09.06.06

Projekt 06: Ich geh’ dann mal

Posted in Projektmanagement at 10:29:25

Warum arbeite ich?
Grund 1: Ich brauche Geld um nicht zu verhungern. Aber das würde ich auch nicht, wenn ich Burger einpacke oder am Bahnhof Drogen verkaufe…
Grund 2: Ich will etwas erschaffen, ich will Ergebnisse produzieren.

Für mich als IT-Berater bedeutet dies: Ich sorge dafür, dass mein Kunde Projekte besser und schneller abwickeln kann.

Manchmal kommt aber der Punkt, an dem man feststellt:
Lieber Kunde, ich kann dir nicht mehr helfen. Deine Probleme liegen auf einer ganz anderen Ebene. Und ich bin nicht die richtige Person, dir zu helfen. Wir passen einfach nicht zusammen.

In so einer Situation kann man zwei Entscheidungen treffen:
1) Egal, ich bekommen mein Geld und je mehr Chaos hier herrscht, desto länger dauert meiner Beauftragung. Ich persönlich halte das für eine ganz gefährliche Kiste. Die Qualität der eigene Arbeit wird dadurch nicht besser, ganz im Gegenteil. Früher oder später wird man seine Arbeit selber nicht mehr mögen. Aber: Je mehr man in seiner Arbeit aufgeht, desto intensiver arbeitet man, desto besser wird das Arbeitsergebniss, desto höher ist der eigene Marktwert. Man zieht sich auf lange Sicht nur selber runter.

2) Konsequent sein und rechtzeitig gehen. Das bedeutet kurzfristig natürlich, dass ich kein Geld verdiene. Ich bin aber überzeugt, dass sich dies langfristig rechnet. Spätestens, wenn ich in 10 Jahren eben nicht einen Herzinfakt bekomme.

Ich habe mich diese Woche für Möglichkeit 2 entschieden.

07.06.06

Angela macht auf Podcast

Posted in Politik at 19:42:49

Uns Kanzlerin hat angekündigt, in Zukunft einen wöchentlichen Podcast zu veröffentlichen - mehr noch, es ist sogar ein Video Podcast.

Was soll man davon halten? Auf der einen Seite ist es ja schön, dass sich die konservative CDU den neuen Möglichkeiten der Kommunikation nicht verschließt. Auf der anderen Seite betrachte ich die fortschreitende Professionalisierung des Mediums mit gemischten Gefühlen.

Denken wir daran zurück, was mit dem WWW passierte. Als es aufkam, war es irgendwie schon Web 2.0: Von Nutzern für Nutzer. Niemand hat sich damals nur im Netz bewegt ohne nicht auch Inhalte anzubieten. Schließlich war man mit den vorhandenen Inhalten schnell durch. Ich erinnere mich an die Zeit, an der es tatsächlich eine Seite mit allen erreichbaren deutschen URLs gab - und die Seite war klein.

Dann kamen die Firmen und die Kommunikation wurde einseitig. Es gab Inhaltsanbieter und Inhaltsnutzer - meistens klar getrennt.

Jetzt sind wir wieder - Web 2.0 - in einer Situation, in der Nutzer gleichzeitig auch Inhalte anbieten (Wikipedia, Blogs, Podcast etc.). Eine neue, weitere Demokratisierung von Inhalten und Kommunikation.

Wenn aber nun wieder mehr und mehr Firmen auf den Zug aufspringen, besteht aus meiner Sicht die Gefahr, dass mehr und mehr Privatleute wieder zurückgedrängt werden. Der kommerzielle Content verdrängt die privaten Inhalte.

Ich bin gespannt, vielleicht habe ich ja auch Unrecht, würde mich freuen.

06.06.06

WM in Dortmund: Geht los

Posted in Allgemein at 16:34:22

Dann kann es ja losgehen …
Als ich las, dass Dortmund den WM Gästen einen roten Teppich ausrollt, hielt ich das für eine eher symbolische Aussage. Aber nein: Die meinten das ernst! Die komplette Hohe Straße entlang liegt ein roter Teppich auf dem Weg zum der Innenstadt zum Stadion (vielleicht 1,5 KM).

Bei der Gelegenheit hat man auch gleich einige wenige Fahnen (so knapp 80.000) an die Bewohner verteilt, die auch gleich brav ihre Fenster damit geschmückt haben.

Auch die Pizzeria bei mir um die Ecke erstrahlt nach einem Feuer wieder in neuem Glanz. Ok, es gibt immer noch reichlich Baustellen über deren rechtzeitige Fertigstellung ich so meine Zweifel habe, aber das wird sich zeigen.

Dortmund hat den großen Vorteil, dass das Stadion nahe zur Innenstadt liegt. Man kann also prima zu Fuß gehen. Der Weg zwischen Innenstadt und Stadion ist mit grünen Fahnen ausgeschildert. Dummerweise ist die Beschriftung nur auf Deutsch. Das hätte man besser machen können. An einer Stelle zeigen die Wegweiser zum Stadion in zwei Richtungen. Ich vermute, damit sich möglichst viele Kneipenwirte sich über den Besucherstrom freuen können.

Auf jeden Fall freue ich mich darauf, ein paar Spiele Open Air in Dortmund anzuschauen. Als Ruhri kommt man ja um Fußball kaum herum. Es gibt genug andere Städte, in denen man eine Viererkette eher für ein Intimpiercing hält. Aber wer 1995 miterlebt hat, wie der BVB die Meisterschaft geholt hat, kann eigentlich nur begeistert sein. An dem Abend war die komplette Innenstadt friedlich im Rausch. Am Morgen danach gab es in keiner Kneipe mehr Bier - die komplette Stadt war leergetrunken. Trotzdem gab es keinerlei Randale.

Wer also noch nicht weiß, was er zur WM machen soll: ab nach Dortmund auf den Friedensplatz und mitfeiern. Und wenn der Friedensplatz voll ist, gibt es sicherlich noch genug Kneipen.