Ich wollte über Ostern “mal eben” meine Umsatzsteuervoranmeldung machen. Ergebnis: Elster (so heißt das Programm mit deren Hilfe man dies elektronisch machen muss) startet nicht.
Microsoft hat es geschafft, mit dem letzten Hotfix gleich mal eine ganze Reihe von Programme abzuschießen. Dumm nur, dass man eigentlich verpflichtet ist die Voranmeldung elektronisch zu machen.
Gut, dass ich noch einen 2. PC hatte der nicht aktualisiert war …