04.02.10
Posted in Projektmanagement, Allgemein
at 10:12:25
Auf SpiegelOnline gibt es einen Artikel über die aktuelle Studentengeneration. Eine exemplarische Anna-Lena (grandioser Name) steht für Studenten, die ein Turbo-Studium durchziehen, aber im wirklichen Leben vermutlich in der Fußgängerzone verhungern würden (es sei denn, sie sehen jemanden aus ihrem Netzwerk der ihnen hilft)
An solchen Artikeln merke ich dann, dass mein Studium schon etwas zurück liegt. Wir hatten wohl etwas mehr Zeit. Immer, wenn es darum geht, das Schule und Studium noch kürzer werden sollen, erinner ich mich an einen Leiter eines Kurses im Technischen Zeichnen (bevor es mich zur Informatik verschlagen hat, war ich für 2 Semester in Elektrotechnik eingeschrieben). Als jemand neben mir in der Übung jammerte, er würde ja so auf keinen Fall nach 8 Semestern fertig werden war die Antwort: “Warum wollen Sie so früh fertig werden? Als Ingenieur sollen Sie eine Führungsausfage übernehmen und wenn Sie mit nur 24 ein Team von gestandenen Technikern führen wollen, lachen die Sie doch nur aus”
Ok, aber scheinbar wollen Personaler heute Stelllen mit solche Anna-Lenas besetzen. Warum auch immer. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, hatte ich recht lange eigene Teams, teilweise mit Personalverantwortung und habe entsprechend viele Leute selber eingestellt. Einer der besten und engagiertesten Softwareentwickler an die ich mich erinnern kann war jemand, der vorher seinen Job als Straßenbauer aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Er hatte definitiv keinen idealen Lebenslauf vorzuweisen, passte aber perfekt in die Position.
Andere Geschichte: Abends sitzt eine Runde hochrangiger Manager eines Weltkonzerns zusammen. Alle sind in ihren jeweiligen Positionen sehr erfolgreich und gut. Nach einigen Gläsern Wein stellt sich heraus, dass niemand am Tisch sein Studium mit einem Abschluss beendet hat. Tja, solche Zeiten sind dann wohl vorbei…
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03.02.10
Posted in Multimedia
at 09:59:30
Oh welche Freude.
Seit gestern steht ein neues IPhone Update bereit. IPhone OS 3.1 hatte Internet-Tethering (IPhone als Modem nutzen) für viele Nutzer deaktiviert.
Hatte man sein IPhone im europäischen Ausland (legal) gekauft und keinen T-Mobile Vertrag, konnte man es nicht mehr aktivieren.
Aus welchen Gründen auch immer, hat Apple dies mit dem Update am Dienstag wunderbarerweise wieder aktiviert. Wer also auch sein IPhone mit einem anderen Provider betreibt: Update!
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29.01.10
Posted in Multimedia
at 10:35:41
Als das iPad vorgestellt wurde war ich eigentlich der Meinung, ich brauche das nicht. Einige US-Blogger haben geschrieben, dass iPad sei genau das Gerät, was sie ihrer Mutter/Oma kaufen würden. Es sein einfach zu bedienen und würde genau deren Bedarf erfüllen. Sorry Jungs, aber das ist Quatsch. Das iPad kann nur ein Zweitgerät sein. Denn es muss sich mit iTunes synchronisieren. Klar, man kann es auch ohne iTunes nutzen. Aber das iPad ins Spühlwasser fällt, sind alle Daten futsch. Leider hat Apple ja noch kein iPad-WiFi-MobileMe-Sync vorgestellt.
Mittlerweile kann ich mir ein iPad sehr gut in meiner Wohnung vorstellen, nämlich auf meinem Wohnzimmertisch.
Es gibt einige Dinge, die ich mit meinem iPhone mache, wofür es eigentlich gar nicht sonderlich gut geeignet ist. Beispiele:
Schach
Ich habe einen Account bei chess.com und spiele über das iPhone (Fern-)Schach gegen 4-5 Gegner. Das Schachbrett auf dem iPhone ist ok, aber auf 10″ würde es natürlich noch besser aussehen. Mehr noch: Ich habe einige Spiele gegen meine Liebste auf dem iPhone gespielt - in dem wir das iPhone zwischen uns gelegt haben. Das iPad könnte durch eine Größe als richtiges Spielbrett durchgehen.
Neben Schach kann ich mir viele andere Brettspiele vorstellen, die auf dem iPad gut spielbar sind. Vielleicht sollte man einfach mal eine klassische Spielesammlung (Mensch ärger Dich nicht, Halma, Mühle) programmieren. Und zwar so, dass es ein simpler Ersatz für echte Brettspiele wird.
Fernsehzeitung
Eine Fernsehzeitung habe ich mir schon lange nicht mehr gekauft. Ich nutze tvtv.de oder eine der vielen verfügbaren Apps. Hier stößt die kleine Anzeige aber auf sein Grenzen. Gerade, wenn Text und Bilder vermischt werden. Das iPad wäre eine echte Programmzeitschrift
Twitter
Der sonntägliche Tatort macht mit Twitter noch mehr Spaß. Auch das stelle ich mir auf einem iPad nett vor
Surfen und Filme lasse ich mal weg, versteht sich von selber…
Eine andere sehr gute Einsatzmöglichkeit ist z.B. die Haussteuerung. Es gibt mittlerweile bezahlbare Lösungen mit denen man seine Wohnung automatisieren kann. Das ist nicht nur Spielerei. Eine automatische Steuerung von Heizung und Licht (beispielsweise je nach Anwesenheit) spart viel Energie. Es gibt mittlerweile verschiedenste Anbieter die eine Steuerung per iPhone App erlauben. Für diese ist ein iPad natürlich ideal.
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28.01.10
Posted in Multimedia
at 10:08:11
Amazon ist schnell. Man kann das iPad jetzt schon bestellen. hier der Link:
Apple iPad 24,6 cm (9,7 Zoll) Tablet 64GB WiFi
Aktueller Verkaufsrang (10:0 Uhr): 91 bei Elektronik. Wow, hätte ich nicht gedacht
Update 10:10 Uhr. 35!
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27.01.10
Posted in Multimedia
at 19:46:04
Steve Jobs stellt gerade das neue iPad vor. Hier schon mal meine Wunschliste für die Version 2.0:
- UMTS
- Zwei Kameras (eine für Fotos, eine für Videokonferenzen)
- Multitasking
- Die Möglichkeit, eine Bluetooth-Tastatur anzuschließen
Wird das Ding ein Erfolg? Keine Ahnung. So wie es aussieht, wird es mein Kindle nicht ersetzen und auch kein Ersatz für mein Laptop sein können. Aktuell habe ich in meiner Tasche: Laptop, iPhone und Kindle
Wenn ich kein Gerät ersetzen kann, werde ich mit 4 Geräten unterwegs sein wollen? Klare Antwort: Nein!
So auf den ersten Blick ist das iPad ein großes iPod auf dem ich fancy Zeitung lesen kann. Keine Ahnung, ob ich das wirklich kaufen will.
(Update): Da war ich zu schnell. Es hat sowohl UMTS also auch die Möglichkeit, eine Tastatur anzuschließen. Und es kostet ab $499. Also $830 für ein 64gb Computer mit UMTS. Hmm also vielleicht … dann … ja … doch …
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22.01.10
Posted in Projektmanagement
at 10:07:00
“Wirklich lieber guerilla PM, ich bin untröstlich. Ich kann voll uns ganz verstehen, dass Sie mit dem Verlauf des Projektes unzufrieden sind. Aber ich kann mir auch gar nicht erklären, wie das alles passieren konnte.”
Na ja, ich hätte da so einige Ideen, warum der Dienstleister das Projekt in den Sand gesetzt hat. Er hat so ziemlich jede goldene Projektregel verletzt:
Sag mir, wie ein Projekt anfängt und ich sage Dir, wie es aufhört
Wenn der Projektstart schon schwierig ist, wird das Projekt scheitern. Das falsche Team, ein schlechtes Briefing, ein schlechtes Grobkonzept - was auch immer. Fehler, die am Anfang gemacht werden, können nicht wieder gut gemacht werden. Leider ist es in der Projektwirklichkeit so, dass viele Projekte erst mal gestartet werden (um “Aktion zu zeigen”). Ein gut vorbereiteter Start ist eher selten.
Das falsche Team zur falschen Zeit bringt Kosten und Verdrießlichkeit
Es geht nicht darum, die besten Köpfe für ein Projekt zu finden. Es geht darum, die richtigen Köpfe zu finden. Wer passt für die Aufgabe? Einfach mal ein Team zu nehmen, weil es in der Vergangenheit bei einer anderen Aufgabe erfolgreich war ist Unfug.
Man tauscht die Pferde nicht auf der Zielgeraden
Kurz vor Ende eines Projekte das halbe Team auszutauchen ist schlecht, sehr schlecht. Eigentlich sollte man das Team gar nicht mehr ändern, auch nicht erweitern (”adding manpower to a late project makes it even more late”).
Arbeite nach einer Methode, egal welche - aber die Methode ist nicht das Projekt
Ok, das klingt jetzt seltsam. Was ich damit meine: Es gibt viele verschiedene Projektmanagement Methoden. Und egal, welche man anwendet. Es ist immer besser irgendeine Methode zu nehmen, als gar keine zu haben. Die Gefahr ist jedoch: Je komplexer eine Methodik wird, desto eher verwechselt man das Projektergebnis mit der Methode. Oder anders ausgedrückt: Nur, weil ich den Projektstatus sauber nach PMI tracke und alle notwendigen Reports und Dokumente sorgfältig ausgefüllt habe, ist das Projekt noch lange nicht erfolgreich. Vielleicht protokolliert man nur das Scheitern - dies aber sehr genau
Definiere eine klare Struktur - vor allem in der Kommunikation
Informationen müssen schnell verteilt werden. Und jeder muss wissen, wer Ansprechpartner für welches Thema ist.
Lügner haben kurze Beine - und erfolglose Projekte
Wenn es Probleme gibt, wenn irgendetwas nicht richtig läuft, gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann hoffen, dass es keiner merkt und das Problem “intern” gelöst wird. Oder, man kommuniziert ehrlich. Die Erfahrung zeigt, dass man lieber gleich mit der Wahrheit raus rücken sollte. Je länger man etwas unter den Teppich zu halten versucht, desto größer werden die Probleme
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18.01.10
Posted in Projektmanagement
at 14:33:09
Normalerweise sind meine Projekte natürlich immer extrem gut in der Zeit, weit unter dem Budget, das Team ist hochzufrieden und der Auftraggeber wirft Rosenblätter auf meinen Weg. Aber manchmal kommt es auch anders …
Es war Sommer. Ich hatte ein Projekt beendet und die Angebote für neue Projekte waren ein wenig mau. Da bekam ich die Anfrage über einen Vermittler, ob ich nicht bei in arbeiten wolle. Start sei in wenigen Tagen. Die Bezahlung war auch in Ordnung.
Ok, ich hätte ein wenig misstrauischer sein sollen. Der Vermittler hat keinerlei Bewerbungsgespräch mit mir geführt. Auch der potentielle Kunde hat mich vor meinem ersten Arbeitstag nicht gesehen oder gesprochen. Das sind schon schlechte Zeichen.
Der erste Tag. Ich komme in die Firma und lerne meinen Auftraggeber zum ersten Mal kennen. Mein Ansprechpartner leitete eine Abteilung mit >100 Mitarbeitern und war eigentlich sehr nett.
O-Ton der Begrüßung: “Also ich halte ja nichts von Beratern. Aber ich dachte, ich probiere das mal aus”.
(Okaaaay, das geht ja schon mal gut los)
Ich: “Dann liegt es jetzt also am mir, Sie davon zu überzeugen, dass Sie durch Berater wirklich Ihren Erfolg steigern können. Wie kann ich Ihnen denn helfen?”
Auftraggeber: “Wir sind in unserer Branche führend. Also wollen wir auch das beste IT System haben. Sie sollen uns das planen”
Ich: “Was ist denn ihre Definition so eines Systems. Soll es möglichst schnell sein? Sollen die Kunden möglichst zufrieden sein? Was sind Íhre Kriterien?”
Auftraggeber: “Was soll denn diese Frage? Die Kriterien erwarte ich von Ihnen!”
Ich: “Sehr gerne. Was sind die Rahmenbedingungen?”
Auftraggeber: “Äh, was für Bedingungen? Die sollen Sie doch definieren”
Ich: “Ok, geben Sie mir 15 Mio EUR, 30 Entwickler und 12 Monate Zeit. Dann bekommen Sie ihr System”
Auftraggeber: “So ein Blödsinn. So viel Geld gibt es nicht. Und so viel Zeit haben wir nicht”
Ich: “Gut, dann kommen wir doch den Rahmenbedingungen schon näher. Jetzt kümmern wir uns noch um die Zieldefinition”.
So in der Art ging es dann weiter. Es ist nun nicht ungewöhnlich, dass ein Kunde nicht weiß, was er will. Aber in diesem Fall wollte der Kunde auch bei dem Projekt nicht mitziehen. Kein Ansatz fand Zustimmung, keine Projektdefinition wurde angenommen. Eigentlich ein 08/15 Projekt. Ist-Analyse, Zieldefinition, Migrationsstrategie. Aber hier klappte so mal gar nichts.
Nach 2 Wochen habe ich das “Projekt” von mir aus beendet. Die Reaktion des Kunden war, dass er meinte, er macht es dann halt selber und wird mir anschließend das Ergebnis zeigen damit ich endlich verstehe, was er denn überhaupt gewollt hat. Unnötig zu erwähnen, dass ich nie wieder etwas von diesem Kunden gehört habe …
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14.01.10
Posted in Projektmanagement
at 11:32:54
Wenn es darum geht, Behauptungen zu beweisen, kann man zwischen dem wissenschaftlichen Ansatz und dem esoterischen Ansatz (ich nenne ihn einfach mal so, gemeint sind damit die Argumentationen z.B. von Ufo-Anhängern) unterscheiden.
Der wissenschaftliche Ansatz geht so:
Man macht eine Beobachtung und versucht diese zu erklären. Oder man stellt eine Theorie auf Grund von Annahmen und Berechnungen auf.
Im nächsten Schritt versucht man nun 2 Dinge. Zum einen bemüht man sich, die Behauptung zu widerlegen. Des weiteren macht man auf Grund der Theorie Vorhersagen und prüft, ob diese eintreten.
Beispiel: Ein Apfel fällt nach unten. Dies ist die Beobachtung. Ich stelle nun die Thorie auf, dass dies an etwas liegt welches ich Schwerkraft nenne. Ich mache die Schlussfolgerung, dass alle Gegenstände nach unten fallen. Jetzt behaupte ich, dass auch eine Birne fallen würde. Wenn das auch passiert, habe ich ein Modell gefunden welches funktioniert. Was Esoteriker nun nicht verstehen: Ich habe nicht bewiesen, dass alle Dinge nach unten fallen. Wenn ich 999 Dinge finde, die fallen, kann es sein, dass es trotzdem ein Ding gibt, welches nicht nach unten fällt. Als Experiment Nr. 1000 nehme ich einen Wasserstoffbalon. Und siehe da, das Ding fällt nicht nach unten, es steigt nach oben. War damit mein ursprüngliches Modell falsch? Nein, es war nur unvollständig.
Was machen nun Esoteriker?
Nun, ein Esoteriker macht auch eine Beobachtung. Aus dieser Beobachtung zieht er nun Schlüsse und stellt eine Theorie auf. Soweit unterscheidet er sich also nicht von den Wissenschaftlern. Aber er versucht nun nicht, seine Theorie zu untermauern. Ihm reicht diese eine Beobachtung aus. Andere Informationen werden nicht mehr hinzugezogen (oder irgnoriert). Beispiel: Eine Erkältung dauert immer unterschiedlich lange. Man kann eine Infektion mit keinem Medikament der Welt verkürzen. Nun dauerte eine Erkältung vielleicht in einem Fall 10 Tage. 3 Monate später hat der Esoteriker wieder eine Erkältung und nimmt den Imunbooster WooperDooper. Die Erkältung dauert dieses Mal nur 5 Tage.
Erklärung 1: Es liegt an WooperDooper
Erklärung 2: Die Infektion war diesmal einfach nach 5 Tagen vorbei. Sie wäre auch ohne WooperDooper nach 5 Tagen vorbei gewesen sein.
Der Esoteriker glaubt es liegt an WooperDooper und nimmt ab jetzt bei jeder Erkältung WooperDooper. Wenn die nächste Erkältung wieder 10 Tage dauert? Glück gehabt. Mit WooperDooper hätte es bestimmt 10 Tage gedauert.
Langer Rede kurzer Sinn: Wissenschaftler stellen ihre Theorie / ihr Modell ständig in Frage und passen ihr Modell an die Realität an. Esoteriker glauben an ihr Modell und erklären sich die Realität zur Not zu um, bis ihr Modell passt.
Sind wir Projektmanager nun Wissenschaftler oder Esoteriker?
Tja, machen wir uns nichts vor. Wir sind eher Esoteriker. Wir wollen an eine neue Projektmanagement Methode glauben und sind sicher, dass das Projekt dadurch schneller, erfolgreicher use. ist. Können wir das Beweisen? Nein, dafür müssten wir das exakt gleiche Projekt nochmal mit einer anderen Methode durchführen. Und leider geht das nur im Buch (Der Termin. Ein Roman über Projektmanagement).
Aber haben die ganzen Methoden ihre Wirksamkeit wirklich unter Beweis gestellt? Ich glaube mittlerweile eher: Nein.
Heißt das, wir brauchen keine Methoden mehr? Das würde ich nicht sagen. Aber ich glaube, dass die qualitativen Unterschiede zwischen einzelnen Methoden, das deren Vor- und Nachteile einfach viel zu wenig klar sind.
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19.12.09
Posted in Politik
at 12:38:26
Egal welche Alibi-Erklärung in den nächsten Stunden vielleicht noch die Gnade der 193 Staaten findet, der Klimagipfel ist sauber gegen die Wand gefahren worden. In den Geschichtsbüchern wird er vermutlich als verpasste Chance auftauchen. Rhetorik-Bücher werden ihn als wunderbares Fallbeispiel nehmen, wie Verhandlungen scheitern.
Eigentlich haben ja alle Recht. Die Erdöl-Länder haben Angst um ihre wirtschaftliche Existenz. Die USA will nicht mehr machen, als z.B. China - wieder wirtschaftliche Interessen. China erinnert den Westen daran, dass sie natürlich sehr viel mehr CO2 erzeugen als noch vor einigen Jahren, aber halt dabei seien, in die “1. Welt” aufzusteigen- will man das ihnen verbieten? Die kleinen Länder fragen, warum sie ihren Regenwald um jeden Preis schützen sollen während die Industriestaaten ihre eigene Umwelt munter zerstören - und nebenbei noch die Weltmeere leerfischen. Außerdem sei ihr Anteil nur extrem gering. Ergebnis: Wir müssen handeln, aber es soll nicht weh tun. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht Nass.
Muss man den Staaten ein Vorwurf machen? Ja und nein. Ursprünglich wollte ich mich jetzt ausführlich über die hirnlosen Volldeppen in Kopenhagen aufregen. Ich wollte schreiben, dass dort die Zukunft meiner (fiktiven) Kinder und Enkel kurzfristigen Wirtschaftszielen geopfert wurden. Aber dann trank ich einen Schluck Kaffee und sah dabei meine Wohnung.
Und die traurige Wahrheit:Die echten Idioten sitzen nicht in Kopenhagen, sondern in meiner eigenen Wohnung!
Ich selber gehe als kleinste mögliche politische Einheit mit denkbar schlechtem Beispiel voran. Während ich mich über den Klimagipfel aufrege, sitze ich alleine in einer 110qm Wohnung, lasse 2 Computer laufen, die Gasheizung erwärmt alles auf wunderbare 21Grad (also 30 Grad höher als die Außentemperatur), eine weitere 30qm Wohnung an meinem Projektstandort hat 15Grad, ich trinke Kaffee aus Südamerika, in einer Tasse die ich in New-York gekauft habe gebrüht mit einer Pad-Maschine und im Moment rödeln Wasch- und Spülmaschine. Ich war in den letzten 12 Monaten auf 3 Kontinenten, bin fast zweimal die Strecke um den Erdball geflogen und ca. 50.000 km alleine mit meinem Auto gefahren. Aus klimaschutzsicht sollte mir die erboßte Erde also in die Fresse hauen bis ich lache.
20% CO2 Reduzierung in 40 Jahren. Pah! Ich könnte meine persönliche CO2 Erzeugung vermutlich binne 6 Monaten um 70% reduzieren. Ich ziehe wieder in eine kleine WG, mache keine Fernreisen, Arbeiten nur an Projekten vor der Haustür und schränke mich stark ein. Warum ich das nicht mache? Klar, ich will das Erreichte nicht einfach so aufgeben. Ich bin quasi mein eigenes China&USA in Personalunion.
Und ich denke, hier liegt ein Teil der Lösung. Jeder Einzelne kann seinen Teil beitragen. Rettet das die Welt? Natürlich nicht. Aber je mehr sich eine entsprechende Mentalität durchsetzt, je mehr wir die Schwerpunkte verschieben , desto eher werden auch die Regierungschechfs auf Klimakonferenzen mit diesem entsprechendem Rückhalt sinnvolle, aber vielleicht wirtschaftlich schmerzhafte Maßnahmen beschließen.
Was mache ich eigentlich bislang: Wenig. Ich habe einen Vertrag bei einem Öko-Strom Anbieter. Mein aktueller Projektvermittler hast sich CO2 Neutralität auf die Fahne geschrieben und unterstützt einige Projekte. Ich spende (manchmal) und unterstütze mit einem monatlichen Beitrag ein Kind in Indien (zumindest hoffe ich, dass es tatsächlich existiert und ich keiner Betrugsorganisation auf den Leim gegangen bin). Ich kaufe Lebensmittel (zu wenig) nach Saison und Region.
Was ist machbar und tut nicht sonderlich weh: man kann seinen Vermieter nerven, eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach zu setzen (kann man gut argumentieren, da es sich finanziell rechnet). Weniger Fernreisen. Mehr Fahrgemeinschaften (ist ja auch lustig - zumindes manchmal). Weniger Müll erzeugen. Weniger Quatsch kaufen der eh’ nach 3 Monaten im Keller landet. Eine kleinere Wohnung näher an meinen Projekten suchen (oder alternativ flugs eine Familie gründen und die Wohnung füllen). usw. usw.
Es gibt viele Möglichkeiten, die persönliche CO2 Bilanz zu verbessern.
Wenn Obama es nicht schafft, müssen wir halt selber ‘ran.
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16.12.09
Posted in Allgemein
at 10:37:00
Ich bin Amazon-Prime Kunde. Für einen geringen Betrag bekomme ich alle Bestellungen ohne Versandkosten sowie als Expresspaket zugeschickt. Das ist eigentlich eine gute Sache. Eigentlich.
Schon seit Monaten liebäugle ich mit der Philips LIVING COLORS Lampe. Vor 2 Wochen habe ich sie mir dann selber zu Weihnachten geschenk. Ich lasse sie, alle Bestellungen, an die Packstation in meinem momentanen Arbeitsort schicken.
Laut Sendungsverfolgung scheint da aber irgendwas schief gelaufen zu sein. Denn der Status stand bei Amazon auf “wird zugestellt”, laut der DHL Seite sogar auf “delivered to customer”. Nur, ich hatte die Lampe noch nicht bekommen. Na, dafür gibt es ja eine Hotline:
Ich: Können Sie bitte mal den Status des Paketes 12345 anschauen.
Hotline: Das Paket war zu groß für die Packstation und befindet sich nun im Depot
Ich: Äh, warum wurde ich darüber nicht informiert? Was passiert nun?
Hotline: Das Paket bleibt hier 7 Tage und wird dann zurückgeschickt
Ich: Ne, ich will das doch haben. Können Sie es mir bitte nochmal zustellen. Dies mal bitte nach Hause, die PLZ lautet …
Hotline: Das geht nicht, das wäre ja ein anderes Depot. Es ist ja ein Expresspaket
Ich: Ok, dann vielleicht an eine Postfiliale hier um die Ecke?
Hotline: Das geht nicht, die können das Paket nicht scannen. Es ist ja ein Expresspaket
Ich: Und wenn ich es zu meiner Projektwohnung schicken lasse und nicht da bin, bekomme ich eine Abholkarte?
Hotline: Das geht dann ins Depot zurück. Es ist ja ein Expresspaket
Ich: Gut, gut. Ich hole es im Depot ab.
Hotline: Das Depot liegt “Werrastraße 1, Raunheim”
Tja, wer mag kann das gerne mal bei Google-Maps, Stadtplandienst o.ä. suchen. Man findet nix. Zum Glück bin ich dann auf einige Blogs gestoßen, die das gleiche Problem hatten. Es ist ein neues Industriegebiet in der Nähe vom Frankfurter Flughafen. Dort angekommen muss man dem Wegweiser “Parkplatz für Mitarbeiter” folgen und an einer Tür ohne Schild klingeln. Das bekommt man sein Paket.
Die Lampe? Ach, die ist übrigens Defekt gewesen und ich werde sie heute zurückschicken…
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15.12.09
Posted in Projektmanagement
at 10:37:30
Manchmal ist es sehr spannend, mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Empfehlenswert sind z.B. gleichzeitig The Secret, Bleep und Prometheus Rising zu lesen.
Die ersten beiden Bücher sind ziemlich esoterisch und seit erstaunlich langer Zeit weit oben in den Verkaufscharts (vor allem “The Secret”). Es gebt dabei - sehr knapp zusammengefasst - um die Idee, dass all’ unsere Wünsche Wirklichkeit werden können. Wenn ich es schaffe, von einer Sache überzeugt zu sein, wird sie auch eintreten. Das Buch gibt dabei sowohl kleine Beispiele (”ich werde gleich hier vor meiner Haustür auf den leeren Parkplatz fahren”), zeigt aber auch größere Ziele (”ich habe das Modell des Hauses gebaut in dem ich 15 Jahre später wirklich lebe”). Der wichtige Trick dabei sein, nicht negativ zu denken. Man darf sich also nicht sagen “ich werde keine Erkältung bekommen”. Denn das Universum wird nur “Erkältung” hören und - bumms - schon liegt man flach. Statt dessen muss man sich sagen “ich freue mich, dass ich den ganzen Winter über gesund sein werde”.
Langer Rede kurzer Sinn: Sobald ich einen Wunsch äußer, wird das Universum alles tun, um diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.
Das wird dann in späteren Büchern und Filmen irgendwann mal mehr oder minder Quantenphysikalisch “erklärt” und am Ende eines dieser Filme wird eine Menschenkette rund um Jerusalem (? oder einer anderen Stadt) durch die ständige Wiederholung von “I Am That I Am” die Verbrechensrate senken.
Kommen wir nun zum dem zweiten Buch. Auf deutsch heißt es Der neue Prometheus. Es ist leider vergriffen und kostet gebraucht ab 300 EUR (Stand Dezember 2009). Keine Ahnung, warum es so teuer ist. Aber ich könnte wohl meine Urlaubskasse aufbessern - ich habe die Ausgabe nämlich zuhause. Die englische Taschenbuchausgabe ist aber noch erhältlich.
Bei dem Buch von R.A. Wilson geht es (unter anderem und wieder nur sehr knapp wiedergegeben) darum, dass in unserem Gehirn zwei Teile arbeiten, der “Denker” und der “Beweiser”. Die Idee ist nun, dass der “Denker” eine Theorie aufstellt und der “Beweiser” nun alles dafür tut, um diese Theorie auch zu beweisen. Wenn der “Denker” also vermutet, dass er nie einen Parkplatz bekommt, wird der “Beweiser” alle Beweise dafür sammeln. Er wird sich also merken, dass man im letzten Monat 10 mal keinen Parkplatz gefunden hat. Die 30 erfolgreichen Suchen? Nun, die “vergisst” der Beweiser. Ich halte mich für einen Langweiler der keine Freunde findet? Dann wird es auch so sein.
Beide Bücher gehen also von der gleichen Erkenntnis aus: Unsere Wahrnehmung beeinflusst unsere persönliche Realität. Die Esoterikbücher erklären es nun damit, dass eine wie auch immer geartete Macht im Universum dafür verantwortlich ist. Robert Anton Wilson (dessen Bücher man übrigens alle gelesen haben sollte) erklärt es einfach damit, dass unsere Einbildung (der Denker) sowohl unsere Wahrnehmung wie auch unser Verhalten steuern und durch entsprechendes Feedback schließlich die Realität beeinflussen. Ich persönlich würde eher auf Wilson wetten …
Was auch immer die Ursache sein mag (Gehirn oder Universum), die Macht des positiven Denkens ist erstaunlich groß. Und schon sind wir beim Projektgeschäft.
Wie oft kommt es vor, dass wir in unserem Alltag auch nur Beweise für unsere negativen Meinungen suchen. “Der Entwickler XYZ ist eine Niete”, “Das Projekt wird eh’ nix”, “In dieser Umgebung kann ich nicht arbeiten”, “Ich arbeite viel zu viel”
Und so weiter, und so weiter…
Es ist unglaublich schwer, wirklich objektiv zu sein. Dass, was wir für Objektivität halten, ist zu 20% Realität und zu 80% von unserem “Beweiser” in unserem Kopf gesteuert. Das ist bei Konflikten ein Problem. Nicht nur, dass alle Parteien glauben, sie seinen im Recht. Die sind auch noch völlig davon überzeugt, die seien objektiv im Recht.
Was kann man für seinen Alltag daraus ziehen?
1. Spiralen erkennen
Wenn ich unzufrieden bin, wenn ich denke, ich arbeite zu viel. Wird das meine Unzufriedenheit steigern. Es wird sogar meine Arbeitslast steigern. Diese Abwärtsspirale ist schwer zu erkennen
2. Sich seiner Subjektivität bewusst sein
Egal, für wie schlau wir uns halten. Egal, wie objektiv wir scheinen. Wir sind es nicht!
3. Sich selber positiv manipulieren
Ok, das klingt vielleicht seltsam. Aber es ist möglich, seine eigene Grundeinstellung bzgl. einer Aufgabe zu verbessern
4. Seine Umgebung verstehen
Der Gegenüber ist nicht dämlich, verbohrt und unfähig, die Dinge vernünftig zu sehen. Sein “Beweiser” hat ihm nur andere Dinge bewiesen, wie mein “Beweiser”. Er ist von seiner Realität genau so überzeugt, wie ich von meiner Realität. Wer das berücksichtigt, wird in Diskussionen und Verhandlungen seinen Erfolg massiv steigern können.
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06.12.09
Posted in Multimedia, Allgemein
at 12:16:15
Seit einiger Zeit kriselt es ja gewaltig im deutschen Wikipedia-Wald.
Etwas vereinfacht erklärt streiten sich da gerade ja zwei Lager. Eine Gruppe ist der Meinung, es dürften nur “relevante” Artikel aufgenommen werden und löscht fleißig verschiedene Artikel während die andere Gruppe anführt, es können nicht angehen, dass eine Minderheit entscheidet, was denn nun wichtig sei und was nicht und die Relevanz würde sich automatisch an den Aufrufzahlen finden.
Auch wenn ich die Argumente der Löschgegner eher verstehe (warum soll man denn überhaupt löschen, gehen die Bits aus?), habe ich das bislang eher nur am Rande verfolgt. Diese Woche aber war ich dann mal selber Betroffener
Vor längerer Zeit habe ich mal anonym ein paar kleinere Fehler in einem (kurzen und eher schlichten) Wikipedia Eintrag über OSS/J berichtigt. Als ich jetzt nach nach diesem Artikel suchen wollte, war er weg. WTF? Offenbar sind Telco-Standards also nicht relevant.
Jetzt wurde ich neugierig. Also habe ich mal den Artikel zu meinem aktuellen Projekt aufgerufen. Und siehe da: Es findet sich ein recht ausführlicher, gut geschriebener Eintrag. An einer Stelle fand ich einen kleinen Fehler. Statt möglicher 4 Optionen ein einer Funktion wurden nur 2 beschrieben. Ok, kein Problem. Also änder ich das eben mal (anonym). Darüber gibt es wenig Diskussion, da die frei verfügbaren Spezifikationen es genau so beschreiben.
Keine 10 Minuten später wurde meine Änderung wieder rückgängig gemacht. Das motiviert mich nicht gerade. Ich denke, ich verstehe das Problem von Wikipedia ein wenig bessern …
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01.12.09
Posted in Multimedia, Allgemein
at 14:16:59
Sachen gibt’s …
Unser aller (also alle, die in den 70′ern groß wurden) Lieblingszeitschrift hat eine iPhone App rausgebracht. Nein, nicht die Bravo. Die haben doch nur die gelesen, die für MAD zu doof waren. Es geht natürlich um YPS. jede Woche gab es dort mehr oder minder gute Comics und mehr oder minder gute Beigaben, die Gimmicks. Ich war seit Ausgabe 3 dabei (das Magnetrad - was mich ein wenig wundert, weil ich da gerade mal 6 Jahre alt war, aber ich bin mir da ziemlich sicher).
Eines der erfolgreichsten Gimicks waren die Urzeitkrebse. Und weil die YPS Leser von früher ja die iPhone Nerds von heute sind,
gibt es jetzt tatsächlich eben diese Urzeitkrebse als iPhone-App
Dann wird es ja nicht mehr lange dauern, bis uns die Tamagotchi wieder beglücken…
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26.11.09
Posted in Allgemein
at 11:57:49
ich gehöre ja zu den Leuten, die es irgendwie nie schaffen, genug Briefmarken im Haus zu haben. Das merke ich natürlich dann besonders schmerzlich, wenn ich Rechnungen schreibe und verschicken will. Ergebnis: Ich trage die Briefe tagelang in meiner Laptoptasche mit mir herum …
Durch Zufall habe ich gesehen, dass die Post neben der Internetbriefmarke (Marke online kaufen uns ausdrucken) auch Handyporto anbietet. Das funktioniert so: Man schickt eine SMS mit dem Betreff “Brief” oder “Karte” an die Nummer 22122. Kurze Zeit später bekommt man eine SMS mit 3 Zeilenreihen. Diese schreibt man einfach statt der Briefmarke auf den Brief - fertig.
Klingt gut, oder? Es gibt nur einen kleinen, winzigen Haken: Das “Porto” kostet auf diesem Weg laut Webseite 95ct für einen Brief und 85ct für eine Postkarte.
Anders ausgedrückt. Die Nutzung einer neuen Technologie kostet 172% (188% bei Postkarten) des Preises der alten Technologie. Klar, man könnte damit argumentieren, dass es alles einfacher wird und mir dies schon 40ct wert sein sollte - aber ich glaube, ich gehe dann gleich doch lieber mal zum Automaten….
Nachtrag:
Ups, meine Rechung ist ja falsch. Ich muss ja die Kosten für die SMS noch einrechnen. Dann komm ich bei 19ct pro SMS auf Kosten von 1,14EUR pro Brief - also mehr als doppelt so teuer.
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25.11.09
Posted in Allgemein
at 17:03:05
Laut Google-Analytics hatte ich während meines Urlaubs an einem Tag extrem viele Besucher, locker 10x mehr als sonst. Das verwirrt natürlich ein wenig. Also habe ich genauer nachgeschaut.
Die Besucher kamen über Google und haben nach dem Begriff “sauce bernaise syndrom” gesucht. Ein Eintrag von mir dazu steht bei Google auf Platz 2:
http://www.guerilla-projektmanagement.de/index.php/archives/2007/03/16/das-sauce-bernaise-syndrom/
So weit, so gut. Aber warum haben alle plötzlich danach gesucht?!? Erklärung: Es war eine Antwortmöglichkeit in einer Quizshow …
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Posted in Multimedia
at 10:40:36
Mein Kindle hat etwas gelernt - und mir nichts davon gesagt.
Als ich meine Amazon-Kindle Seite aufgerufen habe, sah ich, dass es ein neues Dokument (Kindle User’s Guide, 4th Ed.) gibt. Fast hätte ich es ignoriert, aber dann habe ich es doch aufgerufen.
Und - Überraschung! - da fanden sich neue Features in dem Dokument.
So kann man nun die Seitenorientierung ändern und so z.B. breite Tabellen besser lesen. Und - Trommelwirbel…Tusch - Kindle 2 kann ab sofort pdf Dateien anzeigen.
Die Anzeige ist recht gut. Allerdings werden die Seiten auf dem Display natürlich ziemlich klein. wenn man z.B. den Spiegel lesen will, wird es schwierig.
Die PDF-Dateien lassen sich - wie andere Texte auch - durchsuchen. Man kann Lesezeichen erstellen, jedoch keine Kommentare einfügen.
Mal schauen, was das Kindle noch so alles gelernt hat
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24.11.09
Posted in Projektmanagement
at 12:04:11
So, wie jeder Urlaub, ist auch meine kleiner New-York Reise leider vorbei und ich bin wieder da. Es war nett, aber anstrengend.
Neben den üblichen Touri-Fotos von New York habe ich auch einige “Alltagsfotos” gemacht - vor allem von Inneneinrichtungen. Nicht, weil ich plötzlich Innenarchitekt werden möchte, sondern als Argumentationshilfe für Web-Projekte.
Es ist mir (und vielen anderen wohl auch) schon oft passiert, dass ein Kunde als Vorbild für sein Multimillionen Web-Projekt irgend eine Seite aus den USA hatte und seine Seite musste natürlich genau aussehen. Meine Gegenfrage ist dann meistens, ob es denn bei dem Kunden zuhause auch so aussehe, wie in einem amerikanischen Wohnzimmer. Das verwirrt das ein wenig …
Web-Seiten werden - wir alle Angebote auch - auf eine Zielgrupe hin ausgerichtet. Und auch wenn wir in einer globalisierten Welt leben, die Geschmäcker sind verschieden. Ich kann mich noch gut an das Briefing für eine arabische Geschenkseite erinnern: “Wenn es ihnen unerträglich kitschig vorkommt, dann noch ein wenig mehr und wir finden es gut”. In den USA findet man gerne mal extrem “plüschige” Wohnungen (alleine die Tagesdecke in einem durchschnittlichen USA Hotel kann einen Europäer spontan erblinden lassen) oder - wenn es vornehm sein soll - man glaubt sich im England des 19. Jahrhunderts. Dazu kommt noch, dass in den USA alles ein wenig lauter, heller und schriller ist. In New York war jeder 3. Burger-Laden “the best on earth”, “the best in town” (was ja… aber egal), “the best you’ve ever had” usw. usw. Ein Laden wie “Abercrombie&Fitch” würde bei uns gar nicht möglich sein: eine solche Lautsärtke lassen unsere Arbeitsschutzbestimmungen bestimmt nicht zu.
Entsprechend sind Webseite die sich an eine Zielgruppe in den USA nennen für unsere Augen oft ein wenig überfrachtet. Trotzdem gibt es viele Kunden die nicht verstehen, dass man sein Web-Angebot bitte nicht an irgendwelchen USA-Seiten hin ausrichten sollte, sondern nach dem Kunden den man tatsächlich ansprechen möchte.
Mal schauen, ob die Fotos als Argumentationshilfe taugen…
Was macht man denn aber, wenn man wirklich die ganze Welt als Zielgruppe hat? Hmm, schauen wir mal bei Google und Co. Ergebnis: Minimalismus. Regel: Je internationaler die Zielgruppe, deste weniger regionale Besonderheiten und entsprechend minimale sollte die Seite sein.
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03.11.09
Posted in Politik
at 19:42:11
So so, da will die Regierung den Zivildienst von 9 auf 6 Monate verkürzen. Dies bzw. die nun aufkeimende Debatte finde ich ja schon ein wenig verwirrend.
Als ich 1989 meinen Zivildienst angetreten habe, stand auf meiner Einberufung “24 Monate”. Im Zuge des Mauerfalls wurde dann der Wehrdienst allerdings 1990 verkürzt und damit auch der Zivildienst (auf, ich glaube 18 Monate oder so - Update: die Verkürzung war auf 16 Monate, da Wehrdienst nur noch 12 Monate statt 18 dauerte - wobei auf der Seite der Bundeswehr 15 Monate für 1989 steht, aber das stimmt definitiv nicht).
Jetzt laufen die verschiedene Verbände dagegen die Verkürzung auf 6 Monate Sturm und sagen, dass man dann gleich auf Zivis verzichten könne. Dann müsse man den Bedarf anders decken. Beim ASB (so hörte ich es heute im Radio) sind alle Rettungssanitäter Zivis. Klar, die müssen natürlich erst angelernt werden. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass neben der Schulung evtl. noch jemand sein Recht auf Fortbildung in Anspruch nimmt und vieleicht mal eine Woche krank wird, lohnt es sich natürlich nicht, ihn erst 3 Monate auszubilden.
Aber moment mal. Zumindest als ich Zivi war hieß es offiziell, Zivildiensleistende würde nur “ergänzende Tätigkeiten” durchführen. Es ging darum, dass wir Zivis keine Arbeitsplätze wegnehmen dürfen. Oder anders ausgedrückt: Zivis durfen nur Jobs machen, auf die man auch verzichten kann. Klar, das wurde auch schon zu meiner Zeit nicht eingehalten. Aber wenn jetzt die Verbände schreien, dann zeigt es eigentlich nur, wie schlimm es in der Pflege bei uns eigentlich steht.
Einen anderen Aspekt finde ich auch interessant. Ich musste damals meine Gründe zur Kriegsdienstverweigerung einem Ausschuss darlegen. Darüber sollte ich mal einen längeren Eintrag schreiben (ich wurde z.B. tatsächlich gefragt, was ich denn machen würde, wenn ein Verrückter mit einem Flammenwerfer ein Kinderheim abfackelt und ich hätte rein zufällig eine Pistole in der Hand). Wie auch immer auf jeden Fall wurde ich in der Anerkennung meiner Verweigerung darauf hingewiesen, dass der Zivildienst ja darum länger als der Wehrdienst sei, weil der Zivildienst einfacher sei (was für Drückeberger). Wenn jetzt der Zivildienst faktisch kürzer wird als der Wehrdienst (der wohl noch 6+3 Monate dauert?), stimmte das damals also wohl damals nicht so ganz.
Kurzer Schwank zum Schluss, ich wurde übrigens nicht als Kriegsdienstverweigerer anerkannt, weil ich meine Gewissensentscheidung (und das war sie) so überzeugend in der Verhandlung dem Vorsitzenden klar gemacht habe, sondern um Schaden von der Bundeswehr fern zu halten.
Zitat aus der schriftlichen Anerkennung: “Letztendlich stellte sich die Frage, ob der Antragsteller nicht eher einen Schaden als einen Nutzen für die Bundeswehr darstellen würde” - kein Scherz.
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Posted in Multimedia
at 11:11:31
Wer gerne Google Wave ausprobieren möchte, aber leider keine Einladung bekommen hat, für den gibt es eine Alternative.
Denn Google hat ja sämtliche Spezifikationen offen gelegt. Also haben einige Leute ihren eigenen Server geschrieben.
Hier kann man einen kleinen Eindruck bekommen:
http://pygowave.net/home/
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02.11.09
Posted in Multimedia
at 12:35:42
(Meine ersten Eindrücke findet man hier)
Jetzt habe ich mein Kindle ja schon ein paar Tage im Einsatz. Zeit, eine kurze Bilanz zu ziehen. Bin ich zufrieden? Sagen wir mal so: Wir konnte ich eigentlich vorher ohne E-Book Reader zurechtkommen?
Es ist schon echt nett, wenn man im Zug oder in der Projektwohnung >50 Bücher und Zeitschriften auf engstem Raum bei sich hat. Abonnierte Magazine flattern automatisch per Funk auf das Gerät.
Zur Verwaltung meiner Bücher nehme ich Calibre. Damit kann man zwischen verschiedensten Formaten hin und herwandeln. Das klappt meistens ganz gut. Bei PDF Dateien bekomme ich über den kostenlosen Amazon Service jedoch bessere Ergebnisse.
Es gibt zwei E-Book Formate, MOBI (das nutzt letztlich auch Kindle, nennt es nur anders) und EPUB. Viele deutsche Bücher lassen sich nur im EPUB Format kaufen. Es ist aber möglich, das Rechtemanagement anschließend aus diesen Büchern zu entfernen (wenn man es denn möchte) und dann auf das Kindle zu übertragen.
Allerdings gibt es auch E-Books ohne diesen DRM Unfug (z.B. Spiegel, taz, Perry Rhodan). Liebe Buchindustrie: lernt doch einfach von Musik und Film und vergesst den Quatsch mit Formatkrieg und DRM. Dann würde euer Geschäft mit den E-Books richtig ins rollen kommen.
Es fehlen natürlich noch die deutschen Inhalte im Store. Unter anderem FAZ und Wirtschaftswoche sind drin. Aber wo bleibt z.B. die Süddeutsche?
Fazit: Das Kindle ist sicherlich nicht das bestmögliche E-Book. Die Steuerung ist lahm, das Display könnte größer sein. Das Rechtemanagement nervt, usw. usw. Aber es ist ausreichend gut und ich will es nicht mehr missen. Natürlich ist es eine Umstellung. Bei wirklich guten Büchern lese ich oft den letzten Satz vorher (keine Ahnung warum, ich irgendein Zwang). Das geht natürlich nicht so einfach. (wer übrigens ein unglaublich gutes Buch lesen will, dem sei Zwei an einem Tag ans Herz gelegt).
Es ist ein wenig so, wie beim Wechsel von Schallplatte auf CD auf MP3. Klar waren die Plattenhüllen schön und sahen viel besser aus als diese doofen CDs. Aber letztendlich habe ich mittlerweile selbst meine CDs aus meinem Wohnzimmer verbannt. Ich habe eh’ alles ein mein Mediencenter gespielt.
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