29.09.05

Dinge, die ich nicht hören will

Posted in Allgemein at 12:06:36

Wenn ich im Hotel sitze und frühstücke möchte ich keinem Gespräch am Nebentisch zuhören die ungefähr so gehen:
“Klar, die Luftfahrt-Zulieferer haben die Preise extrem gesenkt und liefern Qualität weit unter der Spezifikation. Kein Wunder, wenn da mal ein Triebwerk abfällt”.
Nein, das will ich nicht hören. Auch wenn es stimmt. Ich muss nicht alles wissen …

26.09.05

Prozesse macht man aus Kundensicht!

Posted in Projektmanagement at 12:43:26

Es ist nie einfach, Prozesse zu erstellen. Man muss an jede Kleinigkeit denken und alle sollen zufrieden sein. Wenn Kunden eingebunden sind, wird gerne mal die Kundensicht übersehen. Der Prozess ist schlank, lässt sich wunderbar automatisieren und ist preiswert. Leider wird der Kunde dabei überrollt und ist sauer.
Die fehlende Kundensicht ist witzigerweise nicht nur ein Problem von Tekkies - da würde man es ja noch verstehen. Aber selbst gestandene Marketing-Menschen schaffen es in schöner regelmäßigkeit den Kunden zu vergessen.
Daher gibt es bei jedem Prozess folgende wichtige Fragen die man sich ständig(!) stellen sollte:

Wie würde ich als Kunde reagieren?
Würde ich damit zurecht kommen?
Würde meine 90 jährige Großmutter damit zurecht kommen?
Wie kann ich es noch Kundenfreundlicher gestalten?

Gut ist es auch, den Prozess einfach mal an einigen Leuten zu testen. Klingt selbstverständlich? Ist es aber leider nicht!
Man muss immer einen Kompromiss zwischen Kosten und Kundenfreundlichkeit finden. Aber das sollte nicht dazu führen, dass man seine Kunden fast vorsätzlich vergrault …

Initiative pro richtige Bahntür i.G.

Posted in Allgemein at 12:32:55

Ich habe die Nase voll, aber richtig. Ist es denn so schwierig? Aber echt…
Ich fahre Bahn, ich fahre sogar soviel mit der Bahn, dass ich mittlerweise eine BahnCard 100 besitze. Das ist alles auch soweit ganz gut. Am Wochenende hole ich mir natürlich eine Reservierung. Dankenswerterweise steht ja auf den Wagons nicht nur die Wagennumme drauf, nein! So ein Wagon hat ja zwei Türen (an jedem Ende eine Tür…). An den Türen steht dran, welche Sitznummern man von dieser Tür aus gut erreichen kann. Also Tür 1: 11-58, Tür 2: 72-114. Oder so ähnlich. die Nummerierung der Plätze eh’ jemand vorgenommen der zuviel Drogen intus hatte, aber darum geht es jetzt nicht.
Was passiert: 95,9% der Leute steigen genau auf der anderen Seite ein. Anschließend gibt es Stress und Ärgern, weil man in den engen Gängen nicht aneinander vorbei kommt.
Ist es denn so schwierig? Warum steigt man nicht einfach gleich auf der richtigen Seite ein?!? Die Züge halten doch lang genug. Schon würde sich die Einsteigezeit halbieren - und damit auch die ständige Verspätung der Züge. Außerdem käme ich endlich schneller zu meinem Sitz - denn dieser blöde Reservierungscomputer gibt mir immer eine Sitz in der Mitte des Wagens. Das kann doch nicht so schwierig sein, oder?
Ich habe genug. Ich gründe jetzt eine Bürgerinitiative. Einer muss es ja machen. Die nenne ich “Initiative besorgter Vielfahrer pro richtige Bahntür” - oder so ähnlich. Und wir werden die Leute zwingen, die richtige Tür zu benutzen. Und zwar werden wir, also wir werden, na irgendwie werden wir das schon machen.

23.09.05

Die 1000 Fehler in der Projektleitung: 8

Posted in Projektmanagement at 09:00:11

Scheitern ist keine Option - doch, ist es!
Was haben Projektmanagement und Kochen gemeinsam? Manchmal ist es besser, alles wegzuwerfen und nochmal zu starten!

Man kann nicht jedes Essen retten. Genauso unsinnig ist es, jedes Projekt auf Teufel komm ‘raus duchzuprügeln. Am Ende hat man zwar irgendein Ergebnis, kann damit aber gar nichts mehr anfangen. Ein Klassiker ist es beispielsweise, wenn mitten im Projekt neue Anforderungen auftauchen. Das ist erstmal nicht ungewöhnlich, sondern Tagesgeschäft. Schlecht ist nur folgendes: das Projekt kann 3 neue Anforderungen pro Monat umsetzen, bekommt aber jeden Monat 7 Anforderungen genannt. Auf diese Weise haben Firmen schon 2-stellige Milionenprojekte in den Sand gesetzt. Auch gerne genommen ist ein Projekt dessen Ergebnisse gar nicht nehr benötigt werden, da sich irgendwas geändert hat. Aber niemand traut sich, den Stecker zu ziehen um nicht als Bote der schlechten Nachricht geköpft zu werden.

Als Projektleiter wird am am Erfolg gemessen. Gerade als freiberuflicher Projektleiter bekommt man gerne solche Feuerwehrprojekte vor die Nase gesetzt. Aber:
Als guter Projektleiter wird man 75% dieser Projekte wieder aufs Gleis setzen und zum Abschluss bringen.
Als sehr guter Projektleiter erkennt man rechtzeitig wann man aufhören muss (”Wenn das Pferd tod ist, steig vom Sattel” )

Als Guerilla-Projektleiter nimmt man solche Projekte erst gar nicht an. Statt dessen präsentiert man einen Projektplan für ein neues Projekt welches besser, schneller und erfolgreicher ist :-)

22.09.05

Die 1000 Fehler in der Projektleitung: 7

Posted in Projektmanagement at 10:38:03

Wer schreibt, der bleibt
Der Wert von mündlichen Aussagen liegt ungefähr knapp unter dem eines 3 Wochen altem Brötchens. Wenn ich für jedes “das habe ich aber so nicht gesagt” einen Euro bekommen hätte könnte ich den Rest meines Lebens faul am Strand einer Südseeinsel verbringen…
Was also tun? Das jedes Meeting ein Protokoll braucht und man dieses Protokoll von allen Beteiligten abnehmen lässt ist klar. In Zeiten großer Festplatten kann man jede Mail speichern. Mails sollte man prinzipiell nicht löschen. Ok, die “12:30 Mittagessen?” Mail vielleicht.
Bei persönlichen Gesprächen ist es auch ganz einfach: Für jedes (!) Telefonat wird eine kleine Telefon-Notiz angelegt. Das geht einem nach einiger Zeit in Fleisch und Blut über und kostet kaum Zeit. Auch persönliche Gespräche werden sofort protokolliert. Anschließend schreibt man an seinen Gesprächspartner eine kleine Mail die etwa so aussieht:

Hallo Herr XYZ,
um sicher zu sein, dass ich Sie gerade richtig verstanden habe, hier eine kurze Zusammenfassung unseres Gesprächs:
Bla Bla Bla.
Ich gehe davon aus, dass das so stimmt, ansonsten melden Sie sich einfach kurz bei mir.

Und schon ist man auf der sicheren Seite.
Jetzt gibt es natürlich die ganz Schlauen. Die sagen einem dann sowas wie “aber das ist jetzt nur unter uns und gehört nicht ins Protokoll” oder so. Das bringt ein Projekt natürlich so gar nicht voran. Also gibt es nur eine Reaktion: Festnageln! Sofort klar machen, dass man bis zum Zeitpunkt X eine konkrete Aussage braucht. Diese ganzen “hätte, könnte, würde” Aussagen mögen zwar sehr diplomatisch sein, aber für Diplomatie haben wir im Projekt keine Zeit. Wir sollen das fertig werden…

21.09.05

Projekte erfolgreich sabotieren

Posted in Projektmanagement at 09:17:36

Hier gibt es eine nette Anleitung zur erfolgreiche Sabotage von IT Projekten

20.09.05

Guerilla Taktik im Nachwahlkampf

Posted in Politik, Projektmanagement at 09:59:28

Auf den ersten Blick könnte man sich fragen, ob Schröder, Westerwelle und Co. jetzt komplett den Verstand verloren haben. Die drei möglichen Kombinationen - Große Koalition, Ampel oder “Schwampel” - werden von allen Beteiligten vehement negiert.
Bei nähere Betrachtung kommt einem jedoch die Vermutung, dass die ganze Geschichte schon seinen Grund hat. Ich denke immer noch, dass sowohl Schwarz-Rot-Grün also auch Rot-Gelb-Grün keinen Sinn machen. Die Grünen können nicht mit der CDU und Westerwelle will nicht mit den Grünen. Neben Neuwahlen und einer Minderheitsregierung bleibt also die Große Koalition. Das ist allen Beteiligten klar.
Es ist aber auch klar, dass die Verhandlungen hart werden. In allen wichtigen Bereichen unterscheiden sich die Konzepte von SPD und CDU. Also braucht man Verhandlungspakete auf die man verzichten kann. Eines dieser Pakete ist ganz klar die Frage der Kanzlerschaft. Also beispielsweise entweder “18% Mehrwersteuer und Schröder bleibt Kanzler” oder “Bürgerversicherung und Merkel wird Kanzler”.
Also alles nach der Regel: Möglichst viele (auch gerne unsinnige) Positionen aufbauen damit man auf die locker verzichten kann und die wichtigen Forderungen durchbekommt.
Natürlich ist Schröder klar, dass er nicht mehr Kanzler ist (sollte er wider erwarten doch Kanzler bleiben muss Doris vermutlich die Urlaubsplanung komplett umstellen). Aber er hat, als Wahlverlieren, einfach eine schlechte Verhandlungsgrundlage.

Ich habe soetwas mal als Guerilla-Taktik im IT Projekt erlebt:
Subunternehmer will seine Leistung von mir als GU-Projektleiter abgenommen bekommen. Leider war Subunternehmer nicht gerade gut - ich habe im Projekt 3 Projektleiter verschlissen. Zur Strafe hat mit Subunternehmer einen “Kettenhund” vorgesetzt. Der hat - obwohl ja eigentlich in der schwachen Verhandlungsposition ist - die ersten 3 Meetings im Streit platzen lassen und sogar meinen Kunden wüst beschimpft. Er hat ständig unsinnige Forderungen aufgestellt. Zum Beispiel wollte er den durch ihn selber verschuldeten Verzug auch noch bezahlt haben. anschließend hat er “großzügig” auf diese Forderung verzichtet wenn wir ihm im Gegenzug die Abnahme erteilen…

19.09.05

Trickreiche Tricks

Posted in Projektmanagement at 17:38:01

Die Offene Punkte Liste
OP Listen werden gerne in der Kommunikation zwischen Dienstleister und Kunde eingesetzt. Neben der offensichtlichen Aufgabe solcher Dokumente - Nachverfolgung und Klärung offener Punkte - gibt es noch den versteckten Nutzen das der Dienstleister seinem Kunden zeigen kann, wieviele Fragen noch nicht geklärt sind und die ganzen Verzögerungen durch den Auftraggeber selber zu verantworten sind.
Aber auch intern macht eine OP Liste enorm Sinn. Als Projektleiter beantwortet man täglich duzende von Fragen (bzw. muss die Hälfte der Fragen noch klären). Durch eine solche Liste organisiert man sich zum einen selber. Auf der anderen Seite kann man die Liste auch als FAQ periodisch verteilen. Und schließlich hilft es ungemein, um einem Fragesteller zu zeigen, dass man seine ungemein wichtige Anforderung mittlerweile zum 5. Mal beantwortet hat…
Die Liste erstellt man am besten mit einer Tabellenkalkulation. Spalten: Aufnahmedatum, Aufnehmer, Stickwort, Beschreibung, Kommentare, Lösung, Lösungsdatum, Status (offen, in Bearbeitung, geschlossen)

18.09.05

Erste Hochrechnungen der Wahl

Posted in Politik at 18:32:03

Wow, na werden sich die Meinungsforscher aber umschauen. Mit dem Ergebnis haben wohl die Wenigsten gerechnet. SPD liegt “nur” 2 Prozentpunkte hinter der CDU. Das ist für Merkel der GAU. Nicht nur, dass sie als Kanzlerin eh’ schon Koch, Merz und Wulf im Nacken gehabt hätte, nein, jetzt würde sie in der großen Koalition auch noch einen Partner haben, den man schlechterdings als Juniorpartner bezeichnen kann.
Und nu’?
Rot-Grün scheidet ebenso wie Schwarz-Gelb aus.
Rot-Rot-Grün scheidet aus. Nicht, weil die SPD etwas gegen die PDS hätte, aber Schröder würde es Lafontaine niemals gönnen das Schröder ihm seine Macht verdankt.
Blieben also Ampel-Koalition, große Koalition und Neuwahl. FDP und Grüne unterscheiden sich in sovielen Punkten, das würde hart werden. Außerdem würde Fischer Gerhard wohl kaum das Außenministerium überlassen.
Ergo: Es gibt eine kurzlebige große Koalition. Denn: Nach ca. 2 Jahren wird Merkel das von den eigenen Leuten niedergestreckt werden.
Es bleibt spannend.
Wie auch immer es weiter geht, einen Vorteil hat die Geschichte gehabt: ich habe das Gefühl, dass sich jetzt viel mehr Menschen für Politik interessieren, also noch vor ein paar Jahren.

15.09.05

Die neue CD von Philip Boa

Posted in Allgemein at 22:35:34

ist echt klasse. Musste mal gesagt werden

14.09.05

Die 1000 Fehler in der Projektleitung: 6

Posted in Projektmanagement at 17:08:49

Meetings
Kann man so stehen lassen. Meetings sind immer ein Fehler. “You either meet or work

Ok, um die Geschichte nicht ganz dramatisch werden zu lassen, hier ein paar Regeln:
1. Kein Meeting ohne Agenda. Zeit ist knapp. Ohne Agenda wird ein Meeting zur Plauderstunde. Ohne Agenda sprengt man den Zeitplan. Und vor allem wissen die Leute, ob sie überhaupt teilnehmen müssen.
2. Kein Meeting ohne Protokoll. Sonst bekommt man den “Das habe ich nie so gesagt” Effekt. Entscheidungen müssen protokolliert werden, sonst bringt es später nichts mehr
3. Meetingprotokolle schnell verteilen. Spätestens nach einem Tag muss das Protokoll verteilt sein.
4. Reine Statusmeetings vermeiden. Status kann man per Mail/Report einfordern. Status kann man im kleinen Kreis klären. Aber ein Statusmeeting in großer Runde dient höchstens dazu, damit sich einzelne Teilnehmer profilieren und das andere Teilnehmer gedemütigt werden. Echte Ergebnisse kann man sehr, sehr selten erwarten.
5. Fester Anfang, festes Ende. Die Teilnehmer trödeln 15 Minuten nach Begin ein? Die ersten 10 Minuten wird über das Wochenende geplaudert? Da braucht man sich auch nicht wundern, wenn das Meeting wieder kein Ende findet…
6. Keine Diskussion über 3 Minuten! Was in 3 Minuten nicht geklärt werden kann, wird einer kleinen Runde übergeben. Wichtig: Feste Zuständigkeiten! Also nicht “Macht mal und sagt uns dann Bescheid”, sondern “Herr Foo, treffen sie sich mit Bar und Barz zu Klärung und schreiben sie uns bis Morgen Mittag ein kurzes Memo”

13.09.05

Eric S. Raymond bekommt Job-Angebot von Microsoft

Posted in Allgemein at 12:43:11

Der ist gut: Eric S. Raymond, seines Zeichens OpenSource Evangelist, hat ein Angebot von Microsoft bekommen. Mail uns Antwort gibt es hier.
Aus seiner Antwort:

What were you going to do with the rest of your afternoon, offer jobs to Richard Stallman and Linus Torvalds? Or were you going to stick to something easier, like talking Pope Benedict into presiding at a Satanist orgy?

12.09.05

Panne bei Briefwahl in Dortmund

Posted in Politik at 14:26:24

Ich durfte diesmal zweimal wählen…
Als ich meine Briefwahlunterlagen bekam war ich ein wenig verwirrt. Irgendwie konnte ich mit den Namen der Direktkandidaten nicht viel anfangen. Die Lösung kam letzte Woche per Post: Ich habe einen Wahlschein für einen falschen Bezirk bekommen.
Also durfte ich (wie 100.000 andere Wähler auch) ins Bürgeramt und nochmal wählen.
Jetzt frage ich mich schon, wie die meinen alten Wahlschein rausfischen wollen…

Die 1000 Fehler in der Projektleitung: 5

Posted in Projektmanagement at 14:20:30

Mailtext: “Anbei Dokument XYZ mit Bitte um Feedback”
Wer mit solch schwammigen Bitten Dokumente verschickt soll sich nicht wundern, wenn nix passiert. Diese Mails landen bei den meisten Empfängern ganz hinten auf der ToDo Liste. Schlimmer noch: Die Menschen, die das Dokument lesen haben zuviel Zeit. Sso will niemand was von denen - und entsprechend möchte man von denen gar kein Feedback …
Wie immer: Feste Regeln, feste Termine.
Neuer Mailtext:”Anbei Dokument XYZ. Ich benötigte Ihre Anmerkungen bis spät. XX.YY. Sollte keine Reaktion erfolgen gehe ich davon aus, dass Sie mit dem Inhalt übereinstimmen”
Zwei Tage / zwei Stunden vor Ablauf der Frist eine Erinnerungsmail senden. Wer sich bis dahin
nicht gemeldet hat: Abnahme durch Nichtreaktion erteilt …

09.09.05

Die 1000 Fehler in der Projektleitung: 4

Posted in Projektmanagement at 23:03:42

Niemals Dokumente zum Review verteilen und denken, sie würden gelesen.
Nehmen wir mal an, jemand bekommt per Mail ein Dokument mit der Bitte, Anmerkungen und Verbesserungen zu schicken. Oder vielleicht auch die Bitte und Freigabe. Dummerweise ging das Dokument an 10 Personen - das sieht man im Mail-Header. Was denkt sich der Empfänger? “Ich habe soviel zu tun, da habe ich kaum Zeit für ein Review. Aber egal, es schauen ja noch 10 andere Leute drauf, da kann ich ja einfach drüberfliegen”.
Dumm nur, dass dies jetzt 9 von 10 Empfängern denken. Anschließend wundern sich alle, dass das Ergebnis Murks ist.
Die bessere Lösung: Klar, wir alle haben einen hektischen Arbeitstag. Da kann man nicht immer verlangen, dass 50 Seiten Konzept wirklich gelesen werden. Aber vielleicht 5 Seiten! Wenn ich wirklich ein Review für meine Dokumente haben möchte, mache ich folgendes: Ich definiere “verantwortliche Redakteure” für Teile des Dokumentes. Dann schicke ich das Dokument an die Personen und bitte sie, sich das Dokument anzuschauen und mir auf jeden Fall Feedback zu “ihrem” Kapitel zu geben. Was passiert:
1. Der Druck, 50 Seiten lesen zu müssen fällt weg. ich verlange nichts unmögliches, sondern respektiere die knappe Zeit.
2. Ich schaffe einen Konkurenzdruck. Da jeder weiß, dass jedes Kapitel einen verantwortlichen Redakteur hat, fühlt sich der ein oder andere herausgefordert, ein Kapitel mehr zu lesen - vielleicht findet man ja was, was dem Kollegen nicht aufgefallen ist.
3. Wenn Fehler erst später zu Problemen führen kann man genau sagen, wer es verbaselt hat. Bei einem Reviewteam von 10 Personen ist man andernfalls eher selber der Dumme

06.09.05

Kirchhof und die Steuerschlupflöcher.

Posted in Politik at 15:28:16

Ich mache irgendwas falsch:

Jeder Bürger müsse seine Steuerschuld selbst errechnen und nachvollziehen können, sagte Kirchhof. Es dürfe nicht länger sein, dass sich Gutverdiener mit 100.000 Euro Verdienst mit Hilfe der Ausnahmeregelungen auf eine Steuerschuld Null herunterrechneten, sagte das Mitglied des so genannten Kompetenzteams Kanzlerkandidatin Merkel.

Ich habe sowohl als Angestellter, als auch als Selbstständiger ein vernünftiges Gehalt bekommen. Aber ich habe meine Steuerschuld nicht auf 0.- EUR runterrechnen können. Offenbar bin ich der einzige Depp, der sich über 1-3tsd EUR Erstattung schon freut.
Ok, in meinem Bekanntenkreis sieht es ähnlich aus. Aber vielleicht sind das auch alles Deppen. Was ich mich allerdings frage: Wo um alles in der Welt sind die ganzen Leute die entsprechend Steuern sparen?!?
Wenn tatsächlich 25% Steuersatz kommen, werden ich (single, gutes Einkommen) mehr Geld haben als
vorher - genau wie bei den letzten Steuerreformen auch. Sorry Leute, aber das kann nicht richtig sein.

UML 2.0 ist Unfug

Posted in Projektmanagement at 15:22:25

Auch wenn ich mich aktuell auf die UML Zertifizierung vorbereite und schon seit Jahren UML in Projekten einsetze: UML entwickelt sich in die falsche Richtung.
UML ist ein Analysewerkzeug, eine Brücke zwischen Anforderungen und technischer Architektur. Das bedeutet natürlich, dass die Anforderer die für ihn relevanten Diagramme auch versteht. Ansonsten brauche ich noch ein Dokument oder noch ein Verfahren um mich mit dem Kunden abzustimmen. Das klappt in der Praxis recht gut. Sogar einfache Sequenzdiagramme sind eine super Diskussionsgrundlage.
Und was passiert jetzt? Die OMG bohrt UML mit der Version 2.0 so auf, dass man aus dem Design gleich die Applikation erzeugen soll (MDA - Modell Driven Achitekture. Kurzer Einschub: Nein, das klappt nicht so wie behauptet). Der Haken: Die Diagramme werden immer überladener und unverständlicher.
UML entwickelt sich zu einer grafischen Programmiersprache. Das braucht kein Mensch!
Einige Leute mögen einwerfen das ihre Kunden UML Diagramme nicht verstehen oder erst gar nicht wollen. Natürlich sollte man nicht hingehen und dem Kunden erzählen “hey, wir machen jetzt in UML”. Aber wenn man gemeinsam an der Tafel Modelle entwirft, diese in einer Notation schreibt die a) verständlich und b) immer gleich ist, hat das riesen Vorteile. Kunden - auch Merketingleute - sind gar nicht so begriffsstuzig wie IT-Menschen immer glauben.

02.09.05

Ein Beispiel für verteiltes arbeiten

Posted in Projektmanagement at 10:24:16

Viele Leute verstehen nicht, wie neben klassischen Vorgehensmodellen die verteilte Arbeit welche man z.B. in OpenSource Projekten findet funktioniert. Es erscheint unglaubwürdig, dass viele Entwickler ohne starke Führung schnele und qualitativ hochwertige Ergebnisse liefern können. Hier ist ein wunderbares kleines Beispiel dafür, das und wie es funktioniert.
Das Projekt Joomla! ist auf der Suche nach einem neuen Logo. Praktisch über Nacht wurden Entwürfe erstellt und diskutiert. Das passiert in diesem Forum.
Man kann folgende Struktur erkennen:
- Zum Start werden erstmal viele Ideen gesammelt (also eine Art “Brainstorming”).
- Daraus ergeben sich einige “Lieblinge” (Konsolidierungsphase)
- Die guten Ideen werden weiterentwickelt (Entwicklungsphase)
- Immer wieder - wenn auch seltener - werden kommen komplett andere Vorschläge unterbreitet (eine Art Qualitätssicherung: Sind wir auch dem richtigen Weg? Gibt es noch bessere Wege?)
- Irgendwann gibt es dann ein Ergebns.

Und das alles ohne feste Meetings, ohne Moderation, ohne Projektleiter etc.
Seltsam, dass sehr wenige Firmen sich trauen, ihre Softwareentwicklung ähnlich auszurichten.