28.09.06

Projektabschluss

Posted in Projektmanagement at 09:59:15

Das Projekt endet morgen. 3 Monate habe ich nun in der Stadt gearbeitet. Und leider habe ich meinen Vorsatz, die Stadt auch mal zu sehen, nicht halten können. Ich kenne eigentlich nur Subway und Burger-King genauer.

Ich habe schon heute nix mehr zu tun und nutze die Zeit für meine Projektabschlussarbeiten. Diese sind:
- Projektstatus für meinen Nachfolger erstellen (ich habe hier übergangsweise gearbeitet bis der neue Festangestellte verfügbar war)
- Unterlagen auf CD brennen und dem Auftraggeber geben
- Meine Liste mit guten und schlechten Hotels aktualisieren für den Fall, dass ich wieder in dieser Stadt arbeite
- Dito für Fast-Food Läden und Restaurants
- Dito für Fitness-Studios (das hier in der Stadt war ganz ok)
- Und Laufstrecken
- Liste der Ansprechpartner aktualisieren. Ich habe ein unglaublich schlechtes Namensgedächtnis. Wenn ich mir nicht alles aufschreibe, vergesse ich eine Woche nach Projektende, mit wem ich eigentlich zusammengearbeitet habe. Also notiere ich mir kurz die Namen und einige Infos zu den Personen
- Feedbackbogen für meinen Auftraggeber erstellen. Was fand er gut, was fand er nicht gut? Ist er bereit, mir eine Referenz zu geben?
- Selbstreflexion: Was werde ich nächstes Mal anders machen?

Wie der Zufall so will, habe ich gestern eine neue Projektanfrage bekommen. Der Kunde sitzt gerade mal 150KM von meiner Wohnung entfernt. Hurra! Nicht mehr um 05:00 Uhr aufstehen um den 1. Flieger zu erwischen. Mal schauen, es was wird.

27.09.06

Vorschlag für die Berliner Oper

Posted in Politik at 09:02:26

Wie zu lesen war, hat die Berliner Oper in vorauseilendem Gehorsam eine Mozart-Oper abgesetzt. Offenbar hatte man Angst, dass es zu negativen Reaktionen von Islamisten kommt. Statt dessen wurden andere Stücke ins Programm gehoben.

Ich hätte da ja einen Vorschlag:
Es ist zwar keine Oper, aber warum spielt man nicht statt der Mozart-Oper Nathan der Weise!

Die dort enthaltene Ringparabel halte ich für eine gute Antwort.

Witzig, in der Schule fand ich das Stück langweilig. gerade die Ringparabel gab mir gar nichts. Das lag jedoch nicht an Lessing, sondern daran, dass mir die Idee eines “Religionsstreits” 1985 so fremd wir nur irgendetwas war.

Oh, süße Unschuld der Jugend …

26.09.06

Wenn Tekkies Firmen retten

Posted in Projektmanagement at 10:39:50

Das Produkt wird seit Jahren geplant …
Die Werbekampagne kostet Millionen …
Es finden sich tatsächlich viele Kunden die das Produkt kaufen möchten …
Diese Kunden werden nun bearbeitet. Dafür wurde ein riesiges CallCenter aufgebaut …

… nur sind die Kundendaten in einer Excel-Tabelle welche das CallCenter nicht
weiterbearbeiten kann.

Erkenntnis 1: Die Kunst des Projektmanagements liegt darin, sowohl die großen als auch die
kleinen Probleme im Vorfeld zu lösen

Erkenntnis 2: Ich konnte durch ein kleines Perl-Script helfen. Durch solche Dienste macht man sich als externer Berater unentbehrlich - da helfe ich doch gerne :-))

Reaktion von Bitacle

Posted in Allgemein at 09:52:03

Zuerst die gute Nachricht: Bitacle hat auf meine Mail geantwortet.

Zwar auf Spanisch, aber wozu gibt es Babelfish.

Sie sehen keine Probleme, da nicht mein Content, sondern das Bitacle System unter der creative commons Lizenz stünde.

Tatsächlich haben sie aber drei Dinge geändert:
- Es wird deutlicher dargestellt, worauf sich die cc-licence bezieht: “Source code by license (CC) Bitacle is reader feeds by web “. Vorher stand dort etwas anderes-
- Innerhalb der Einträge erscheint keine Werbung mehr
- Statt dessen erscheint in jedem Eintrag “Articles are copyrighted by their respective authors.”

Ich werde die Seite selber zwar nie nutzen, aber zumindest sieht es jetzt etwas besser aus.

22.09.06

Bitacle sucks

Posted in Allgemein at 11:36:54

Ah ja,
Bitacle klaut (nicht nur ) meine Inhalte versetzt sie mit Werbung und stellt sie zu allem Übel dann unter cc-Lizenz.
Ich fände es weniger schlimm, wenn die Pfeifen meine Texte nicht unter eine Lizenz stellen würden, die ich gar nicht will.

(gefunden u.a. beim Law-Blog)

Ich habe eine böse Mail geschrieben, mal schauen ob ich eine Reaktion bekomme…

Möchte jemand ein Ufo kaufen?

Posted in Allgemein at 10:16:09

gibt es gerade günstig bei EBay

Hotelbuchung

Posted in Projektmanagement at 09:10:40

Ja, ich habe mich etwas geärgert als der Anruf des Hotels kam. Das Hotel sei überbucht und ich wurde gefragt, ob man mich in einem Hotel außerhalb der Stadt unterbringen könne. Aber gut, Fehler können passieren. Also habe ich zugestimmt.

Aber wenn man zum Ausgleich ein kostenloses Upgrade auf eine 50qm Suite bekommt (inkl. Küchenzeile mit Mikrowelle), verfliegt der Ärger doch schnell …

21.09.06

10 Mio. Euro Tipp für Auftraggeber

Posted in Projektmanagement at 09:43:55

Und hier der Tipp für alle Auftraggeber die viel Geld und Zeit sparen wollen:

Tipp: Lass niemals mehrere Dienstleister/Firmen als Team zusammen an einer Aufgabe arbeiten.

Weil: Die beiden Dienstleister sind ihrem Auftraggeber gegenüber loyal, stehen aber untereinander in Konkurrenz. Dies wird leider oft übersehen, schließlich sieht der Auftaggeber ja nur die “nette” Seite des Dienstleisters. Es besteht aber immer die Gefahr, dass mindestens einer der Dienstleister versucht, die Aufgabe an sich zu ziehen, indem man z.B. die Konkurrenz schlecht macht. Auch wird kaum ein Dienstleister die Ideen des anderen Dienstleisters wirklich gut finden. Das würde ja nur zeigen, dass man selber schlechter ist, als die andere Firma.

Dies ist aus Dienstleistersicht auch nur verständlich. Jeder Accountmanager wird den Berater vor Ort anhalten, möglichst viele Projekte in die eigene Firma zu ziehen. Und natürlich hat jede Firma dafür ihre eigenen Methoden - die mehr oder weniger sauber sind.

Eine echte Zusammenarbeit ist auf Grund der unterschiedlichen Interessen fast nicht machbar. Das ist ungefähr so, als würden sich zwei Menschen in die gleiche Person verlieben und die Person der Begierde sagt, macht das mal unter euch aus und entscheidet, wer für mich richtig ist. Ok, eine gute Ausgangslage für einen Spielfilm. Aber würde wirklich eine Person sagen “Ach, also wenn es es mir so überlege bin ich als Partner nicht Ideal, ich lasse dir den Vortritt”? Ähm, wohl eher nicht …

Nur, diese Grabenkämpfe kosten unglaublich viel Zeit und Geld. Am Ende liegt das Projekt in Trümmern (und Lauren Bacall zieht mit dem Milchmann los).

Die andere, nicht weniger dramatische Gefahr: Die Dienstleister verbrüdern sich (gewollt oder ungewollt) und blähen das Projekt unnötig auf um die Auftragssumme maximal zu erhöhen.

Wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt:
- Ein interner Mitarbeiter sollte die Führung haben und die Dienstleister sehr eng führen.
- Wenn das nicht geht: Einer der Dienstleister sollte die Führung übernehmen, aber auch das ist schon extrem gefährlich.

Ich habe solche Konstellationen nun schon mehrfach in verschiedenen Rollen erleben dürfen. Es ist zwar lustig anzuschauen, aber niemals hat es zu Ergebnissen geführt …

20.09.06

Schlaue Frage die 2.

Posted in Projektmanagement at 14:17:20

Hmm, was schreibe ich in meine Präsentation zu diesem Thema?

1) Nur 1% der Kunden nutzen dieses Feature. Es sollte abgeschaltet werden.

2) Bislang nutzen lediglich 1% der Kunden diese Funktion. Hier liegt ein enormes Potential zur Kundenbindung in dem man mittels geeigneter Maßnahmen die Nutzerzahl über die nächsten 3-6Monate stetig um bis zu 500% erhöht. Empfohlen wir, über den Weg einer Machbarkeitsanalyse erfolgversprechende Aktionspunkte zu Identifizieren und in einer Frist von 12-16 Wochen geeignet umzusetzen.

Na ja, ich werde natürlich Option 1 empfehlen (etwas anders formuliert). Aber manchmal wünschte ich mir, ich könnte ohne schlechtes Gewissen Schaumschlägerei betreiben wie manche meiner Kollegen und mir meine Aufträge buchstäblich aus dem Nichts herzaubern…

Theorie

Posted in Projektmanagement at 14:00:22

Gutes Top Management & gutes Mittleres Management = gute Firma
Schlechtes Top Management & gutes Mittleres Management = gute Firma (zumindest solange die guten Leute an Board bleiben. Die schlimmsten Patzer aus der Führungsetage kann man meist abfedern)

Gutes Top Management & schlechtes Mittleres Management = Firma mit Problemen. So schnell kann man gar nicht den Laden aufräumen wie die schlechten Manager ihn in die Pleite reiten.
Schlechtes Top Management & schlechtes Mittleres Management = Firma mit Problemen

Schlussfolgerung: Weniger das Top Management, sondern das mittlere Management ist für was Wohl einer Firma wichtig.

19.09.06

Schlaue Frage

Posted in Projektmanagement at 09:42:48

Das Projekt läuft schon seit über 6 Monaten. Es wurde einiges an Zeit und Geld investiert. Ich stolper eher zufällig in dieses Projekt und soll das Team ergänzen.

Das Team hat schon viele bunte Folien erstellt. Aller super. Eine Beratungsfirma ist vor Ort und widmet alle Kraft (und 20 Personentage/Woche) dieser Aufgabe.

Ich stelle im Gespräch mit dem Auftraggeber eine Frage. Die Frage begeistert ihn. Das hat in den letzten 6 Monaten noch niemand gefragt. “Eine wichtige Frage. Müssen wir auf jeden Fall klären. Gute Arbeit”. Er ist mit mir zufrieden.

Wie die Frage lautete? “Macht das Projekt in der Form denn eigentlich Sinn, wenn es kein Kunde möchte?”

18.09.06

Sehr geehrter Herr Mehdorn,

Posted in Allgemein at 14:02:22

ich kann mir denken, dass sie nicht viel Zeit haben. Schließlich macht ja die Transnet gerade Ärger und droht mit Streik. Und dann ist da ja noch die Börsengang. Der ist wichtig, da fließt ja nicht nur Geld in Ihre Tasche: Auch die Bundesregierung hofft auf gute Gewinne. Und da wir das Volk sind, machen wir also irgendwie diese Gewinne.

Daher möchte ich Sie auch gar nicht lange stören. Wahrscheinlich werden Sie sich auch gar nicht an mich erinnern: Man nennt mich “Kunde”. Ein Kunde ist jemand, der die Dienstleistung nutzt, welche Sie anbieten.

Kommen wir aber zu meiner Frage. Kann es zufällig sein, dass die Bahn es in letzter Zeit mit dem Sparen ein wenig übertreibt? Oder woran liegt es, dass die Probleme immer mehr werden? Vielleicht, Herr Mehdorn, sollte ich noch erwähnen, dass ich bedingt durch Job und Fernbeziehung schon viele Jahre mit der Bahn unterwegs bin.

Und klar, manchmal geht ‘was schief. Aber, hey Hartmut (ich darf dich doch Hartmut nennen, so als guter Kunde, oder?): irgendwas ist ja immer. Aber langsam wird es mir zuviel.

Da ist die Sache mit den Interregio-Zügen (IR). Die gibt es nicht mehr. Das heißt, doch eigentlich schon noch. Die haben jetzt nur eine neue Farbe und fahren als InterCity (IC). Doof nur, dass die Wagons eng sind und keine Lüftung wie die “normalen” IC Wagen haben.

Die IR Wagen sind also alt und schlecht. Warum müssen dann genau diese Wagen Sonntag Abend von Westerland ins Rheinland fahren? Lieber Harry (ich darf dich doch Harry nennen, oder?): Wenn du um 17:30 von Hamburg nach Süden fahren möchtest, musst du den Zug 2 Wochen vorher reservieren, wenn es überhaupt klappt. Ohne Reservierung schwitzt man im Gang - na ja, mit Reservierung schwitzt man am Platz.

Wenn man nun einen Zug bekommen hat (vielleicht eine Stunde später), ist er verspätet. Natürlich ist er das! Weil er so voll ist. Logisch. Kann man da nicht was machen? Vielleicht mal echte IC Wagen einsetzen oder so?

Und da hätte ich dann noch eine Bitte: Wenn schon vorher klar ist, dass der Zug Verspätung haben wird, weil er zwischen Münster und Dortmund umgeleitet wird, könnte man das nicht vorher ansagen? Und überhaupt: Aus der Ansage, dass der Zug nicht in Wattenscheid hält wurde nicht klar, dass der Zug auch nicht in Dortmund hält. Das ist ein wenig doof wenn man an der Tür steht und der Zug fährt einfach durch den Bahnhof durch …

Ach ja, jetzt, wo wir doch so nett plaudern. Ich möchte mich für die Show bedanken. Ich hatte ja gestern 70 Minuten Verspätung und dadurch meinen Anschlusszug in Düsseldorf verpasst und dadurch die Nacht im Hotel verbringen müssen. 30 Leute standen vor dem ServicePoint und versuchten, wegen der Verspätung einen Rabatt zu bekommen. Das kann schnell gehen - in dem man einfach die Gutscheine in die Menge wirft, das kann lange dauern - in dem man jede Fahrkarte genau prüft. Fast wäre es zu körperlicher Gewalt gekommen. Man kann auch einer älteren Dame den Taxigutschein verweigern, weil ja noch ein Bus führe. Das Gegenargument, dieser Bus halte so, dass die Dame nachts durch einen Wald laufen muss was sie nicht möchte, war aber auch zu unlogisch. Ich habe mich nciht zu fragen getraut, wer die 60 EUR für mein Hotel eigentlich bezahlt.

Ja, das war schon lustig. Lustiger als die Woche davor, wo ich nur 30 Minuten Verspätung hatte. Oder die Woche davor, wo man mir trotz mehrfacher Nennung des richtigen Datums inkl. Wochentag eine Reservierung für den falschen Tag verkauft hat.

Noch eine letzte Frage: Kennst du vielleicht jemanden, der eine Bahncard 100 gegen ein Auto, vielleicht einen alten Golf tauschen möchte? Ansonsten gebe ich die Bahncard einfach dir zurück.

Dein Kunde

Sinnspruch zum Projektstart

Posted in Projektmanagement at 09:50:30

Beim ersten Schritt im Projekt kommt es nicht auf die Weite, sondern auf die Richtung an.

15.09.06

Gleichbehandlungsgesetz

Posted in Allgemein at 09:57:03

Hmm, ich glaube, ich habe eine Auswirkung des Gleichbehandlungsgesetztes gesehen: bei der DBA liegt kein Playboy mehr im Flugzeug aus…

Du hast ja Zeit

Posted in Projektmanagement at 08:11:38

Es ist Freitag. Der Guerilla-Projektmanager (GPM) sitzt an seinem Schreibtisch, kümmert sich um die wöchentliche Ablage und plant die nächste Woche, als das Telefon klingelt.

“Hallo GPM. Du, ich habe gesehen, dass du nächste Woche nicht viel zu tun hast. Da dachte ich mir, wir …”
“Moooooment. Wieso sollte ich nichts zu tun habe? Im Gegenteil, bei mir brennt der Boden.”
“Na, ich habe in deinen Meetingkalender geschaut und du bist fast die ganze Woche verfügbar.” - Ah ja…

Viele Leute scheinen ihren Arbeitsalltag nach dem Motto “Ich bespreche also bin ich wichtig” zu sehen. Wer nicht ständig mit gehetztem Blick durch die Gänge hechelt, scheint überflüssig zu sein.

Gerade wir Externen Berater müssen scheinbar immer die Aura der Unabkömmlichkeit verbreiten. Ich kenne Externe, die sitzen schon seit Monaten in Meetings die sie nix angehen. Aber sie sind froh über jeden festen Termin in ihrem Kalender. Nun halte ich persönlich ja nicht soviel von Meetings, sie sind notwendig aber man muss es nicht übertreiben. ..

14.09.06

Wenn schon Lügen, dann aber richtig

Posted in Projektmanagement at 10:09:17

Manchmal weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Ein Auftraggeber besitzt meiner Meinung nach seit Monaten eine schlechte Zahlungsmoral. Ich spreche mit ihm um nach Lösungen zu suchen. Er weist mich im Gegenzug darauf hin, dass meine Rechnung für den letzten Monat ja erst vor zwei Tagen eingegangen sei - “Und da dauert es dann halt etwas”.

Dumm nur, dass ich die Rechnung per Einschreiben geschickt habe und die Einlieferung somit nachhalten kann.
Auch dumm, wenn seine Assistentin mich schon eine Woche zuvor auf Inhalte der Rechnung angesprochen hat.

Management bei Uzi

Posted in Projektmanagement at 09:10:51

Management bei Uzi geht so: Tür auf, Themen reinschießen und Tür wieder zu.

Zurück bleiben resignierte Mitarbeiter die seufzend den Kopf auf den Tisch sinken lassen. Zu den 15 unausgegorenen Aufgaben von gestern kommen also jetzt noch 30 hinzu.

Kann man mit solchen Managern reden? Eher schlecht. Es besteht die Gefahr, dass man die nächste Salve abbekommt.

Glücklicherweise gibt es aber etwas, was erfahrene Mitarbeiter solcher Manager im Laufe der Zeit lernen: 80% dieser Aufgaben hat der Uzi-Manager nach 10 Minuten selber wieder vergessen. Jetzt gilt es also nur noch, die richtigen 20% zu identifizieren und den Rest zu ignorieren.

Methode 1: Wenn man lange genug mit solchen Leuten zusammengearbeitet hat, bekommt man irgendwann heraus, wo dessen Vorlieben sind und weiß, das ihn interessiert und was er wieder vergisst.
Methode 2: Einfach die “erste Salve” ignorieren und erst tätig werden, wenn zu bestimmten Themen nachgefragt wird. Dann weiß man, was wichtig war. Der Zeitverlust ist zu verkraften.
Methode 3: Die offensichtlich unsinnigen Themen aussortieren und für den Rest mit halber Kraft Informationen sammeln. Anschließend nach Methode 2 vorgehen.

Der echt gemeine Weg (Methode 4) : Man kann “zurückschießen”. Einfach selber ein Thema suchen und beim Statusmeting behaupten, man habe dafür einen Auftrag bekommen. Da der Uzi-Manager die meisten seiner Themen ja vergisst, glaubt er es…

13.09.06

Teure Projekte

Posted in Projektmanagement at 10:20:22

Preisfrage: Welche Projekte überziehen ihr Budget massiv und kosten viel mehr Geld als geplant?

Spontane Antwort: Großprojekte. Wahrscheinlich denkt jeder von uns an bekannte Flops wie TollCollect und an eigene Erfahrungen mit Großprojekten die ihr Budget massiv überschritten haben.

Bei Licht betrachtet sind aber eher die vielen kleinen schlecht bis gar nicht geplanten Kleinprojekte das Problem. Denn auch das kennen wir nur zu gut: Es gibt eine Aufgabe. Spontan wird die Aufgabe auf 1-2 Tage (oder 3 Stunden, oder was auch immer) geschätzt und angenommen. Bei der Umsetzung zeigen sich aber kleine Probleme. Ein Ansprechpartner ist nicht im Haus, Informationen stehen nicht zur Verfügung und der reine Arbeitsaufwand wurde auch überschätzt.

Statt einem Tag hat die Aufgabe nun 2,5 Tage gedauert. Statt 3 Stunden hat es einen Tag gdauert. Aber das stört nicht- ist noch im Rahmen.

Nur: Diese beiden Projekte haben ihren Zeitplan um mehr als das doppelte überschritten! Wenn bei einem Großprojekten der Zeitplan um 30% überschritten ist, merkt es jeder. Wenn aber bei 100 Kleinprojekten der Zeitplan um den Faktor 2,5 überschritten wird, merkt man es nicht sofort (höchstens an den Überstunden der Mitarbeiter)!

Oder anders ausgedrückt: Ob man einmal viel Geld oder oft wenig Geld aus dem Fenster wirft - das Ergebnis ist gleich. Man hat Geld aus dem Fenster geworfen.

Schlimmer noch: Größere Projekte werden geplant. Mal gut, mal schlechter - aber es findet eine Planung statt. Kleine Projekte werden auf Zuruf ohne Planung erledigt. Und je nach Erfahrung des Projektleiters ist die Aufwandsabschätzung gut oder schlecht. Dummerweise unterschätzen wir gerne unseren eigenen Arbeitsaufwand.

Für IT-Projektleiter gibt es ja die nicht ganz ernst gemeinte Regel “Aufwandsabschätzungen eines Entwickles mal 2 nehmen und nächst höhere Zeiteinheit wählen”. Wenn der Entwickler also 15 Minuten schätzt, sollte man eher einen halben Tag einplanen. Jeder Projektplan benötigt einen Sicherheitsaufschlag. Bei Softwareprojekten kann der locker bei 100% liegen.

Genauso sollte man mit seinen eigenen spontanen Schätzungen umgehen. Wenn ich also glaube, ich benötige für eine Aufgabe einen Tag, gehe ich davon aus, dass dies im Idealfall klappt aber realistisch wird es wohl zwei Tage dauern.

12.09.06

Projekte abschießen

Posted in Projektmanagement at 14:16:41

In einer früheren Firma gab es eine klare Regel: Man darf ein Projekt einmal aus Zeitgründen ablehnen - nämlich vorm Projektstart. Wer eine Aufgabe übernimmt und später feststellt, dass er die Aufgabe nicht schafft hat Pech gehabt.

Klingt nach einer einfachen Regel, wird aber sehr selten befolgt. Tatsächlich gibt es oft viele gute Gründe, ein Projekt erst gar nicht zu starten. Wir alle kennen die Schrotflinten-Manager die neue Projekte im minutentakt durch die Gänge schießen. Nach einer Stunde haben sie ihre Ideen zwar schon wieder vergessen, aber duzende Projektleiter sind dafür die nächsten Wochen beschäftigt.

Oft sind wir Projektleiter selber Schuld. Wenn ein Projekt ansteht sollte man nicht sofort loslaufen, sondern erstmal näher hinschauen:
- Was bringt das Projekt? Ist es inhaltlich wirklich sinnvoll, oder steht das Ergebnis in keinem Verhältnis zum Aufwand
- Gefährdet das Projekt bereits laufende Projekte?
- Ist der Projektauftrag wirklich klar, oder muss man erstmal einen Schritt zurück gehen?
- Gibt es vielleicht jemanden, der für das Projekt besser geeignet ist?

Vorsicht Falle: Es gibt viele gute Gründe ein Projekt nicht zu starten. Es gibt viele Argumente, die ein Manager versteht. Aber niemals sollte man versuchen ein Projekt mit Begründungen wie “ich habe schon soviel zu tun” ablehnen. Das fällt in die Kategorie “Rumjammern” und wird von keinem Auftraggeber der Welt akzeptiert.

Aber ist mein Auftraggeber nicht sauer, wenn ich ein Projekt nicht annehme? Höchstens kurzfristig. Es geht ja nicht darum, sich nur die Rosinenprojekte herauszupicken. Auftraggeber wollen Ergebnisse sehen. Und eine valide Begründung, warum ein Projekt vielleicht nochmal überdacht werden muss, kann ein Ergebnis sein.

Aber der Auftraggeber hat sich doch bestimmt bei dem Projekt etwas gedacht, das kann man doch nicht einfach so abschießen, oder? Tja, 70% aller Projekte fangen ja so an: Der Vorstandsvorsitzende Meier sagt im Meeting im Nebensatz etwas wie “das müsste man ja vielleicht bei Gelegenheit mal angehen”. Der Bereichsleiter Müller nicht das auf und gibt es an den Abteilungsleiter Schmidt weiter “Ich habe da ein wichtiges Vorstandsprojekt”. Schmidt greift sich einen Teamleiter “Der Vorstand will da was, ich weiß aber nicht so genau, was der sich darunter vorstellt”. Wenn nach einem Jahr das Ergebnis in 10 Minuten beim Vorstand vorgestellt wird, hat Meier schon komplett vergessen, das er das mal vorgeschlagen hatte.

Guerilla-Projekt-Regel: 70% aller Projekte sind nicht notwendig und gefährden die wichtigen 30%.

11.09.06

11. September 2001

Posted in Politik at 08:57:36

Heute vor 5 Jahren

Ich fahre mit dem Zug von Dortmund nach Düsseldorf zu einem Termin. Dort soll ich versuchen, irgendwelchen Bank-Leuten die Vorteile eines CMS näher zu bringen.

Am Bahnhof angekommen sehe ich eine Menschentraube vor dem dort aufgestellten großen Bildschirm. Ich bin neugierig, gehe hin und sehe den 1. Turm brennen. Keiner weiß was passiert ist. Ich schaue ein paar Minuten zu, verstehe aber kaum etwas.

Auf dem Weg zum Termin (an der Kö’) rufe ich meine Freundin an “Schalte den Fernseher ein, ich muss weiter”.

Beim Termin: Der Termin ist in den Räumen einer befreundeten Beratungsgesellschaft. Dort ist man aufgebracht und verwirrt. Der Termin wurde vom Chef der Firma organisiert. Die potentielle Kunden sitzen eher gelangweilt herum. Chef: “Meine Herren, wollen wir auf Grund der aktuellen Situation den Termin trotzdem statt finden lassen?”. Antwort: “Ja ja, fangen Sie mal an”.

Ich stand offenbar ein wenig unter Schock. Eigentlich hätte ich den Termin abbrechen sollen. Statt dessen spule ich meine Präsentation ab. Zwischendurch stürmen Mitarbeiter der Beratungsfirma mit neuen Infos rein “der 2. Turm” “Turm bricht zusammen”. Meine spontane Reaktion: “Wer macht sowas? Dem muss doch klar sein, dass die USA das Land in dem er sitzt in die Steinzeit zurückbomben. Eigentlich fällt mir nur Afghanistan als Land ein das so einen Quatsch machen kann.”

Irgendwann ist die Präsentation vorbei. Wer hätte es gedacht: Daraus ist kein Projekt geworden. Ich fahre nach Hause und setze mich vor den Fernseher. Bis weit nach Mitternacht kann ich nicht ausschalten. Ich erwarte immer, dass noch etwas passiert. Ich habe “Angst”, etwas zu verpassen. Mein Telefon klingelt ständig. Wir alle sind verwirrt und verstehen nichts. Eigentlich rufen wir uns nur immer gegenseitig an um uns zu fragen, was als nächsten passieren wird.

Wir haben keine Antwort.
Wir wussten noch nicht, dass ab diesem Tag unsere Grundrechte Stück für Stück eingeschränkt werden.
Wir wussten nicht, dass momentan jeden Monat mehr Menschen im Irak durch Attentate sterben, als an diesem Tag in den Twin-Towern.
Wir wussten nicht, dass man mit Bart und Turban schon verdächtig ist. Wir wussten nicht, dass ein liegen gelassener Koffer fast Panik auslöst und zu dringenden Durchsagen im Zug führt- der Besitzer war im Bistrowagen (erlebt vor ein paar Tagen).
Wir wussten nicht, dass die USA geheime Gefängnisse hat in denen unter Verletzung sämtlicher Menschenrechte gefoltert wird.
Wir ahnten nichts von London und Madrid.

Dafür fehlte uns einfach die Vorstellungskraft.